Coronavirus: 'Riech-Kurse' für ehemalige Covid-Patienten

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Der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns ist neben hohem Fieber und einem hartnäckigen Husten eines der häufigsten Symptome einer Covid-Erkrankung. Während die Fähigkeit zu riechen und zu schmecken bei den meisten Patienten nach Abklingen der Krankheit von selbst zurückkehrt, leiden andere noch monatelang weiter. Bislang wurden die hartnäckigen Symptome mit Steroiden behandelt.

Doch Forscher der University of East Anglia's Norwich Medical School glauben, dass es einen besseren Weg gibt. Sie sind überzeugt, dass sich die Nase zu alter Form zurück trainieren lässt.

In der Regel erlangen Covid-Patienten ihren Geruchs- und Geschmackssinn rund sechs Wochen nach der Krankheit zurück. Doch in immerhin rund 20 Prozent aller Fälle handelt es sich um ein langfristiges Problem. Wissenschaftler sind überzeugt, dass es sich überwinden lässt und schlagen einen 'Riech-Kurs' vor.

Dabei handelt es sich zwar keinesfalls um eine schnelle Lösung - der Prozess dauert mehrere Monate - doch sie sei sanfter und zudem effektiver als Steroide oder Kortikoide, wie sie Asthma-Patienten verschrieben werden. Diese können starke Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen oder Bluthochdruck haben.

Und wie läuft ein 'Riech-Kurs' ab, der das Gehirn wieder fitmachen soll für Duftnoten? Teilnehmer sollen mehrmals am Tag an geruchsintensiven Objekten wie Orangen, Minze oder Knoblauch schnüffeln und ihr Gehirn so an die Wahrnehmung der Düfte gewöhnen.

Studienleiter Professor Carl Philpott lehnt Kortikoide bei der Behandlung der Langzeitsymptome ab. Sie hätten nicht nur starke Nebenwirkungen, sondern würden auch nicht sonderlich gut helfen. Der 'Riech-Kurs' sei hingegen der beste Weg zurück zu einer guten Nase.

Er basiere auf Neuroplastizität - damit wird die Fähigkeit des Gehirns bezeichnet, sich neu auszurichten und Sinnesverluste zu kompensieren.