Carina Møller-Mikkelsen zeigt: Es gibt kein einheitliches Schönheitsideal

Unter dem Begriff Body Positivity wird die Zelebrierung verschiedenster Körpermaße inzwischen groß geschrieben. Dennoch herrscht in Mode- und Werbewelt - trotz einzelner prominenter Ausnahmen - noch immer das Schönheitsideal des schlanken, vermeintlich makellosen weiblichen Körpers vor. Umso wichtiger ist jemand wie Carina Møller-Mikkelsen, die ihren mittlerweile 87.000 Followern auf Instagram immer wieder aufs Neue verdeutlicht, dass man keinen Schönheitsidealen nacheifern sollte - eine Einsicht, die sie einst selbst verinnerlichen musste.

"Du kannst dein ganz eigenes Schönheitsideal sein!", sagt Carina Møller-Mikkelsen. (Symbolbild: Getty)

Heute ist Carina Møller-Mikkelsen mit sich selbst im Reinen. Bis sie ihren Körper und sich selbst so akzeptieren konnte, wie sie ist, war es jedoch ein schwieriger, bisweilen selbstzerstörerischer Weg. Wie die Mittzwanzigerin auf ihrer eigenen Website schreibt, war sie als Teenager unzufrieden mit ihrem Körper, wollte so schlank sein wie ihre Freundinnen und die vielen dünnen Models in Magazinen. Also begann sie damit, Sport zu treiben und entschied sich schließlich dazu, Bodybuilderin zu werden. Das Ergebnis: ein durchtrainierter, muskulöser Body, mit dem sie als Wettkampfathletin in der Figurklasse der Frauen antrat.

Trotz der körperlichen Veränderung wollte sich ein wirkliches Glücksgefühl jedoch nicht einstellen. Im Gegenteil: Sie geriet in einen “Teufelskreis”, wie sie selbst sagt, achtete neben dem harten Training derart minutiös auf eine figurfördernde Ernährung, dass es sich negativ auf ihr Essverhalten auswirkte: “An einigen Tagen wollte ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen und endlich das essen, worauf ich längere Zeit schon Lust gehabt hatte. Schokolade, Eis, Nudelauflauf, uvm.”, erinnert sie sich. “Dies stopfte ich dann an einem Tag hemmungslos in mich herein - so viel, dass ich Bauchweh bekam oder mich sogar übergeben musste.”

Beachtliche Transformation

Vor etwa zwei Jahren realisierte sie schließlich, dass es so nicht mehr weitergehen konnte: “Ich nahm hier und da wieder etwas zu, mein Körper wurde immer weiblicher und bekam seine Kurven (zurück). Nicht nur körperlich veränderte sich einiges, sondern ebenso mental. Ich fing an, meinen Körper zu verstehen und zu akzeptieren.” Die körperliche Verwandlung, die sie schildert, ist erstaunlich, wie sie letztes Jahr auf Instagram mit diesem Post illustrierte:

Ihre beachtliche Transformation “von der Bodybuilderin zum Curvy Model” ging damals durch die deutsche Presse, Møller-Mikkelsen wurde so auch einem breiteren Publikum bekannt. Heute inspiriert sie mit ihrer Geschichte auch andere Frauen, gibt Workshops zum Thema Selbstliebe und Akzeptanz und postet regelmäßig Beiträge auf Instagram, in denen Body Positivity im Mittelpunkt steht, wie dieser aktuelle Post zeigt:

Auch Taryn Brumfitt vollzog eine erstaunliche Verwandlung

Møller-Mikkelsens Geschichte erinnert übrigens an die einer anderen inspirierenden Frau, die mit einem Vorher-Nachher-Foto auf die Wichtigkeit von Body Positivity aufmerksam machte: Taryn Brumfitt. Auch die Australierin war mit ihrem Körper unglücklich und trainierte so lange, bis sie den vermeintlich perfekten Body hatte - nur um zu erkennen, dass sie dadurch keineswegs glücklicher wurde. Sie stellte sich die Frage: “Warum hassen so viele Menschen ihren Körper und was können wir dagegen tun?” - und ließ der Frage Taten folgen.

So drehte sie 2016 in Eigenregie “Embrace – Du bist schön”, einen von Schauspielerin Nora Tschirner co-produzierten Dokumentarfilm, der sich für eine veränderte, positive Wahrnehmung des weiblichen Körpers einsetzt und auch in Deutschland großen Anklang fand.

So sind es engagierte Frauen wie Carina Møller-Mikkelsen und Taryn Brumfitt, die maßgeblich dazu beitragen, dass Body Positivity nicht nur groß geschrieben, sondern tatsächlich auch gelebt wird.

Ihr wollt mehr über Taryn Brumfitt wissen? Hier verraten wir, warum wir Frauen wie sie für ein gesundes Körperbild brauchen

Einen Eindruck ihres Films “Embrace” vermittelt der inspirierende Trailer: