Coronavirus SARS-CoV-2: Die aktuellen Informationen im Liveblog

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Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Yahoo-Liveblog. (Bild: Getty Images)

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit: Über 4,1 Millionen Infizierte (Todesfälle: über 282.700; genesen: über 1,4 Millionen) - Quelle für alle Zahlen in diesem Abschnitt: Johns Hopkins University

  • Bestätigte Fälle in Deutschland: Über 171.800 (Todesfälle: über 7500; genesen: 145.600)

  • Am schwersten betroffen sind die USA mit über 1,3 Millionen Infizierten (Todesfälle: über 79.500; genesen: über 216.100)

  • Protest gegen Corona-Regeln: Sorge vor Radikalisierung

Corona weltweit (dpa)

+++ Kommentar: Das ist die Hitliste der Corona-Spinner vom Wochenende +++

(11.05.2020, 13:06 Uhr)

Es war ein echtes Coming Out: An diesem Wochenende offenbarten eine Menge Bürger ihren Hang zu komischem Verhalten.

Hier die Hitliste der Top Five.

Die Corona-Proteste nehmen teils bizarre Dimensionen an (Bild: Reuters/Christian Mang)

+++ Bahn-Betriebsrat: Finanzielle Grundlage für Unternehmen sichern +++

(11.05.2020, 12:56 Uhr)

Der Bund muss aus Sicht der Mitarbeitervertretung der Deutschen Bahn den Staatskonzern in der Corona-Krise finanziell über Wasser halten. Der Eigentümer müsse eine Finanzierung bereitstellen, die den laufenden Betrieb und die laufenden Investitionsprogramme sichere, forderte der Konzernbetriebsrat am Montag. Die Mitarbeiter hielten mit hohem persönlichen Einsatz den Betrieb aufrecht, hob der Vorsitzende Jens Schwarz hervor. “Die Folgen der Corona-Krise dürfen nicht auf den Rücken der Kolleginnen und Kollegen ausgetragen werden.”

Am Montag war bekannt geworden, dass der Bund eine milliardenschwere Kapitalhilfe für die Bahn plant. Im Gegenzug müsse die Bahn aber beim Personal- und Sachaufwand Milliarden einsparen, um die Hälfte des Finanzbedarfs zu erbringen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft hatte dies am Wochenende abgelehnt. Schwarz sagte: “Deutschland braucht eine wirtschaftlich zukunftsfähige und leistungsstarke Deutsche Bahn.” Die Bundesregierung müsse daher eine dauerhafte und nachhaltige finanzielle Grundlage für das Unternehmen zusichern. (dpa)

+++ Schweiz wagt zweiten Schritt im Lockerungs-Fahrplan +++

(11.05.2020, 12:54 Uhr)

In der Schweiz haben seit Montag alle Geschäfte sowie Restaurants wieder geöffnet. In den Lokalen dürfen nur vier Gäste an einem Tisch sitzen. Ausnahmen gelten für Familien mit Kindern. Die Gäste können auf freiwilliger Basis ihre Personalien angeben, um im Fall eines positiven Coronatests mögliche Kontaktpersonen leichter finden zu können.

Im zweiten Schritt des Lockerungs-Fahrplans in der Corona-Krise begann auch für viele Schüler der Unterricht wieder. Außerdem wurden Museen, Bibliotheken und Fitnesscenter wieder geöffnet. Überall gelten Schutzmaßnahmen wie Mindestabstand.

Auch der öffentliche Verkehr fuhr am Montag wieder weitgehend nach Normalfahrplan. Viele Züge waren nach Angaben der Nachrichtenagentur Keystone-SDA aber nur mäßig ausgelastet. Die Abstandsregeln konnten dadurch problemlos eingehalten werden. In den Zügen und im Bahnhof trugen Passagiere nur vereinzelt Schutzmasken.

