Corona-Virus: Chinesische regierungsnahe Quellen teilen Falschinformationen

Wo alles begann: In diesem Foto, das von einer chinesischen Nachrichtenagentur herausgegeben wurde, spricht der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang mit medizinischem Personal vor einem Krankenhaus in Wuhan. Foto: Li Tao / Xinhua via AP

Die chinesische Regierung will in Wuhan, wo das Corona-Virus erstmals ausgebrochen ist, ein Krankenhaus errichten lassen – in nur wenigen Tagen. Doch ob sich der ehrgeizige Plan umsetzen lässt, scheint fraglich. Denn am Montag haben regierungsnahe Medien ein gefälschtes Bild geteilt, das angeblich das erste fertiggestellte Krankenhaus-Gebäude zeigen soll. In Wahrheit handelte es sich um ein Apartment-Gebäude, das hunderte Kilometer entfernt zum Verkauf steht.

Das Coronavirus breitet sich aus. Gefährlich ist aber nicht nur die Infektionskrankheit selbst, sondern auch unzählige Falschinformationen, die online über das Virus kursieren. Wie „Buzzfeed“ aufgedeckt hat, gehen manche dieser Falschinformationen auf chinesische regierungsnahe Quellen zurück. Getätigt wurden sie im Kontext eines Krankenhauses, das die chinesische Regierung momentan in der Stadt Wuhan bauen lässt.

In Wuhan wurden die ersten Fälle gemeldet, die Bürgerinnen und Bürger stehen mittlerweile unter Quarantäne und dürfen das Stadtgebiet nicht verlassen. Das neue Krankenhaus, das Berichten zufolge zwischen 1000 und 1500 Betten haben soll, soll in nur wenigen Tagen entstehen. Über den Fortschritt des ehrgeizigen Bauvorhabens aber verbreiteten regierungsnahe Medien am Montag gefälschte Bilder.

Das Foto zeigt kein Krankenhaus

Darunter die staatsnahen Medien „People’s Daily“ und „Global Times“, aber auch der chinesische Diplomat Lijian Zhao, der für das Außenministerium arbeitet. Sie teilten entweder das angebliche Beweis-Foto oder die Information, dass das erste Gebäude des Krankenhauses bereits fertiggestellt sei.

Doch eine Bildersuche deckte auf, dass es sich bei dem verbreiteten Foto eines weißen Gebäudes nicht um einen Krankenhaustrakt, sondern in Wahrheit um ein Apartment-Gebäude handelt, das knapp 1.000 Kilometer entfernt in der chinesischen Stadt Qingdao zum Verkauf steht. Dahinter steckt wohl die Absicht der chinesischen Regierung, sich als schnell und tatkräftig in Zeiten der Krise zu präsentieren.

Was zunächst auch gelang: Das falsche Bild der chinesischen Medien und die damit verbundene Erzählung über den schnellen Bau wurden auch von zahlreichen internationalen Medien aufgegriffen und verbreitet. Wie weit der Bau tatsächlich fortgeschritten ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher feststellen.

Zahlreiche Falschmeldungen in sozialen Netzwerken

Seit dem Ausbruch des Coronavirus grassieren vor allem in sozialen Netzwerken zahlreiche Falschmeldungen, Lügen und politisch motivierte Inhalte. Darunter finden sich Verschwörungstheorien über ein Patent auf das Virus (in Wahrheit besteht eines auf die Entwicklung von Impfungen), aber auch falsche Zahlen zu Infektionen (in Deutschland gibt es momentan einen bestätigten Fall) und nicht verifizierte Videos, die angeblich aus dem Infektionsgebiet stammen.

Unabhängige Informationen und was Sie beachten sollten

Unabhängige Informationen zu den Fallzahlen gibt es hingegen auf folgenden Seiten:

Dort steht etwa: „Die Gefahr für die deutsche Bevölkerung durch das neuartige Coronavirus ist gering. Mit einem Import einzelner Fälle nach Deutschland muss jedoch gerechnet werden. Um eine Weiterverbreitung in Deutschland zu verhindern, ist es wichtig, diese Fälle früh zu erkennen, sie zu isolieren und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten.“

  • Über die grundsätzliche Gefährlichkeit des Virus schreibt Mimikama unter Verwendung öffentlicher Quellen:

„Das Virus wird nicht als potentiell tödlich eingestuft. Ähnlich wie bei der Grippe ist es aber potentiell gefährlich für ältere und kranke Menschen. Die tödlichen Verläufe haben sich, laut Berichten, immer dann ergeben, wenn Vorerkrankungen im Spiel waren.“

  • Tipps zum Schutz gibt zudem die BZgA:

„Um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten der Atemwege zu vermeiden, sollten ganz besonders in Regionen mit Erkrankungsfällen durch das neuartige Coronavirus gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten eingehalten werden. Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten.“