Britische Royals : Wie sich Queen Elizabeth und ihre Familie finanzieren

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Die Kosten von Queen Elizabeth und ihrer Familie werden hauptsächlich aus drei Quellen gedeckt: dem Sovereign Grant, dem Herzogtum Cornwall und dem Herzogtum Lancaster.

Die britische Königsfamilie
Die britische Königsfamilie

Der Sovereign Grant

Queen Elizabeth erhält von der Regierung jedes Jahr einen finanziellen Zuschuss, um ihr Amt als Staatsoberhaupt ausführen zu können. Gedeckt werden zum Beispiel Reisekosten für offizielle Termine, Gehälter für Mitarbeiter des königlichen Haushaltes, Ausgaben für Empfänge und andere Feierlichkeiten sowie die Pflege der königlichen Kunstsammlung. Auch die dienstlichen Kosten von anderen Royals, die das Königshaus repräsentieren, werden vom Sovereign Grant bezahlt (Prinz Charles nimmt eine Sonderstellung ein).

Der Sovereign Grant kommt auch für die Instandhaltung jener königlichen Residenzen auf, die zum Krongut gehören. Die bekanntesten Gebäude sind der Buckingham Palast, der St. James Palast, der Kensington Palast, Schloss Windsor und Clarence House.

Hintergrund: Was ist das Krongut?

Der staatliche Zuschuss für das Königshaus betrug im Jahr 2019 82,4 Millionen britische Pfund (umgerechnet 95,7 Millionen Euro). Das heißt: Jeder Mensch, der in Großbritannien lebt, hat umgerechnet 1,38 Euro für die Royals bezahlt. Obwohl der Betrag so gering ist, kommt immer wieder Kritik am Sovereign Grant auf. Denn: Nicht jeder will einen Beitrag zur Finanzierung des Königshauses leisten. Allerdings wird der Sovereign Grant von dem erwirtschafteten Gewinn des Kronguts gezahlt – also Gewinn, den es ohne die Monarchie gar nicht geben würde. Während die Queen 15 Prozent der Summe erhält, bleiben die verbliebenen 85 Prozent in der Staatskasse – und das kommt allen Briten zugute.

Das Herzogtum Cornwall

Das Herzogtum Cornwall ist ein 53.000 Hektar großer Grundbesitz mit Ackerbau- und Viehzuchtbetrieben, Wohn- und Gewerbeimmobilien, Wäldern, Flüssen, Steinbrüchen und Küsten. Auch Highgrove, der Landsitz von Prinz Charles, gehört zum Portfolio. Gegründet wurde das Herzogtum 1337 von König Edward III., um die dienstlichen und privaten Ausgaben seines Thronerbens Prinz Edward zu decken. Gleichzeitig verlieh der König seinem Sohn den Titel "Der Herzog von Cornwall". Eine 1421 aufgesetzte Charta legte fest, dass das Herzogtum künftig immer dem ältesten Sohn des englischen bzw. britischen Monarchen gehört, sofern dieser der Thronfolger ist. Seit 1952 ist Prinz Charles der Herzog von Cornwall und damit der Verwalter des Guts.

Laut offiziellem Finanzreport machte das Herzogtum 2019 einen Gewinn von 22,3 Millionen Pfund (etwa 26 Millionen Euro). Mit dem Geld finanziert Prinz Charles seine öffentliche und gemeinnützige Arbeit, das Büro von Prinz William und Herzogin Catherine sowie sein Privatleben mit Herzogin Camilla. Die Cambridges werden auch privat aus dem Einkommen des Herzogtums unterstützt (Prinz Harry und Herzogin Meghan sind seit 1. April 2020 finanziell unabhängig).

Prinz Charles und Prinz William besuchen 2004 die sogenannte "Duchy Home Farm", eine Farm für ökologische Landwirtschaft. Wenn Prinz Charles König wird, wird William für die Grafschaft Cornwall verantwortlich sein.
Prinz Charles und Prinz William besuchen 2004 die sogenannte "Duchy Home Farm", eine Farm für ökologische Landwirtschaft. Wenn Prinz Charles König wird, wird William für die Grafschaft Cornwall verantwortlich sein.

Das Herzogtum Lancaster, auch "Privy Purse" genannt

Ihre privaten Ausgaben – dazu gehört auch der private Unterhalt derjenigen Familienmitglieder, die offizielle Pflichten für das Königshaus wahrnehmen – finanziert Queen Elizabeth durch das Herzogtum Lancaster. Es wurde 1265 von Heinrich III. gegründet und befindet sich seit 1399 im Privatbesitz der Königsfamilie. Der herrschende König oder die herrschende Königin verwaltet das Herzogtum treuhändisch und trägt den Titel "Herzog von Lancaster" (Den Titel "Die Herzogin von Lancester" gibt es nicht).

Das Landgut erstreckte sich über 18.481 Hektar in England und Wales und umfasst Gewerbe-, Landwirtschafts- und Wohnimmobilien. Zum Portfolio gehören außerdem Geschäfts- und Wohnhäuser in London, neun Schlösser und diverse Finanzinvestments. In die Privatschatulle ("Privy Purse") der Queen flossen laut des offiziellen Finanzreports des Herzogtums Lancaster im Jahr 2020 23,2 Millionen Pfund (etwa 27 Millionen Euro). Das Reinvermögen des Herzogtums beläuft sich auf 538,5 Millionen Pfund (etwa 626,7 Millionen Euro).

Sonstiges

Queen Elizabeth gehört Schloss Balmoral in Schottland und das Sandringham Estate in Ostengland. Beide Anwesen hat sie von ihrem Vater König George VI. geerbt. Über Einnahmen aus Besuchertouren und Souvenirs darf die Queen frei verfügen.

Wie reich ist Queen Elizabeth?

Schätzungen über den Reichtum von Queen Elizabeth beinhalten fälschlicherweise oft Gebäude und Gegenstände, die von ihr als Souveränin gehalten werden und demnach nicht ihr Privateigentum sind. Zum sogenannten Krongut, das bei einem Thronwechsel an den/die Nachfolger:in weitergegeben wird, gehören unter anderem der Buckingham Palast und Schloss Windsor, die meisten Kunstschätze aus der "Royal Collection" und die Kronjuwelen. Queen Elizabeth kann die Vermögenswerte nicht verkaufen und hat keinen Zugriff auf Gewinne. Die Zeitung "The Sunday Time" schätzt, dass Queen Elizabeth ein Privatvermögen von 350 Millionen Pfund besitzt (umgerechnet 407 Millionen Euro).

Verwendete Quellen: duchyofcornwall.org, duchyoflancaster.co.uk, thecrownestate.co.uk, royal.uk

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