Vorerst geschlossen bleiben Zoos, botanische Gärten und Schwimmbäder sowie Theater, Kinos, Kirchen und Bergbahnen. Weitere Lockerungen sind ab dem 8. Juni geplant - je nachdem, wie sich die Ansteckungszahlen und Erkrankungen mit Covid-19 nach diesem zweiten Schritt entwickeln. (dpa)

+++ Hochschulverband fordert Corona-Bonus bei schlechtem Abiturergebnis +++

(11.05.2020, 12:53 Uhr)

Der Deutsche Hochschulverband fordert einen Noten-Bonus für den Fall, dass das diesjährige Abitur infolge der Corona-Krise schlechter ausfallen sollte als im Durchschnitt der letzten Jahre. “Für den Abiturjahrgang 2020 darf kein Nachteil entstehen”, sagte Verbandspräsident Bernhard Kempen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Man müsse die besonderen Bedingungen berücksichtigen, unter denen das Abitur in diesem Jahr stattfinde. Das Coronavirus dürfe nicht den Lebenslauf eines ganzen Jahrgangs abwerten.

“Sollten die Leistungen der Schüler am Ende signifikant schlechter ausfallen als im Durchschnitt der letzten Jahre, dann erwarte ich einen Nachteilsausgleich”, sagte Kempen. “Alles andere wäre ungerecht.” Sollten zum Beispiel die Abiturnoten 2020 im Schnitt 0,4 oder 0,5 Punkte schlechter sein, müssten die Schüler einen Bonus bekommen. Dazu sei es nicht nötig, die Abitur-Zeugnisse zu ändern. “Denkbar wäre zum Beispiel, dass die Hochschulen bei den zulassungsbeschränkten Fächern einen angemessenen Bonus gewähren.” Dazu müssten sich die Länder und die Hochschulrektoren auf eine bundesweit einheitliche Regelung einigen.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), sprach sich gegen einen Noten-Bonus aus. “Ich halte das nicht für den richtigen Weg”, sagte sie RTL und ntv in der Sendung “Frühstart”. Die SPD-Politikerin forderte aber von Schulen, keinen Stoff abzufragen, der eigentlich für die Zeit geplant war, in der nun Fernunterricht stattgefunden habe. (dpa)

+++ Hirschhausen rät in Corona-Krise zu “radikaler Akzeptanz” +++

(11.05.2020, 12:43 Uhr)

Der Arzt, Kabarettist und Moderator Eckart von Hirschhausen empfiehlt, nicht mit den coronabedingten Einschränkungen zu hadern. “Man sollte sich sagen: Ich bin freiwillig zu Hause, weil ich das für sinnvoll halte und damit andere Menschen schütze. Und ich versuche, das Beste daraus zu machen”, sagte der 52-Jährige der dpa. “Es klingt fast buddhistisch, aber der beste Trick ist: radikale Akzeptanz.” Je mehr psychische Energie wir damit vertrödelten, der Realität vorzuwerfen, dass wir uns das Ganze anders vorgestellt hätten, desto anstrengender werde es.

Die Bundesregierung sei bisher nicht konsequent genug gegen Verschwörungstheorien und Falschinformationen vorgegangen, kritisierte der TV-Moderator. “Ich erlebe zwei Welten – eine offizielle und eine komplette Parallelwelt in den sozialen Medien.” Dies sei enorm gefährlich, weil sich psychologisch jeder die Informationen suche, die zu seiner Weltsicht passten. Es gebe eine Verstärkung und Verzerrung zugunsten von Hass, Hysterie und Populismus, beobachtet von Hirschhausen. “Von Menschen, die ich eigentlich für vernünftig gehalten habe, bekomme ich Videos weitergeleitet mit den krudesten Typen und Botschaften.” (dpa)

+++ Südkorea versucht neue Corona-Infektionswelle zu verhindern +++

(11.05.2020, 12:28 Uhr)

Nach der alarmierenden Häufung von Corona-Infektionen unter Bar- und Diskotheken-Besuchern in der Millionenmetropole Seoul versuchen die südkoreanischen Behörden mit Hochdruck, eine erneute Infektionswelle im Land zu verhindern. Am Montag teilten die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention mit, dass am Vortag 35 Neuinfektionen erfasst worden seien. Das war der höchste Tagesanstieg seit vier Wochen. Die Gesamtzahl kletterte auf 10.909. Die meisten Neuansteckungen wurden in Verbindung mit einem Ausbruch in Clubs im beliebten Ausgehviertel Itaewon in der Hauptstadt in Verbindung gebracht.

