Das sollte man kaufen, um vor einem Blackout geschützt zu sein

Um während eines Blackouts über die Runden zu kommen, lohnt es sich, zu Hause einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln und hilfreichen Geräten zu besitzen.

Wer einen kleinen Vorrat anlegt, kommt leichter durch einen Blackout
Wer einen kleinen Vorrat anlegt, kommt leichter durch einen Blackout. (Symbolbild: Image Source via Getty Images)

Der längste Stromausfall der jüngeren Vergangenheit in Deutschland fand 2005 im Münsterland während eines Schneesturms statt. Erst nach sechs Tagen hatten alle Haushalte wieder Strom. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat einen Ratgeber erstellt, der euch zeigt, was ihr für den Notfall einkaufen müsst.

Ein kleiner Vorrat ist nicht mit "Hamsterkäufen" zu vergleichen. Dem BBK zufolge sind diese "impulsiv und wenig durchdacht." Sollten Produkte knapp werden, muss solidarisch gehandelt werden. Wer jedoch einen kleinen Vorrat bei sich zu Hause hat und Waren einkauft, die nicht knapp sind, macht alles richtig und geht auf Nummer sicher.

Das BBK empfiehlt, Waren einzukaufen, die ihr sowieso benutzen würdet. Statt ein Sack Kartoffeln könnt ihr einfach zwei mitnehmen und immer wieder auffrischen. Nutzt immer die älteren Kartoffeln und stellt sicher, dass ein Sack als Vorrat bei euch bleibt.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts oder Stromausfalls in Deutschland?

Zu kleineren Stromausfällen kann es in Deutschland immer wieder kommen. Diese sind in der Regel schnell behoben. Ausnahmen gibt es allerdings auch. In Berlin kam es im Stadtteil Köpenick am 19. Februar 2019 zum größten Stromausfall in der Nachkriegsgeschichte der Hauptstadt, nachdem Bauarbeiter zwei Stromkabel durchtrennt hatten. Über 30.000 Haushalte waren für 31 Stunden ohne Strom.

Doch auch Cyberattacken können das Stromnetz gefährden. Entsprechende Angriffe auf deutsche Versorgungseinrichtungen hat es schon gegeben – bisher ohne Auswirkungen. Durch den Ukraine-Krieg könnte sich das Problem jedoch verschärfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dadurch das gesamte Stromnetz lahmgelegt wird, ist jedoch gering. In Deutschland herrschen strenge IT-Vorgaben. Zudem sind die Server der verschiedenen Verteilnetzbetreiber dezentral über ganz Deutschland verteilt. Bei einem erfolgreichen Angriff würde es also nur zu kleineren regionalen Ausfällen kommen.

Auch Experten bezeichnen einen landesweiten Blackout als unwahrscheinlich. Dominik Möst, Professor für Energiewirtschaft an der TU Dresden, erklärte auf Nachfrage der ARD-Redaktion "Alpha": "Das Risiko für einen Blackout schätze ich weiterhin als gering ein." Komplett ausschließen ließe sich ein Blackout jedoch nie, so Möst. Und das unabhängig vom Krieg.

Versorgungssituation für den kommenden Winter "äußerst angespannt"

Besorgniserregende Aussagen gab es hier von den Netzbetreibern. Die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, 50 Hertz und TransnetBW haben sich zuletzt einem Stresstest unterzogen. In allen drei Szenarien, die sich je nach der Einsatzbereitschaft französischer Kernkraftwerke und der Verfügbarkeit von Gas unterschieden, wurde die Versorgungssituation für den kommenden Winter als "äußerst angespannt" eingeschätzt, wie die "Welt" berichtet. Im schlimmsten Fall wäre Deutschland demnach nicht dazu in der Lage, den Strombedarf über mehrere Stunden zu decken. Ein Zusammenbruch des Netzes ist dann nur abwendbar, wenn große Stromverbraucher wie Industriebetriebe vom Netz genommen werden, so die Einschätzung.

Kleinere Ausfälle seien der Bundesnetzagentur zufolge möglich, berichtet der "Bayerische Rundfunk". Aufgrund dessen richtet die Behörde zurzeit ein zweites Krisenzentrum ein, um sich auf das Szenario vorzubereiten. Dem "Bayerischen Rundfunk" bestätigte auch eine Sprecherin des Übertragungsnetzbetreibers Tennet, dass es im Winter "zu einer äußerst angespannten Lage im Stromnetz kommen kann".

Was ist das Wichtigste, das man bei einem Stromausfall oder gar Blackout haben sollte?

Bei einem Blackout fällt in der Regel auch die Heizung aus. Wer einen Kamin oder Ofen besitzt, sollte einen Vorrat an Kohle, Holz oder Briketts bei sich haben. Durch den Stromausfall gibt es außerdem kein Licht mehr. Hier helfen Taschenlampe und Kerzen. Achten Sie darauf, dass Sie genügend Streichhölzer oder Feuerzeuge sowie Batterien zu Hause haben. Generell lohnt es sich, einen Vorrat an Batterien für solche Fälle zu besitzen. Akkus - am besten solarbetrieben - versorgen die Geräte ebenfalls mit Strom.

Über ein Radio mit Batterie können Sie sich informieren, wenn Internet und Co. ausfallen. Zum Kochen eignen sich Campingutensilien wie ein Campingkocher. Wer einen Garten- oder Tischgrill besitzt, kann ebenfalls seine Mahlzeiten damit erwärmen.

Diese Lebensmittel sollten Sie kaufen, um zehn Tage über die Runden zu kommen

Das BBK hat eine Checkliste für eine erwachsene Person erstellt. Die Lebensmittel auf der Liste sind für zehn Tage und eine Einnahme von 2.200 Kilokalorien pro Tag ausgelegt. Demnach benötigen Sie mindestens zwei Liter Wasser am Tag - 1,5 Liter zum Trinken und 0,5 Liter zum Kochen. Mit 3,5 Kilogramm an Getreideprodukten, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis sollten Sie ebenfalls über eine Woche ohne Einkauf durchhalten.

Zusätzlich empfiehlt das BBK vier Kilogramm Gemüse und Hülsenfrüchte sowie 2,5 Kilogramm Obst und Nüsse - am besten in Dosen. 2,6 Kilogramm Milchprodukte reichen ebenfalls für zehn Tage aus. An Fleisch, Fisch und Eiern (oder Volleipulver) sollten Sie nicht mehr als 1,5 Kilogramm lagern. Hinzu kommen lang haltbare Lebensmittel in Konserven sowie Fette und Öle.

Für den Ernstfall sollten Sie zudem auch immer ein Notgepäck mit Medikamenten, Hygieneartikeln und Kleidung parat haben. Auch wichtige Dokumente wie die Geburtsurkunde oder das Testament sollten griffbereit und sicher verstaut sein. Fertigen Sie zudem Kopien Ihrer Ausweise und wichtiger Verträge oder Dokumente an. Ein dreistelliger Betrag an Bargeld wird ebenfalls empfohlen.

(kh)

Im Video: Mögliche Blackouts - So sorgen wir für einen Stromausfall vor