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Chef von OpenAI: Regierungen sollen der KI Zügel anlegen

Künstliche Intelligenz (KI) kann zum Nutzen der Menschheit eingesetzt werden - das sagte der Chef des ChatGPT-Unternehmens Open AI, Samuel Altman, am Dienstag während einer Anhörung im US-Senat in Washington.

Altmans OpenAI löste mit dem Text-Automaten ChatGPT sowie der Software, die Bilder auf Basis von Text-Beschreibungen erzeugen kann, den aktuellen KI-Hype maßgeblich aus.

KI könne etwa in der Medizin oder in der Bekämpfung der Klimakrise von Nutzen sein. Sie solle allerdings reguliert werden, so Altman.

Er fügte hinzu: "Wir sind jedoch der Ansicht, dass die Regierungen regulierend eingreifen müssen, um die Risiken der immer leistungsfähigeren Modelle zu mindern. Die US-Regierung könnte zum Beispiel eine Kombination aus Lizensierungs- und Testanforderungen für die Entwicklung und Einführung von KI-Modellen, die eine bestimmte Schwelle der Leistungsfähigkeit überschreiten, in Betracht ziehen."

Hintergrund von Altmans Forderung ist die immer größer werdende Sorge, dass die Fähigkeit von Chatbots für Produktion und Verbreitung von Falschinformationen genutzt werden könnten. Dabei wird auch die Beeinflussung von Wahlen durch KI befürchtet.

Der demokratische Senator Richard Blumenthal aus Connecticut, Vorsitzender des Unterausschusses für Datenschutz, Technologie und Recht innerhalb des Justizausschusses des Senats, eröffnete die Anhörung mit einer aufgezeichneten Rede, die sich wie der Senator selbst anhörte, aber in Wirklichkeit ein Stimmenklon war, der auf Blumenthals Reden im Plenum trainiert war und eine von ChatGPT geschriebene Rede rezitierte. Blumethal selbst hatte den Chatbot gebeten, seine Eröffnungsrede zu verfassen.

Das Ergebnis sei beeindruckend, sagte Blumenthal, fügte aber hinzu: "Was wäre, wenn ich ihn [ChatGpt, Anm. d. Übers.] darum gebeten und er Argumente für die Kapitulation der Ukraine oder der Führungsqualitäten von Wladimir Putin geliefert hätte?"

Blumenthal sagte, dass KI-Unternehmen verpflichtet werden sollten, ihre Systeme zu testen und bekannte Risiken offenzulegen, bevor sie sie auf den Markt bringen, und äußerte sich besonders besorgt darüber, wie zukünftige KI-Systeme den Arbeitsmarkt destabilisieren könnten. Einige Politiker fürchten den Verlust vieler Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenz.

Altman räumte ein, dass die KI-Technologie in Zukunft einige Jobs durch Automatisierung abschaffen könnte. Zugleich habe sie aber das Potenzial, "viel bessere Arbeitsplätze" zu schaffen. Während der Anhörung in einem Senats-Unterausschuss schloss Altmann nicht aus, dass Programme von OpenAI mit der Zeit auch mit Werbung statt wie aktuell im Abo verfügbar sein könnten.