Die oberste Priorität sei nun, eine Verbreitung von Infektionen in der größeren Umgebung von Seoul gering zu halten, sagte Premierminister Chung Sye Kyun. Bis zum Nachmittag wurden den Angaben zufolge 86 Infektionsfälle mit nächtlichen Clubbesuchern in Itaewon oder Kontaktpersonen in Verbindung gebracht.

Die Stadt wolle 5517 Menschen ausfindig machen, die zwischen dem 27. April und dem 8. Mai verschiedene Clubs in Itaewon besucht hätten, sagte eine Sprecherin des Büros von Bürgermeister Park Won Soon. Bisher seien mehr als 3000 Personen auf Sars-CoV-2 getestet worden, die entweder selbst die Clubs besucht hätten oder mit ihnen Kontakt gehabt hätten. Um die übrigen Personen auf der Liste zu finden, prüfen die Behörden Kreditkartentransaktionen, Smartphonedaten und werten Videos von Überwachungskameras aus.

Ausgangspunkt für die Aktion war der positive Test bei einem jungen Mann, der bereits infiziert war, als er in der Nacht zum 2. Mai mindestens fünf Nachtclubs und Bars in Itaewon besucht hatte. Die Behörden schätzen, dass zu diesem Zeitpunkt mehr als 1500 Menschen die betroffenen Einrichtungen besuchten. Die Stadt hatte am Wochenende sämtliche Clubs und Diskotheken in Seoul vorläufig schließen lassen. (dpa)

+++ Lockerungen in Paris: Kein Verkehrschaos, aber volle Bahnsteige +++

(11.05.2020, 12:28 Uhr)

Am ersten Morgen nach dem Ende der strengen Ausgangsbeschränkungen ist in Paris ein größeres Verkehrschaos ausgeblieben - allerdings war es auf einigen Bahnsteigen sehr voll. Auf der Linie 13 seien Montagfrüh nach einem technischen Zwischenfall viele Menschen unterwegs gewesen - ebenso zeitweise am Bahnhof Saint-Lazare, sagte die Präsidentin der Pariser Nahverkehrsgesellschaft, Catherine Guillouard. Die Lage habe sich aber schnell entspannt. Am frühen Morgen war es besonders auf den Bahnsteigen der Vorstadtzüge RER sehr voll und es kam zu Gedränge, wie Bilder zeigten.

Sicherheitspersonal kontrollierte, ob die ab Montag geltende Maskenpflicht eingehalten wird. Ganz vereinzelt liefen Menschen ohne Schutzmaske herum - sie wurden direkt angesprochen. Der Verkehrsdienst Sytadin registrierte auf den Straßen deutlich weniger Staus als normalerweise.

Frankreich hat am Montag mit der schrittweisen Lockerung der strengen Ausgangsbeschränkungen begonnen, die seit Mitte März galten. Die Menschen dürfen nun wieder ohne Passierschein vor die Tür. Frankreich ist von der Coronavirus-Krise hart betroffen, mehr als 26.000 Menschen sind bisher gestorben. (dpa)

+++ Corona-Urteil in NRW: Schwangere Asylsuchende muss nicht in Flüchtlingsheim wohnen +++

(11.05.2020, 12:23 Uhr)

Das Land Nordrhein-Westfalen darf eine schwangere Asylsuchende und ihren Ehemann in der Corona-Krise nicht länger dazu verpflichten, in einer Gemeinschaftsunterkunft in Rheine zu wohnen. Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Münster ist der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus in der Zentralen Unterbringungseinrichtung derzeit nicht gewährleistet.

