Coronavirus: Wie entwickelt sich die Nachfrage bei den Discountern?

Johannes Giesler
Freier Autor

Wie steht es um die Versorgungssicherheit in Deutschland? Eine Umfrage unter den größten Supermarkt-Ketten des Landes zeigt: Die Lage ist entspannt.

Die Supermärkte vermelden: Kaum Hamsterkäufe in Deutschland wegen Corona. (Symbolbild: gettyimages / Jacobs Stock Photography Ltd)

Hamsterkäufe: Sie treiben Menschen gern vor Feiertagen oder verlängerten Wochenenden in die Supermärkte und entlassen sie im Anschluss mit unnötig überfüllten Einkaufswagen. Doch zurzeit ist der Grund ein anderer: die Angst vor dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und einer drohenden Pandemie. Tatsächlich spüren Händler und Händlerinnen eine leicht erhöhte Nachfrage nach bestimmten Produkten. Die Website Watson Deutschland hat dazu eine Umfrage unter den größten Supermärkten durchgeführt. Die erhaltenen Antworten ähneln sich dabei weitgehend.

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Beim Discounter Lidl ist die Nachfrage regional unterschiedlich. Eine Sprecherin sagt: „In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir deutlich erhöhte Abverkäufe.“ Dabei handle es sich vor allem um Artikel aus dem Trockensortiment und Hygienebereich. Um welche Produkte und Regionen es sich genau handelt, teilt das Unternehmen nicht mit. Nur, dass alles darangesetzt werde, die Warenversorgung sicherzustellen und nachgefragte Produkte zu „bevorraten“.

Viel Unternehmens-Sprech, wenig Inhalt

Ähnlich lautet die Antwort bei Aldi Süd: „Wir registrieren in unseren Filialen eine verstärkte Nachfrage nach Produkten in bestimmten Warengruppen wie beispielsweise haltbare Lebensmittel. Wir sind darauf vorbereitet und erhöhen entsprechend unsere Lagerbestände.“ Der Discounter spüre zudem, dass aufgrund des Corona-Ausbruchs viele Produktionsbänder in China still stünden. Es sei absehbar, dass die Liefermenge einiger Artikel aus China zum Verkaufsstart in Deutschland reduziert sein würde. Der Discounter wirbt deshalb für Verständnis bei Kundinnen und Kunden.

Das Schwester-Unternehmen Aldi Nord hingegen betont, dass die „Versorgungssicherheit sichergestellt“ und Lieferengpässe für Lebensmittel und Hygieneartikel ausgeschlossen seien. Der Discounter verweist zudem auf die Bemühungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie Kunden und Kundinnen durch ein „existierendes Qualitätssicherungskonzept“ zu schützen, dessen Einhaltung regelmäßig „kontrolliert, überprüft und aktualisiert“ wird.

Nur manche Produktgruppen sind betroffen

Eine „auffällige Nachfrageverstärkung“ spüren Kaufland und die Rewe-Group nicht: Beide teilen mit, dass bei der Verfügbarkeit im Sortiment keine Einschränkungen bekannt sind. Man beobachte aber die Ausbreitung des Corona-Virus sehr genau und befinde sich in ständigem Kontakt zu „sicherheitsrelevanten Behörden wie dem Robert-Koch-Institut, der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und dem Auswärtigen Amt.“

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Der Drogeriemarkt-Führer DM wiederum berichtet von steigenden Nachfragen, allerdings in einer speziellen Produktgruppe: Hygieneartikel. Betroffen sind Desinfektionssprays, Tücher, Gele. Dazu sei der Mundschutz einer bestimmten Marke „nahezu nicht mehr verfügbar“.  

Das sollten Sie im Haus haben – unabhängig vom Corona-Virus

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet auf der eigenen Webseite eine überschaubare Liste an Produkten, die eine Empfehlung sind für Notfälle. Konkret: Um für 14 Tage gut gerüstet zu sein, ganz ohne das Haus zu verlassen. Die Liste hat dabei nichts mit dem Coronavirus zu tun, im Gegenteil. Die Idee hinter der Liste ist, die Produkte für den Fall der Fälle vorrätig zu haben, um dadurch die nationalen Versorgungsnetze zu entlasten – weil man selbst vorgesorgt hat.

Pro Person lautet die empfohlene Kalorienzufuhr 2200 Kilokalorien. Die ist sichergestellt mit folgenden Produkten:

  • Getränke (28 Liter), bevorzugt Wasser

  • Getreide (-produkte), Brot, Kartoffeln und Reis (4,9 kg)

  • Gemüse und Hülsenfrüchte (5,6 kg)

  • Obst und Nüsse (3,6 kg), vor allem eingemacht

  • Milch (-produkte) (3,7 kg), haltbare Varianten

  • Fisch, Fleisch, Eier (2,1 kg), idealerweise gekühlt oder eingefroren

  • Fette und Öle (0,5 kg)

  • weitere Lebensmittel nach Belieben

Was Behörden und Expertinnen und Experten jetzt empfehlen

Wer sich zudem noch über die Implikationen der Gesundheitsvorsorge informieren möchte, kann das bei der Faktensammlung des Science-Media-Centers tun. Darin finden sich Empfehlungen, wie sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung der eigenen Person verringert, welche Bedürfnisse im Haushalt sichergestellt und wie gesellschaftliche Einschränkungen gemeinsam bewältigt werden können.

Coronavirus: Alle aktuellen Informationen gibt’s hier