Bunte Parade statt schwarzer Block: So feiert Hamburg den Schlagermove nach G20

Elke Habekost

Nur eine Woche nach dem G20-Gipfel in Hamburg haben am Wochenende erneut tausende von Menschen die Straßen der Hansestadt eingenommen. Statt Steinen flogen am Samstag (15. Juli) allerdings Seifenblasen durch die Luft. Die schwarz vermummten Gestalten mit den Sturmhauben haben das Feld geräumt – für eine kunterbunte Karawane Schlager-Liebhaber. Willkommen beim 20. Schlagermove, der größten Schlagerparty der Welt. Über 400.000 Menschen sind nach St. Pauli gepilgert, um unter dem Motto „Ein Festival der Liebe“ den Kultschlager zu feiern.

Mittendrin: Meine beste Freundin Michaela (43) und ich (34). Als Schlager-Fans wollen wir uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen und sind extra aus Berlin angereist. Doch nicht nur die Musik hat uns zum wiederholten Male in die Hansestadt gelockt – auch die vielen gut gelaunten Menschen sind jedes Jahr ein absolutes Highlight. Auch in diesem Jahr ist die Stimmung ausgelassen und vor allem friedlich. Nichts erinnert mehr an die schrecklichen Bilder, die nur eine Woche zuvor die Schlagzeilen beherrscht haben.

Natürlich ist die Polizei auch an diesem Wochenende vertreten. Doch von tätlichen Auseinandersetzungen ist nichts zu sehen. Stattdessen schießen bunt gekleidete Schlager-Jünger Selfies mit den Beamten, bedanken sich für das Engagement der letzten Wochen. Bei den Schlager-Fans regiert die Liebe und nicht der Hass.

Gemeinsam wird auf den Straßen getanzt, gefeiert und na klar, auch der ein oder andere Schnapps gekippt. Gehört ja irgendwie auch mit dazu. Wohin man sieht: kunterbunt verkleidete Gestalten mit Blumen in den Haaren und einem Lächeln auf den Lippen. Wer jetzt denkt, dass beim Schlagermove nur die ältere Generation abfeiert, wird eines Besseren belehrt. Die Jungen rocken und verraten im Interview mit Refinery29, warum der Schlagermove einfach Kult ist.

Sabrina (25) und Julia (22)

Woher kommt ihr? Lüneburg

Warum seid ihr hier? Der Schlagermove ist einfach lustig und macht Spaß. Alle haben gute Laune.

Coolste Anekdote? Wir haben hier schon echte tolle Leute kennengelernt – meist nur für einen Tag, aber das ist auch okay. Außerdem lässt es sich gut flirten. Das ergibt sich eigentlich immer.

Foto: Elke Habekost.

Laura (26) und Laura (25)

Woher kommt ihr? Hamburg

Warum seid ihr hier? Die Männer haben einfach heiße Outfits an – das macht richtig Bock.

Coolste Anekdote? Wir sind zum ersten Mal dabei, freuen uns aber auf die ausgelassene Stimmung und auf Drinks for Free – von den Männern in den heißen Outfits

Foto: Elke Habekost.

Pia (29)

Woher kommst du? Berlin

Warum bist du hier? Ich glaube, ich bin dieses Jahr zum vierten oder fünften Mal hier. Hier ist immer gute Laune, die Leute sind toll verkleidet, alles ist bunt – das ist einfach toll.

Coolste Anekdote? Es ist einfach immer wieder ein Erlebnis. Die Stimmung vor Ort muss man einfach erlebt haben.

Foto: Elke Habekost.

Esther (22) und Svenja (24)

Woher kommst du? Esther aus Aschaffenburg, Svenja aus Hamburg

Warum seid ihr hier? Svenja: Ich bin jedes Jahr hier, weil ich mit Schlager aufgewachsen bin. Ich feier' das einfach und ich mache hier Party mit meiner Familie und meinen Freunden. Esther ist heute zum ersten Mal dabei.

Coolste Anekdote? Es gibt nie Streit hier, es ist einfach sehr harmonisch und man bekommt immer was geschenkt.

Foto: Elke Habekost.

Maike (33) und Lisa (30)

Woher kommt ihr? Hamburg

Warum seid ihr hier? Wir sind immer mit dabei, weil wir mitsingen können und da wir über 30 sind, ist das unsere Musikrichtung.

Coolste Anekdote? Wir ziehen immer zu zweit los und haben einfach super viel Spaß. Da muss kein Kerl oder sonst wer dazwischen kommen. Uns reicht Costa Cordalis auf dem Wagen – oder Norman Lange. Der ist auch toll.

Foto: Elke Habekost.

Julia (32), Hannah (23), Insa (32), Jasmin (34)

Woher kommt ihr? Hamburg

Warum seid ihr hier? Wir sind immer hier, weil es einfach Spaß macht: Coole Stimmung, coole Leute, Party.

Coolste Anekdote? Es geht darum, hier zu feiern.Typen lernt man hier tatsächlich nicht so viele kennen, aber danach sucht man auch nicht.

Foto: Elke Habekost.