Coca-Cola setzt weiter auf Plastikflaschen und erntet Shitstorm

(Bild: REUTERS/Temilade Adelaja)

108 Milliarden Plastikflaschen jährlich, 200.000 pro Minute: Der Coca-Cola-Konzern ist als Plastikproduzent weltweit führend. Daran soll sich auch erst einmal nichts ändern, gab das Unternehmen jetzt bekannt, denn Plastikflaschen seien von den Kunden schließlich gewünscht.

Das ließ die Twitter-Gemeinde schäumen vor Empörung: In einem Interview mit dem Nachrichtensender BBC News erklärte Beatriz Perez, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Coca-Cola, dass der Konzern künftig nicht auf Plastikflaschen verzichten werde.

Die Verantwortung dafür schiebt das Unternehmen auf seine Kunden. „Kunden mögen sie, weil sie wiederverschließbar und leicht sind“, sagte Perez dem Sender.

Man könne die Flaschen nicht einfach abschaffen, denn das würde die Kunden verprellen und die Verkäufe beeinträchtigen.

Die Schuld für die Plastikflut liegt also bei den Konsumenten – bei  Twitter hagelte es dafür von den Usern herbe Kritik.

„Ich will keine Plastik-Coca-Cola-Flaschen. Niemand will das in 2020. Zu einer Zeit, wo wir eigentlich über ein umfassendes Plastikverbot sprechen sollten, bekommen wir solche Schlagzeilen! Es ist erbärmlich“, schrieb eine Twitter-Userin.

 

„Es ist schockierend, dass Coca-Cola sich weigert, sich von Plastikflaschen zu befreien. Ich denke, es ist Zeit für Firmen, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen! (Und diese Frau sollte gekündigt werden)“, schreibt eine andere.

Auch Prominente äußern sich zu dem Thema. „Die Leute wollen Cola trinken, nicht Plastik. Meine 11-Jährige sagte: „Das ist unglaublich dumm! Sie machen das nur, weil es sie sonst mehr Geld kosten würde!“, schreibt iPod-Erfinder Tony Fadell auf Twitter.

Ganz untätig ist Coca-Cola jedoch nicht, was Plastikvermeidung angeht, verschiebt aber Lösungen in weite Ferne. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte Beatrize Perez, Coca-Cola habe erkannt, dass es nun „Teil der Lösung“ sein müsse.

Bereits 2018 hatte Coca-Cola zugesagt, dass es Ziel des Unternehmens sei, bis 2030 mindestens 50 Prozent recycelte Verpackungen zu verwenden. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit Non-Profit-Unternehmen zusammen und ist Hauptsponsor für die Organisation  Ocean Conservancy’s International Coastal Cleanup, der größte Zusammenschluss von freiwilligen Helfern, die Müll an den Küsten der Ozeane sammeln. 

Das ist den Kritikern jedoch nur wenig Trost. Ein Twitter-User schrieb dazu: „Das ist in zehn Jahren, das ist verrückt! Macht daraus 2023, dann werde ich euch vielleicht  die guten Absichten glauben.“

 

 

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