Das Paar hatte beklagt, dass wegen der beengten Wohnverhältnisse die Einhaltung des gebotenen Mindestabstands nicht möglich sei. Außerdem müssten die beiden sich Sanitäranlagen mit anderen Bewohnern teilen und es würden Reinigungsmittel fehlen. Laut Gericht konnte die Bezirksregierung Arnsberg nicht überzeugend darlegen, dass der Schutz in der Einrichtung gegen eine Ansteckung ausreichend vorliegt. (dpa)

+++ Corona-Lockerungen in Teilen Spaniens +++

(11.05.2020, 12:18 Uhr)

Ein «Café con leche» im Straßencafé, Shoppen im Modegeschäft und ein Besuch im Museum: In Teilen Spaniens hat am Montag die nächste Stufe der Corona-Lockerungen begonnen. Zehn von insgesamt 17 «Autonomen Gemeinschaften» durften in die «Phase 1» des Deeskalationsplans vorrücken, darunter das Baskenland, Galicien, die Kanaren und die Balearen. So saßen auf Mallorca erstmals seit dem Beginn der strikten Ausgehsperre Mitte März wieder Menschen im Außenbereich von Bars zusammen - allerdings müssen die Tische einen Mindestabstand von zwei Metern haben, und die Kundenzahl ist begrenzt.

Auch die Kathedrale von Palma öffnete wieder für Gläubige. Ebenso wie in Museen und Läden ist die Zahl der Besucher auch in Kirchen auf ein Drittel beschränkt. Gleichzeitig sind - unter Einhaltung von Sicherheitsregeln - wieder private Zusammenkünfte von bis zu zehn Menschen erlaubt. Die Ausgehregeln gelten dennoch weiter: Sport und Spaziergänge zu zweit sind für Bürger im Alter zwischen 14 und 70 Jahren nur am Morgen und am Abend gestattet. Dazwischen gibt es Zeiträume zum Spazieren für ein Elternteil mit Kindern und für ältere Menschen.

Die Regeln seien ziemlich konfus, monieren viele im Land. «Ich darf etwa nur alleine mit meinem Kind spazieren gehen, aber nicht zu dritt mit meinem Lebensgefährten. Wenn wir aber in einer Bar ein Eis essen gehen, dann dürfen wir alle drei zusammen raus. Das macht ja irgendwie keinen Sinn», sagte eine Deutsche, die in Palma lebt.

Die besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Region Madrid verbleibt zunächst in der «Phase 0», in der lediglich die Ausgangsbeschränkungen leicht gelockert sind und kleine Geschäfte auf Terminbasis öffnen dürfen. In anderen Regionen, etwa Katalonien oder Valencia, sind Lockerungen nur in wenigen Gebieten erlaubt. Auch die Metropole Barcelona muss «nachsitzen».

Die linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez will mit einem Vier-Stufen-Plan das Land bis Ende Juni zu einer «neuen Normalität» führen. Jedoch sollen die Regionen bei den Lockerungen - je nach Lage - mit verschiedenen Geschwindigkeiten voranschreiten. (dpa)

+++ Corona-Brennpunkt Landkreis Greiz hält an Besuchsverbot fest +++

(11.05.2020, 12:08 Uhr)

Im besonders vom Coronavirus betroffenen Landkreis Greiz in Thüringen soll trotz geplanter landesweiter Lockerungen weiter ein Besuchsverbot in stationären Pflegeeinrichtungen bestehen. Das teilte eine Sprecherin des Landratsamts am Montag mit. Weitere Entscheidungen beim Vorgehen in der Pandemie sollen erst getroffen werden, nachdem eine spezielle Arbeitsgruppe des Gesundheitsministeriums am Dienstag Empfehlungen abgegeben hat.

In Thüringen soll am Mittwoch eine neue Corona-Verordnung in Kraft treten. Diese sieht bisher auch eine schrittweise Lockerung der bisherigen Besuchsverbote für stationäre Einrichtungen der Pflege und besondere Wohnformen für Menschen mit Behinderungen vor. (dpa)

+++ CDU-Präsidium will Konjunkturpaket für gesamte Wirtschaft +++

(11.05.2020, 12:06 Uhr)

Das CDU-Präsidium hat sich für ein «Gesamt-Konjunkturpaket» zur Stimulierung der wegen der Corona-Pandemie heruntergefahrenen deutschen Wirtschaft ausgesprochen. Die CDU sei sich einig, dass es nicht um Einzelmaßnahmen für bestimmte Branchen gehe, sondern um einen umfassenden Ansatz für die gesamte Wirtschaft, war am Montag nach einer Telefonschalte des Präsidiums aus der CDU zu hören. Mehrere Teilnehmer begrüßten demnach die Pläne der Bundesregierung für eine breit angelegte Stimulierung der Wirtschaft.

