Brutzeit im schmelzenden Polareis: Architekt entwirft schwimmende Iglus für brütende Pinguine

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Ein iranischer Architekt hat ein innovatives System entworfen, das Pinguinen während der Brutzeit helfen und gleichzeitig die Eisschmelze in der Antarktis verlangsamen soll.

Das Penguin Protection System von Sajjad Navidi besteht aus zwei Elementen: Oben befindet sich eine igluförmige Höhle, in der die Pinguine brüten können, während unter der Wasseroberfläche das Schmelzen des Eises aufgehalten werden soll.

Die schwimmenden Iglus sollen einen Ausgleich für die schwindenden Lebensräume der Pinguine schaffen, da die Eisschollen der Antarktis aufgrund der Klimaerwärmung schmelzen und immer kleiner werden. Die Pinguine können in den vom Meer leicht zugänglichen Höhlen ihre Eier legen und dann einander und die Eier warmhalten, ohne dass die Gefahr besteht, dass der Untergrund schmilzt, bevor die Küken ohne Schutz überleben können. Die Iglus sind für Außentemperaturen von bis zu -45 Grad Celsius konzipiert.

Das Projekt entstand im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Architecture and Arts Competition, die von der französischen Fondation Jacques Rougerie ausgeschrieben wird.

Auf Bildern, die für diesen Wettbewerbsbeitrag erstellt wurden, sieht man Pinguine, die spiralförmig angeordnet eng beieinander stehen. Diese natürliche Anordnung hatte Navidi zu seinem Design des Iglus inspiriert. Seine Idee schaffte es bis ins Finale und landete auf Platz 7 der Top-12-Projekte in der Kategorie 'Innovation für den Ozean'.

Obwohl sich das Projekt immer noch in der Konzeptphase befindet, hofft Navidi, damit einen Beitrag leisten zu können, um die Eisschmelze zu verlangsamen und gleichzeitig den Pinguinen einen neuen Lebensraum zu schenken. Denn die untere Hälfte der schwimmenden Iglus soll mithelfen, die Schäden wiedergutzumachen, die durch den menschengemachten Klimawandel entstanden und die diese Intervention erst erforderlich machten.

Die Unterseite des Iglus wurde in Anlehnung an Meeresschwämme designt und ist mit einem Unterwasserpendel verbunden. Wenn sich das Pendel in den Wellen bewegt, entsteht Elektrizität, die genutzt wird, um die unmittelbare Umgebung zu kühlen. Navidi hofft, dass das Abkühlen des Wassers in Regionen, wo das Eis schmilzt, dazu beiträgt, diesen Prozess zu verlangsamen und unter Kontrolle zu bringen.

Die Kühlelemente sind so gestaltet, dass sie auch von dem Pinguiniglu getrennt werden und unabhängig davon funktionieren können. Navidi stellt sich vor, dass die Kühlelemente dann dorthin gebracht werden, wo eine technische Unterstützung bei der Kontrolle der Eisschmelze besonders dringlich ist.

"Dieses System ist von Natur aus unabhängig und kann bei Bedarf einfach geteilt werden. Es bewegt sich automatisch dorthin, wo es schmelzendes Eis registriert", erklärte Navidi auf seiner Instagramseite.

Kaiserpinguine zählen seit Jahren zu den bedrohten Tierarten und eine Studie aus dem Jahr 2019 zeigte, dass sie in den nächsten 80 Jahren aussterben könnten, weil ihre Lebensräume immer weiter verschwinden.

Die Pinguine benötigen Eis, das fest mit der Küste des antarktischen Kontinents verbunden ist, aber gleichzeitig Zugang zum Ozean bietet, damit die Vögel sich und ihren Nachwuchs mit Nahrung versorgen können. Die Erderwärmung lässt das Meereis zusehends verschwinden, sodass die Pinguine ihren Lebensraum, Nahrungsquellen und Brutplätze verlieren.

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