CDU sucht Internet-Auskenner - und lockt mit kuriosem Versprechen

Mit dieser Anzeige sucht die CDU nach Social-Media-Experten (Bild: CDU/Twitter)

Von unbedarften Politiker-Äußerungen bis zu verheerenden politischen Entscheidungen zur Netzfreiheit: Das Verhältnis der CDU zum Internet war nie besonders einfach. In einer neuen Stellenanzeige versucht es das Social-Media-Team der Christdemokraten nun mit Selbstironie.

“Wir suchen Mitarbeiter, die sich mit diesem Internet auskennen”, heißt es in der auf Twitter veröffentlichten Anzeige in der Schriftart Comic Sans, die wegen ihrer oftmals unpassenden Verwendung (wie etwa in einem Stellenangebot) berüchtigt ist. Illustriert ist die Ausschreibung mit einem verstaubten Uralt-PC mit Diskettenlaufwerk.

Der Tweet ist versehen mit dem Hashtag “#Neuland” - der Begriff wurde nach seiner Verwendung durch Angela Merkel im Jahr 2013 zum geflügelten Wort für die Naivität vieler CDU-Politiker im Umgang mit dem Netz.

Und obendrein wird möglichen Interessenten - Gesucht werden unter anderem ein Online-Redakteur und ein Social-Media-Video-Editor - zusätzlich zu den finanziellen Anreizen ein kurioser Bonus in Aussicht gestellt: “Wer die Stelle bekommt, darf sich das Amthor-Video zu Rezo anschauen!”

Das legendenumwobene Video mit dem jungen Abgeordneten Philipp Amthor wurde im Mai als Reaktion auf Rezos Beitrag “Die Zerstörung der CDU” gedreht, nachdem der Youtuber die Partei im Endspurt des Europawahlkampfes in Panik versetzt hatte.

Die Idee dazu kam Berichten zufolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer, der fertige Clip landete aber dann doch im Giftschrank des Konrad-Adenauer-Hauses. Zum Inhalt ist lediglich bekannt, dass Amthor das Video mit den Worten “Hey Rezo, du alter Zerstörer!” einleitet.

Ob dieses Versprechen für einen Zustrom von Bewerbern sorgt, bleibt abzuwarten. Immerhin findet der humoristische Versuch durchaus Zuspruch:

Andere User zeigen sich angesichts der netzpolitischen Fehltritte der Partei unbarmherzig:

Häufig wird auch der Skandal von Altenstadt angesprochen, wo Lokalpolitiker der CDU - zusammen mit den Vertretern der anderen Parteien - einen Kader der rechtsextremen NPD zum Ortsvorsteher gewählt hatten. Einer der CDU-Vertreter rechtfertigte die Entscheidung später damit, dass es sonst keinen Bewerber gegeben habe, “der sich mit Computern auskennt, der Mails verschicken kann.”