Autoindustrie und Auto-Länder fordern staatliche Anreize für die Branche. Bis Anfang Juni soll darüber entschieden werden, wurde bei einem «Autogipfel» von Bundesregierung und Branche vergangene Woche vereinbart. Aus der Koalition kamen kritische Stimmen, nach der Corona-Krise nur bestimmte Branchen zu unterstützen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte angekündigt, dass die Koalition Ende Mai oder Anfang Juni ein Konjunkturpaket auflegen wolle, um die Wirtschaft bei weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen anzukurbeln.

Im CDU-Präsidium hieß es nun, bei der Stimulierung der Wirtschaft gehe es nicht nur um Finanzhilfen, sondern auch um einen nachhaltigen strukturellen Ansatz, der schon vor Corona wichtig gewesen sei, etwa beschleunigte Verfahren oder erleichterte Genehmigungsverfahren. Bei staatlichen Finanzhilfen für Unternehmen lehne die CDU Einmischungen ins operative Geschäft dieser Firmen ab.

Das CDU-Präsidium sprach sich demnach weiter dafür aus, die Geschäftsmodelle und Arbeitsbedingungen von Schlachtbetrieben in Deutschland genauer anzuschauen. Die jetzige Situation sei so nicht akzeptabel, hieß es. (dpa)

+++ Weitere Länder erlauben Einkaufen in großen Geschäften +++

(11.05.2020, 12:02 Uhr)

In den meisten Bundesländern können Geschäfte und Kaufhäuser wieder ohne Größenbeschränkung öffnen. Am Montag fielen entsprechende Beschränkungen auch in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit Ausnahme des Kreises Coesfeld. Damit haben 13 von 16 Bundesländern die Obergrenze von 800 Quadratmetern abgeschafft, die für viele Geschäfte galt. Es gelten aber weiter Auflagen: So darf etwa je nach Bundesland nur ein Kunde je zehn oder zwanzig Quadratmeter Verkaufsfläche in die Läden.

Bundesweit durften in der Corona-Krise seit dem 20. April abgesehen von Ausnahmen zunächst Geschäfte wieder öffnen, deren Verkaufsfläche 800 Quadratmeter nicht überschreitet. Seit Anfang Mai haben Bundesländer diese Regelung nach und nach aufgehoben, zuletzt am Wochenende Berlin, Brandenburg, Hessen und Schleswig-Holstein.

Die Kunden kamen in der vergangenen Woche nur zögerlich zurück, wie eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland unter Ladeninhabern ergab. Gut die Hälfte von ihnen rechnete für die vergangene Woche nur mit höchstens 50 Prozent des Vorjahresumsatzes. «Insbesondere im Bekleidungseinzelhandel verläuft die Entwicklung in den wieder eröffneten Geschäften sehr schwach», hieß es von dem Verband.

In drei Bundesländern gilt die 800-Quadratmeter-Grenze noch: Bremen streicht sie zu Mittwoch und Sachsen zum kommenden Montag. In Hamburg ist es noch offen. (dpa)

+++ RKI: Nach Anstieg von R-Wert Entwicklung weiter beobachten +++

(11.05.2020, 12:02 Uhr)

Der Wiederanstieg der Reproduktionszahl über die kritische Marke von 1 erlaubt laut Robert Koch-Institut (RKI) noch keine weitergehenden Schlussfolgerungen zum Infektionsgeschehen in Deutschland. Es könne «weiterhin noch nicht bewertet werden, ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt», schreibt das Institut in seinem aktuellen Situationsbericht (Stand Sonntag 0.00 Uhr). Demzufolge wird R nun auf 1,13 geschätzt. Das RKI verweist auf statistische Schwankungen, die durch die insgesamt niedrigeren Zahlen verstärkt würden.

