Mittel gegen Einsamkeit: Diese App ist plötzlich der Hit

Johannes Giesler
Freier Autor

Gerade mal Platz für acht Personen ist auf der Houseparty der gleichnamigen App. Doch, und das ist so besonders daran, die müssen nicht eingeladen sein, um einfach aufzutauchen.

Mit der App Houseparty können bis zu acht Personen, die sich vielleicht nur um einige Ecken kennen, gemeinsam feiern, spielen oder einfach nur reden. Foto: Houseparty

Was eine Hausparty besonders macht: neuen Menschen begegnen. Oft hat jemand noch irgendwen im Schlepptau, hat der noch die getroffen und einfach mitgebracht oder sie von oben drüber wollte eigentlich nur kurz vorbeischauen und ist jetzt aber in ein Gespräch vertieft, das vielleicht so begonnen hat: „Ich? Ich kenne den, na du weißt schon, der mit Dings immer donnerstags Yoga macht. Und du?“ Wer während der Coronavirus-Pandemie und dem deshalb verordneten Kontaktverbot nicht auf solche Momente verzichten möchte, kann jetzt eine virtuelle Houseparty schmeißen oder crashen – mit der gleichnamigen App.

Einfach auf die Party schleichen

Im Kern handelt es ich dabei um einen Videotelefonie-Dienst, wie viele andere auch, die sich derzeit großer Beliebtheit erfreuen: Skype, Zoom oder Facetime. Doch im Gegensatz zu den klassischen Varianten, in denen Freunde, Familie und Verwandte ausgewählt und angerufen werden, kann bei Houseparty jeder Kontakt eines Kontakts jederzeit in ein laufendes Gespräch einsteigen. So kann eine virtuelle Party entstehen, bunt gemischt, mit geladenen und ungeladenen Gästen. Aber es soll dennoch intim bleiben, die App erlaubt maximal acht Party-People.

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Die App zeigt dazu verschiedene Auswahlmöglichkeiten: Wer ist gerade „in the House“, also bereits auf einer Party, wer ist „online“ und wer ist „around“ – bereit für ein Gespräch. Es gibt auch die Möglichkeit, keine Gesprächs-Aufforderung vorab zu schicken, sondern sich einfach auf eine Party zu schleichen, ohne dass die Gäste benachrichtigt werden: „Sneak into the house“.

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Jede Ablenkung ist willkommen

Jede Party kann aber auch privat, „locked“, stattfinden, dann kommt niemand unangekündigt zur Tür herein. Wie Junkee berichtet, hat die App dazu noch vorinstallierte Spielmöglichkeiten. Es gibt ein Trivia-Quiz oder ein Zeichenspiel „Quick Draw“. Wie bei allen Apps warnt Junkee vor den „gewöhnlichen Risiken“, die jedem und jeder bewusst sein sollten: Mit Benutzung werden die persönlichen Kontakte und privaten Daten mit einem Unternehmen geteilt.

Neu ist Houseparty übrigens nicht. Es gibt die App schon mehrere Jahre, sie ist auf Android, iOS und macOS erhältlich. Laut Bild gehört die App seit vergangenem Jahr dem Entwickler Epic Games, der auch für Fortnite verantwortlich ist.

Doch sie erfreut sich derzeit schnell steigender Beliebtheit. In diesen Zeiten kann jede Ablenkung und jedes neue Gadget helfen, das „Social Distancing“ – wenn auch nur kurz – zu vergessen. Dann aber wenigstens für ein lustiges fünf-Minuten-Quiz mit ein paar mehr oder weniger gut bekannten Freunden.