Burberry schickte Model mit Galgenstrick über den Laufsteg – nun folgt die Entschuldigung

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style

Die Luxusmarke Burberry musste in den letzten Tagen ordentlich Kritik einstecken: Sie hatte während der London Fashion Week ein Model mit einem Hoodie über den Catwalk geschickt, an dem eine Galgenschlinge baumelte. Auf Instagram beschwerte sich ein Model, das Teil der Show gewesen war.


“… Selbstmord ist keine Mode! Wie konnte das jemand übersehen und denken, es sei okay, besonders in einer Kollektion, die jungen Mädchen und der Jugend gewidmet ist? Ich fühlte mich sofort zurückversetzt in die Zeit, als ich in meiner Familie mit Selbstmord in Berührung kam …”

Die Präsentation der Herbst-/Winter-Kollektion 2019 des britischen Labels Burberry wurde mit Spannung erwartet. Neben den typischen Kreationen mit dem ikonischen Burberry-Muster des Kreativdirektors Riccardo Tisci wurden auch äußerst moderne Stücke gezeigt, die unter anderem an Sportswear angelehnt waren, darunter auch ein beiger Hoodie. Das Besondere: Statt der üblichen Kordel wies der Kapuzenpullover eine Art Galgenstrick auf.

Vielleicht wäre diese modische Eigenheit kaum jemandem aufgefallen, hätte sich via Instagram nicht eine junge Frau zu Wort gemeldet, die selbst am Sonntag bei der Burberry-Show als Model gelaufen war und Kreationen für die Luxusmarke präsentiert hatte.

Liz Kennedy: “Selbstmord ist keine Mode”

“Selbstmord ist keine Mode”, schrieb Kennedy in ihrem Beitrag und sagte, dass die “weltweit steigenden Selbstmordraten” und die “schreckliche Geschichte der Hinrichtungen durch Gehängtwerden” eine Marke davon abhalten sollten, etwas zu entwerfen, das einer Galgenschlinge ähnelt.

Kennedy kritisierte Chefdesigner Riccardo Tisci und das Label dafür, dass sie in einer Kollektion, die sich besonders an junge Menschen richtet, derartige Entwürfe unterbringen. Es gebe, so das Model, unzählige andere Arten, einen Knoten zu binden. Warum habe man also ausgerechnet diesen gewählt, so die Anklage von Kennedy.

“Ich schäme mich, Teil der Show gewesen zu sein.”

In ihrem Instagram-Posting beschrieb sie auch, wie sie sich backstage im Ankleidebereich darüber aufregte, aber alle nur darüber lachten. Sie hätte jemanden darauf angesprochen, dass sie das für komplett unangebracht halte, doch die Antwort der namentlich nicht genannten Person lautete schlichtweg: “Das ist Mode!” Sie sagte: “Ich schäme mich, Teil der Show gewesen zu sein.”

Der Strick soll von nautischen Knoten inspiriert worden sein

Mittlerweile reagierten auch die Verantwortlichen der Luxusmarke auf die Kritik und die mediale Aufmerksamkeit, die durch Kennedys Posting ausgelöst wurde, das mit mehr als 6.000 “Gefällt mir!”-Angaben bedacht wurde. Burberry-CEO Marco Gobbetti und Kreativdirektor Riccardo Tisci entschuldigten sich für den Entwurf in einem Statement, das der “Huffington Post UK” vorliegt. Darin heißt es: “Wir bedauern zutiefst das seelische Leid, das durch eines der Produkte unserer Herbst/Winter-Kollektion “Tempest” verursacht wurde. Obwohl das Design, so wie die gesamte Kollektion, durch maritime Einflüsse inspiriert wurde, war es unangebracht und wir haben einen Fehler gemacht.”

Auf dem Burberry-Runway der London Fashion Week im Februar 2019 wurde dieser Hoodie präsentiert. (Bild: Gareth Cattermole/BFC/Getty Images)


Auch Tisci kam in dem Statement zu Wort und fügte hinzu, dass es “niemals meine Absicht war, jemanden zu verärgern. Es spiegelt weder meine Werte noch die von Burberry wider und wir haben es aus der Kollektion genommen. Ich werde dafür sorgen, dass dies nicht noch einmal geschieht.”

Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222. Dort erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.