Brasilien: Waldbrände verdunkeln Himmel über São Paulo

Schwarze Rauchschwaden ließen in São Paulo den Tag zur Nacht werden (Bild: Twitter)

Am Montagnachmittag (Ortszeit) wurde in São Paulo der Tag zur Nacht: Etwa um drei Uhr verdunkelten pechschwarze Rauchwolken etwa eine Stunde lang den Himmel über der Millionenstadt. Die Ursache lag fast 3000 Kilometer entfernt: Verheerende Waldbrände, die seit Wochen im Amazonasregenwald wüten.

Die Bilder des schwarzen Himmels verbreiten sich seitdem in den sozialen Netwerken, oftmals versehen mit dem Hashtag #prayforamazonia.

Weitere Fotos zeigen zudem von Asche schwarz gefärbtes Regenwasser, das in der Folge niedergegangen war.

Die Zahl der Waldbrände hat nach Angaben des brasilianischen Weltraumforschungsinstitut INPE 2019 drastisch zugenommen. Zwischen Januar und August gab es 72.843 Waldbrände, im gesamten Jahr 2018 waren es 39.759. Tausende Angehörige indigener Stämme wurden bereits durch die Feuer vertrieben. Das Ausmaß der Zerstörung ist auch auf Satellitenbildern der NASA deutlich zu erkennen.

Satellitenbilder zeigen das Ausmaß der Waldbrände in Brasilien (Bild: NASA)

Die Brände werden durch eine Trockenperiode begünstigt, sind jedoch zumeist vom Menschen gelegt. Angesichts der zunehmenden Brandrodung und Abholzung wächst die Kritik an Präsident Jair Bolsonaro, der im Interesse der Agrar- und Bergbaubranche seit seinem Amtsantritt im Januar den Schutz der Regenwälder immer weiter schwächt.

Bolsonaro zeigt sich unterdessen unbeeindruckt: Die Feuer seien für die Jahreszeit normal, da die Farmer gerade ihr Land “bereinigen” würden. Die Zahlen der INPE zweifelte er öffentlich an - und feuerte kurzerhand den Chef des Instituts.