Bundesamt warnt: Finger weg von diesen Food-Trends!

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Das Bundesamt für Verbrauchersicherheit und Lebensmittelschutz (BVL) warnt davor, beim Kochen und Backen auf Materialien zurückzugreifen, die für das Zubereiten von Lebensmitteln ungeeignet sind. Gesundheitsschädliche Stoffe könnten sich lösen und in die Speisen gelangen.

Ein Trend, der sich hartnäckig hält: Brot im Blumentopf backen. Unter anderem davor warnt das BVL. (Bild: Getty Images)

Als Lebensmittelkontaktmaterialien (ein herrliches deutsches Wort) werden alle Materialien und Gegenstände bezeichnet, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Beispielsweise Verpackungen und Behälter wie Brotdosen, Küchenutensilien wie Auflaufformen oder auch Besteck und Geschirr.

Irrtum: Darum solltest du rohes Geflügelfleisch nicht abwaschen

Zum Schutz der Verbraucher gelten für diese Materialien, die etwa aus Kunststoff, Gummi, Papier und Metall bestehen, europaweit strenge Anforderungen. Hersteller unterliegen einer großen Sorgfaltspflicht und müssen bereits bei der Auswahl der Rohstoffe berücksichtigen, dass das Endprodukt mit Lebensmitteln in Kontakt kommen soll und deshalb keine chemischen Stoffe in das Material übergehen können.

Suppenliebe aus Japan: Ramen ist der neue Trend

Nun werden seit einigen Jahren immer wieder „raffinierte Rezepte“ veröffentlicht, die zur kreativen Zubereitung von Lebensmitteln anleiten: Brote werden in Blumentöpfen gebacken, Hähnchen auf Bierdosen gegrillt, Cornflakes in Eimer serviert und Torten mit Plastik-Puppen dekoriert. Und genau vor diesen vermeintlich kreativen Kochanleitungen warnt das BVL.

Denn Barbies, Blumentöpfe, Bierdosen und Buddeleimer sind keine Lebensmittelkontaktmaterialien, unterliegen also auch keiner Sorgfaltspflicht und keinen gesetzlichen Vorgaben. Das BVL schreibt dazu auf seiner Internetseite:

„In diesen, wie auch anderen Beispielen, sind die verwendeten Materialien keineswegs dazu geeignet, um mit Lebensmitteln in Kontakt zu kommen. Im Gegenteil: Es ist zu erwarten, dass während der Zubereitung auch unerwünschte und sogar gesundheitsschädliche Stoffe in die Lebensmittel übergehen können. Ein Beispiel sind Farbbestandteile vom Äußeren der Dose, welche nicht für den Kontakt mit Lebensmitteln bestimmt sind.“

Besagte Rezepte, die im Netz kursieren und selbst von TV-Köchen verwendet werden, klingen hip – sind aus gesundheitlicher Sicht aber bedenklich. Wer einige Dinge beachtet, geht laut BLV aber auf Nummer sicher:

  • Keine Zweckentfremdung! Für die Zubereitung von Lebensmittel sollten nur Originalprodukte verwendet werden, die dafür vorgesehen sind. Finger weg von Rezepten, in denen Materialien und Gegenstände vorkommen, die sonst nicht in der Küche zu finden sind.

  • Auf Kennzeichnungen achten! Andere Produkte erfüllen nicht automatisch die strengen Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien, nur weil man sie als solche verwenden könnte.

Im Zweifel sollten Verbraucher einfach nach alternativen Zubereitungsformen suchen. Die sehen zwar nicht so spektakulär aus, doch am Ende sollte es dann doch mehr um die Gesundheit als um viele Likes in den Sozialen Netzwerken gehen…

VIDEO: Suppe mit Lebensmittelresten kochen