Noch vergangene Woche hatte das RKI den R-Wert auf unter 1 geschätzt, im Bericht vom Freitag auf 0,83. In der Samstagsausgabe stieg er dann auf 1,1. Bei dem Wert gibt das Institut immer auch eine Schwankungsbreite an. Der Anstieg des Wertes mache es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen «sehr aufmerksam zu beobachten», hieß es.

Die Zahl der neu ans RKI gemeldeten Corona-Fälle betrug laut aktuellem Situationsbericht 667 im Vergleich zum Vortag. Diese Zahl unterliegt aber starken Schwankungen - dabei spielt auch ein Meldeverzug am Wochenende eine Rolle.

Grundsätzlich ist die Reproduktionszahl R einer der zentralen Werte zur Beurteilung des Verlaufs einer Infektionswelle. Sie gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter in einem bestimmten Zeitraum im Durchschnitt ansteckt. Je niedriger R ist, desto besser. Liegt R unter 1, steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als einen anderen Menschen an - und die Epidemie läuft aus. Liegt R über 1, steckt ein Infizierter im Mittel mehr als einen anderen Menschen an - die Zahl der täglichen Neuinfektionen wird größer.

In den vergangenen Wochen sind nach und nach mehrere Maßnahmen zur Eindämmung von Sars-CoV-2 in den Bundesländern gelockert worden. (dpa)

+++ BKA-Chef: Verschwörungstheoretiker schwenken um auf Corona +++

(11.05.2020, 12:01 Uhr)

Verschwörungstheoretiker haben das Thema Coronavirus nach den Worten des Chefs des Bundeskriminalamts, Holger Münch, «dankend aufgenommen». In den ersten Wochen der Pandemie seien nicht unbedingt mehr solcher Inhalte kursiert, sagte Münch am Montag in Berlin - allerdings habe das Virus eine größere Rolle gespielt.

Mit dem Aufkommen von Demonstrationen hätten vor allem Akteure aus dem rechten Spektrum versucht, die Proteste des bürgerlichen Lagers, das von den Corona-Maßnahmen belastet sei, zu kapern, sagte Münch. «Die Wahrscheinlichkeit, dass das zu einem wirklich ernsthaften Problem werden kann, steigt mit der Abnahme der Akzeptanz der Maßnahmen einerseits oder der Frage, ob wir ein wirklich großes wirtschaftliches Problem gerade für viele Bundesbürger bekommen.»

Damit die Proteste kein Besorgnis erregendes Ausmaß annähmen, sei Aufklärung sehr wichtig, sowohl über das Coronavirus als auch über Möglichkeiten zu wirtschaftlicher Unterstützung, sagte Münch. Zwar sei die Unzufriedenheit noch nicht so groß wie in der Flüchtlingskrise. Er halte es aber für möglich, dass es eine ähnliche Entwicklung geben könne. (dpa)

+++ CDU-Spitze: Grenzöffnung mit Sicherheitsstandards wünschenswert +++

(11.05.2020, 11:59 Uhr)

In der CDU-Spitze wird eine zügige Öffnung der Grenzen zu den Nachbarländern als wünschenswert gesehen - bei gleichzeitigem Halten der Sicherheitsstandards. Man müsse wieder zu einer «Schengen-Normalität» der offenen Binnengrenzen in der Europäischen Union zurückkommen, hieß es am Montag aus der CDU nach einer Videoschalte des Parteipräsidiums. Die Sicherheitsstandards müssten allerdings eingehalten werden, wurde zugleich betont. Mehrere Ministerpräsidenten hätten in der Schalte über das Thema gesprochen. Dabei sei der Tenor für rasche Grenzöffnungen eindeutig gewesen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) war am Wochenende wegen der andauernden Grenzkontrollen infolge der Corona-Krise zunehmend unter Druck geraden. Unter anderen hatten der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), Saar-Regierungschef Tobias Hans (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) eine schnelle Öffnung gefordert. Aus dem Bundesinnenministerium hatte es jedoch geheißen, in der Bundesregierung bestehe Einvernehmen, die Kontrollen fortzusetzen - zunächst bis Freitag. Über das weitere Vorgehen soll in den nächsten Tagen entschieden werden.

