"Sports Illustrated“-Model: Deshalb ist die Botschaft von Christie Valdiserri so wichtig

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Mitte Juli nahm Christie Valdiserri während der Miami Swim Week mitten auf dem Runway ihre Perücke ab. Jetzt ist das glatzköpfige Model in der Endauswahl für die kommende Swim-Edition der “Sports Illustrated“.

Christie Valdiserri zeigte sich auf dem Runway von Sports Illustrated ohne Perrücke. (Bild: Getty Images)

Als der Tänzerin und Fitnesstrainerin Christie Valdiserri vor einigen Jahren plötzlich sämtliche Haare, die Wimpern und Augenbrauen ausfielen, war das kein Grund für sie, ihre Träume nicht weiterzuverfolgen. Ganz im Gegenteil: Sie nahm beim jährlichen Open Casting-Aufruf des Magazins “Sports Illustrated“ teil, bei dem ein Model für die Badeanzug-Edition 2020 gesucht wurde.

“Es wurde uns beigebracht, Haare mit Schönheit zu verbinden”

Jetzt hat die “Sports Illustrated“ Christie Valdiserri, die es mittlerweile unter die “Sweet 17“ der Finalistinnen für die Bademoden-Ausgabe geschafft hat, einen eigenen Post gewidmet, in dem es selbst zu Wort kommt:

“Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die nächste Generation aufklären müssen, dass Schönheit von einem selbst kommt und nicht daher, wie man aussieht“, wird Valdiserri im Post zitiert. “Es wurde uns beigebracht, Haare mit Schönheit zu verbinden. Wir glauben nicht von Geburt an, dass Haare uns hübsch machen, die Gesellschaft hat uns vielmehr dazu gebracht, das zu glauben. Deshalb will ich meine Persönlichkeit und mein positives Wesen wirken lassen, unabhängig davon, ob ich jemals wieder Haare auf dem Kopf habe.“

Hoffnungsschimmer für Menschen, die ihre Haare verlieren

Auch das Thema Selbstvertrauen - wichtig für viele Patientinnen, die an Haarausfall leiden – wird angesprochen: “Ich möchte das Selbstvertrauen zeigen, für das ich so hart gearbeitet habe, und meine Liebe zum Leben in meinen Beiträgen und in meiner täglichen Anwesenheit, damit junge Mädchen oder andere Frauen, die ihre Haare verlieren oder sich seit Jahren unter einer Perücke verstecken, wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer bekommen.“

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Rund 24.000 Likes finden sich schon unter dem Post – auffallend mehr als bei den meisten anderen der Finalistinnen des “SwimSearch“-Aufrufs, die derzeit nach und nach auf Instagram gefeatured werden. Sie alle kämpfen um einen Platz in der begehrten Swim Issue, die jährlich im Mai erscheint und schon Models wie Chrissy Teigen, Kate Upton und Ashley Graham featurete. Unter dem Hashtag #baldisbeautiful wird Valdiserri von ihren Fans unterstützt und auch die Sports-Illustrated-Fans sind sich einig, wie man in vielen Kommentaren unter dem Foto lesen kann: “Du bist wunderschön!“

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Aktionen wie diese, in denen Models zu ihren vermeintlichen Makeln stehen, werden übrigens immer häufiger – obwohl von Diversität im Modelbusiness sicher noch lange nicht die Rede sein kann. Immerhin wenden sich auch viele Labels und Designer vom gängigen Schönheitsbild ab und demonstrieren Schulterschluss auch mit Schönheiten wie dem an Albinismus leidenden Shaun Ross...

... oder Winnie Harlow, die an der Hautkrankheit Vitiligo erkrankt ist:

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