Coronavirus: Keinen Ellenbogengruß mehr

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation hat auf Twitter empfohlen, bei einer Begrüßung den oder die Gegenüber nicht mehr mit dem Ellenbogen zu berühren. Es gilt: ein Meter Sicherheitsabstand. Denn das Coronavirus überträgt sich vor allem über Tröpfcheninfektion.

Vor einer Woche zeigte Jens Spahn (Mitte), Bundesminister für Gesundheit, dem CSU-Politiker Christian Schmidt (rechts) die Ellenbogenbegrüßung. Die WHO empfiehlt jetzt aber, jeglichen Körperkontakt mit anderen Menschen bei der Begrüßung zu vermeiden. Foto: Michael Kappeler / dpa

Kein Händeschütteln und kein Umarmen: Weil sich das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 weiter ausbreitet, wird schon länger vor diesen beiden Begrüßungen gewarnt. Jetzt empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch die letzte Form des Körperkontakts, den Ellenbogengruß, zu vermeiden. Dabei berühren sich zwei Menschen sachte und mit angewinkelten Armen an ihren Ellenbogen.

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Nicht näher als einen Meter

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der WHO, schrieb beim Kurznachrichtendienst Twitter:

„Wenn Sie sich unwohl fühlen, bleiben Sie zu Hause. Fühlen sich Ihre Freunde und Verwandte unwohl, besuchen Sie sie nicht, vor allem dann nicht, wenn sie in einem Altenheim oder in einer Pflegeeinrichtung untergebracht sind. Sie können jederzeit anrufen oder digital kommunizieren. Wenn Sie andere Menschen begrüßen, vermeiden Sie besser den Ellenbogengruß, weil Sie dadurch auf weniger als einen Meter herantreten. Ich lege zurzeit meine Hand aufs Herz, wenn ich Menschen begrüße.“

Der Tweet Ghebreyesus war Teil einer Reihe von Empfehlungen, mit denen jeder Mensch in seinem privaten Umfeld gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorgehen kann. Etwa, wie man sich richtig die Hände wäscht.

Oder dass es wichtig ist, die eigenen Abwehrkräfte zu stärken. Durch einen Spaziergang an der frischen Luft oder eine Radtour mit Freunden und Familie. Wer nicht nach draußen gehen könne, solle vielleicht „Yoga oder Tai Chi zuhause ausprobieren“.

100.000 bestätigte Infektionen

Anlass für die Hygiene-Empfehlungen war vermutlich, dass die WHO am Samstag einen Bericht veröffentlichte, wonach die bestätigte Zahl der global Infizierten über 100.000 gestiegen ist. Darin steht aber auch, dass China und andere Länder vorgemacht hätten, wie eine Corona-Ausbreitung signifikant verlangsamt gemacht werden könne: durch den Einsatz von Eindämmungs- und Kontrollmaßnahmen. Diese betreffen aber vor allem öffentliche Einrichtungen, wie Gesundheitsämter und Krankenhäuser, aber auch Unternehmen und deren Umgang mit der aktuellen Situation.

So heißt es weiter in dem Bericht: „Wir müssen die Auswirkungen von Corona bei jeder sich bietenden Gelegenheit verlangsamen, begrenzen, stoppen, kontrollieren und reduzieren. Jeder einzelne Mensch kann beitragen und hat die Möglichkeit, sich selbst oder andere zu schützen, ob zuhause oder in der Gemeinschaft, ob im Gesundheitssystem oder im Öffentlichen Personennahverkehr.“

Tipps dazu gibt das hierzulande verantwortliche Robert-Koch-Institut:

Privater Bereich und Öffentlichkeit

  • zu Hause bleiben, wann immer möglich; Zimmer regelmäßig lüften

  • nicht notwendige Reisen absagen oder verschieben

  • möglichst nur für Versorgungsgänge rausgehen; Abstand von ein bis zwei Meter zu anderen Personen halten

  • private Kontakte auf das Notwendigste reduzieren, beziehungsweise Möglichkeiten ohne direkten/persönlichen Kontakt nutzen (Telefon, Internet)

  • Risikogruppen durch Familien- und Nachbarschaftshilfe versorgen; aktiv Hilfsangebote machen

  • Umgang mit Erkrankten im Haushalt festlegen (Schlafen und Aufenthalt in getrennten Zimmern; Mahlzeiten getrennt einnehmen; räumliche Trennung von Geschwisterkindern)

  • gemeinschaftliche Treffen/Aktivitäten absagen (Vereine, Sportgruppen, größere private Feiern)

  • enge Begrüßungsrituale vermeiden (Küsschen, Händeschütteln)