Die Kontrollen an den sonst geöffneten Grenzen zu den Nachbarländern wurden Mitte März wieder eingeführt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen seither nur noch aus «triftigem Grund» kommen. Dazu gehören zum Beispiel Lkw-Fahrer, Angehörige medizinischer Berufe oder Berufspendler aus der Grenzregion. Inzwischen wurden schon mehr als 100 000 Einreisen verweigert. Vor allem die Bundesländer im Westen dringen auf ein sofortiges Ende. (dpa)

+++ Einkaufszentren und Friseure öffnen unter Corona-Auflagen in Türkei +++

(11.05.2020, 11:57 Uhr)

Nach knapp zwei Monaten Pause wegen der Corona-Pandemie eröffnen in der Türkei Friseure und Schönheitssalons wieder. Auch Einkaufszentren öffneten am Montag unter Auflagen wieder ihre Tore. Am Eingang wurde die Temperatur der Besucher gemessen und Kunden trugen Masken, wie auf Bildern des Staatssenders TRT zu sehen war. Die Anzahl der Besucher sei begrenzt, zudem erinnerten Lautsprecheransagen an die Einhaltung von Abstandsregeln. Vor einigen Einkaufszentren bildeten sich lange Schlangen, wie auf einem Video der Nachrichtenagentur DHA zu sehen war.

Auch Friseur- und Schönheitssalons unterlagen strengen Auflagen. Auf Bildern war zu sehen, wie Friseure Masken und Schutzschilder aus Plastik trugen. Kunden wurden aufgefordert, ihre eigenen Maniküre-Sets mitzubringen oder diese vor Ort zu kaufen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Anfang Mai eine schrittweise Lockerung der Corona-Maßnahmen verkündet. Reisebeschränkungen und Ausgangssperren übers Wochenende gelten nur noch in 24 statt zuvor in 31 Städten und Provinzen. Zudem durften Senioren ab 65 Jahren am Sonntag zum ersten Mal seit dem 21. März für mehrere Stunden vor die Tür. Auch eine weitgehende Ausgangssperre für unter 20-Jährige wurde gelockert.

Nach offiziellen Angaben wurden in der Türkei bislang rund 139 000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, von denen rund 92 700 wieder gesund sind. Rund 3800 Menschen sind demnach bislang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das Land mit seinen rund 83 Millionen Einwohnern hatte am 11. März den ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Insgesamt wurden rund 1,4 Millionen Tests durchgeführt. (dpa)

+++ Geschäfte in Dänemark wieder geöffnet +++

(11.05.2020, 11:49 Uhr)

Im deutschen Nachbarland Dänemark haben am Montag die Einzelhändler und Einkaufszentren wieder geöffnet. An vielen der in der Corona-Krise wochenlang geschlossenen Geschäfte in der Innenstadt von Kopenhagen hingen Warnhinweise, wonach Kunden mit Krankheitssymptomen wie Husten, Fieber und Atemwegsbeschwerden den Läden fernbleiben sollten. Andere hatten Schilder mit einer maximalen Kundenanzahl aufgehängt und Wachpersonal aufgestellt, das unter anderem auf ausreichenden Abstand unter den Kunden aufpassen sollte.

Ähnlich sollte es auch in anderen Landesteilen ablaufen. Der Leiter eines großen Einkaufszentrums in Herning rund 150 Kilometer nördlich von Flensburg sagte am Morgen im dänischen Radio, dass in seinem Zentrum Striche und Pfeile auf dem Boden angebracht worden seien, um eine Art Einbahnstraßenverkehr einzuführen und einen ausreichenden Abstand zwischen den Kunden zu gewährleisten.

