Corona macht erfinderisch: Enkel erfindet Kommunkationsapparat für seine Oma

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 4 Min.

Die Corona-bedingte Fernkommunikation ist vor allem für viele ältere Menschen eine Herausforderung. Video Calls bieten eine technische Barriere, und wenn auch noch altersbedingte Hörprobleme dazukommen, sind selbst Telefonate schwierig. So ging es der Großmutter eines jungen Software-Ingenieurs, der prompt eine eigene Lösung für das Problem erfand. Diese teilt er nun auf Twitter.

Closeup shot of an unrecognizable woman using a cellphone at home
Smartphones, Video Calls und Textnachrichten sind nicht für alle älteren Menschen eine Selbstverständlichkeit (Symbolbild: Getty Images)

Manuel Lucio Dallo besucht seine Großmutter sehr oft, doch ihren anderen Enkeln, die weiter entfernt leben, ist dies in der Corona-Pandemie nicht möglich. Auch die telefonische Kommunikation erweist sich als schwierig, da Dallos 96-jährige Großmutter - die in seinen Worten "beste Oma der Welt" - ein schlechtes Gehör hat, und Smartphones mit ihren Messenger-Diensten sind für die Dame wie für viele ältere Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. 

Doch glücklicherweise ist Dallo Software-Ingenieur und fand eine kreative Lösung für das Problem. Er erfand das "Yayagram" - ein Kommunikationsapparat, den er auf Twitter vorstellte. 

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Hallo, Welt! Ich will ein selbstgebautes Gerät namens Yayagram mit euch teilen - eine Maschine, die euren älteren Verwandten hilft, mit ihren Enkeln zu kommunizieren.

Das Yaya im Namen steht für den kastilischen Kosenamen, den er für seine Großmutter verwendet, und das Gram bezieht sich auf die Messenger-App Telegram, die sein Gerät nutzt.  

Digitale Sprachnachricht für den Enkel, gedrucktes Telegramm für die Oma

Das Yayagram hat zwei Funktionen, wie Dallo auf Twitter erläutert: Es kann per Knopfdruck Sprachnachrichten senden, die der Empfänger dann via Telegram auf seinem Smartphone erhält. Zudem kann es Sprachnachrichten auch erhalten und schriftlich auf Thermalpapier ausdrucken. Wie ein kleiner Kassenzettel kommt die Nachricht direkt aus dem kleinen, schwarzen Kasten, wo Dallos Oma sie nur noch abreißen und lesen muss. 

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Wenn sie selbst eine Nachricht verschicken muss, geht dies über eine altmodische Stecker- und Buchsenverbindung, bei der jede Buchse bereits mit dem Namen eines Enkels versehen ist. Hat sie den Stecker korrekt gesetzt, muss sie nur noch auf den roten Knopf drücken und ihre Nachricht ins Mikrofon sprechen. 

Der Erfinder will die Anleitung jedem zur Verfügung stellen

So simpel der Apparat zu verwenden ist und von außen anmutet, so kompliziert sieht es im Inneren aus. Das "Gehirn" seines Projekts sei ein Rasperry Pi 4, wie Dallo sagt. In vielen weiteren Tweets erläutert er, wie er die verschiedenen Verbindungen, den Thermaldrucker und weitere Bestandteile verbaut hat. Demnächst will er eine detaillierte Anleitung und seinen Programmcode zur Verfügung stellen, damit jeder, der möchte, das Yayagram nachbauen kann. 

In einem weiteren Post zeigte er außerdem, wie seine "Yaya" das Gerät selbst benutzte und schnell meisterte. 

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In den mehr als Tausend Kommentaren herrscht Begeisterung über die liebevolle und kreative Idee des Ingenieurs. "Meine Eltern sind fast 90 und würden das sofort verstehen. Ich kann nicht genug ausdrücken, wie durchdacht und fürsorglich das ist", schrieb ein User. "Was für ein tolles Projekt und Mischung aus digital und analog", lobte ein weiterer. "Ich würde für sowas bezahlen", sagte jemand, dessen Mutter Parkinson hat und deswegen Probleme hat, Textnachrichten zu erstellen. 

Viele weitere schlugen dem Erfinder vor, sein Projekt über eine Kickstarter-Finanzierung auf den Markt zu bringen. Auf diese Nachrichten hat Dallo bislang nicht reagiert - bis auf Weiteres müssen Interessierte den Apparat also selbst nachbauen.

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