CO2-Emissionen: 30 Minuten Netflix entsprechen sechs Kilometer Autofahrt

teleschau

Videostreaming ist mittlerweile für den größten Anteil des weltweiten Datenverkehrs verantwortlich - und auch für die dadurch verursachten CO2-Emissionen. Onlinepornos stehen an zweiter Stelle.

Weniger Binge Watching für mehr Klimaschutz. Diese Parole ist nicht weit hergeholt. Denn laut Berechnungen des französischen Think Tank "The Shift Project" verursacht eine halbe Stunde Videostreaming genauso viel CO2-Emissionen wie eine Autofahrt von 6,3 Kilometern - nämlich 1,6 Kilogramm. Dies erklärte Maxime Efoui-Hess, ein Experte des Shift Projects. 34 Prozent des weltweiten Online-Traffics entfielen demnach auf die großen und stark wachsenden Streaming-Services von Netflix, Amazon oder Hulu. Bereits an zweiter Stelle stünden demnach Online-Pornos.

Das Argument, Streaming würde dem Klima etwa durch fehlende Autofahrten ins Kino oder Verpackungen für DVDs helfen, zieht schon lange nicht mehr. Laut Shift Project hätten die Emissionen, die durch Streamingdienste im vergangenen Jahr weltweit verursacht wurden, in etwa jenen von ganz Spanien entsprochen. Diese Menge würde sich demnach in den kommenden sechs Jahren verdoppeln. So weist auch Gary Cook von der Umweltschutzorganisation Greenpeace darauf hin, dass Videos in immer höheren Auflösungen verfügbar seien und damit sowohl in Rechenzentren als auch beim Nutzer mehr Strom verbraucht werde.

Für klimabewusste Internetnutzer bietet "The Shift Project" die Browsererweiterung "Carbonalyser". Diese zeigt die CO2-Emissionen der derzeitigen Nutzung an und rechnet diese anschaulich in Autokilometer um.