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Briefzustellung unter Beschuss: Postbetrieb im ukrainischen Kriegsgebiet

Ungeachtet des Kriegsgeschehens wird im Raum Donezk im Osten der Ukraine weiterhin regelmäßig die Post ausgeliefert. Begleitet werden die Zustellfahrzeuge aber stets von bewaffneten Sicherheitsleuten. Und die Bediensteten tragen schusssichere Westen.

Doch wer im Kriegsgebiet seine Post erhalten möchte, muss zu einer Sammelstelle kommen, aus Sicherheitsgründen werden die Briefe nicht wie gewohnt in Privatbriefkästen vor Ort hinterlassen.

„Alle kämpfen an ihrer eigenen Front. Und unsere ist hier", sagt eine Postmitarbeiterin.

Schnell muss es gehen: Sendungen aushändigen, die Rente ausbezahlen und andere Dienstleistungen, schon rollt die Post wieder davon. Denn Gefahren könnten überall lauern.

„Das freut uns natürlich. Sie bringen uns Essen, sie bringen uns Geld", sagt ein Bewohner.

Die Anzahl der zerstörten Gebäude nimmt zu, die Menschen, die hier noch wohnen, dagegen ab.

„Das sind tapfere Mädchen"

„Sie kommen an einen Ort wie diesen! Sie müssen mutig sein, um herzukommen. Das sind tapfere Mädchen", findet eine Frau.

Und eine der Postmitarbeiterinnen erzählt: „Ich kann nicht sagen, dass wir keine Angst haben. Ich habe auch Angst... Ihr habt Angst, aber ihr wisst schon - das ist weit weg. Das ist nah. Wenn es nah ist, steigen wir in unsere Autos und sind weg."

Es ist ein Wechselspiel zwischen mulmigen Gefühlen und dem Gebot der Pflichterfüllung: Für die Postangestellten und ihre Kundschaft.