Mit der Wiedereröffnung des gesamten Einzelhandels beginnt für die Dänen offiziell Phase zwei der Lockerungen der im März ergriffenen Corona-Maßnahmen. Bereits Mitte April waren die Tageseinrichtungen für Kinder sowie Schulen bis zur fünften Klasse geöffnet worden. In der zweiten Phase sollen unter bestimmten Richtlinien vom kommenden Montag an auch wieder Restaurants und Cafés sowie Kirchen und andere Gotteshäuser öffnen dürfen. Die sechsten bis zehnten Schulklassen nehmen dann ebenfalls ihren Unterricht wieder auf. Phase drei und vier starten dann am 8. Juni und im August. Wann Dänemark seine Grenzen für Reisende aus dem Ausland wieder öffnet, ist noch unklar. (dpa)

+++ Umfrage: Deutschland verliert in Italien an Ansehen +++

(11.05.2020, 11:47 Uhr)

Deutschland hat in Italien laut einer Umfrage in der Corona-Krise an Ansehen verloren. Nur noch 26 Prozent der Befragten hätten viel Vertrauen in Deutschland, ergab die repräsentative Umfrage des Instituts Demos & Pi für die Zeitung «La Repubblica» (Montag). Im Januar 2019 habe der Wert noch bei 42 Prozent gelegen.

Das Vertrauensverlust sei eine Reaktion auf das Verhalten nordeuropäischer Länder während der Virus-Krise, erklärte Ilvo Diamanti von dem Meinungsforschungsinstitut. Hart getroffene südeuropäische Länder wie zum Beispiel Italien oder Spanien fühlten sich in der Krise von der EU und Staaten wie Deutschland oder den Niederlanden alleine gelassen.

Nach der Umfrage gewannen Länder wie Russland und China leicht dazu. Die beiden Länder hatten in der Krise schnell Hilfsgüter nach Italien geschickt. Deuschland hatte zwar mehrere Covid-Patienten aus Italien in die Bundesrepublik geholt, der öffentliche Diskurs fokussierte sich aber zunächst auf den Streit in der EU über Finanzhilfen für Italien. (dpa)

+++ CDU-Spitze: Kritik an distanzlosen Corona-Demos mit Extremisten +++

(11.05.2020, 11:42 Uhr)

Die CDU-Spitze hat Kritik an Demonstrationen gegen Auflagen in der Corona-Krise geübt, bei denen Teilnehmer teils ohne Distanz und gemeinsam mit Extremisten protestiert hatten. Zwar sei das Recht auf Demonstration ein hohes Gut und stehe nicht in Frage, hieß es am Montag nach einer Videoschalte des CDU-Präsidiums aus der Partei. Demonstrationen ohne Distanz untereinander und ohne Distanzierung von mitlaufenden Extremisten seien aber besorgniserregend.

Bei den Aktionen protestierten Verschwörungstheoretiker und Impfgegner bis hin zu AfD- und Pegida-Anhänger angefeuert von Stimmungsmache aus Russland ohne Rücksicht auf Ansteckungsgefahren, wurde in der CDU kritisiert. Die Parteispitze rief demnach erneut dazu auf, die Pandemie durch gemeinsames Handeln in den Griff zu bekommen. Deutschland sei bisher gut durch die Corona-Krise gekommen, weil sich die Bürger an die Regeln gehalten und ihre Mitmenschen geschützt hätten. Das müsse nun auch weiter gelten.

Obwohl zuletzt zahlreiche Auflagen aufgehoben wurden und an diesem Montag vielerorts weitere Lockerungen in Kraft traten, waren am Wochenende Tausende Menschen in vielen deutschen Städten auf die Straße gegangen. Sie protestierten - oft unter Missachtung der Hygieneregeln und des Verbots größerer Versammlungen - gegen die staatlichen Vorgaben. Die Proteste lösen in der Politik zunehmend Besorgnis aus, auch weil sich mancherorts Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker unter die Demonstranten mischen. (dpa)

+++ Luxemburg lockert Corona-Einschränkungen +++

(11.05.2020, 11:39 Uhr)

Luxemburg hat seit Montag seine Corona-Regeln gelockert: Die Bürger dürfen wieder ihre Wohnungen ohne triftigen Grund verlassen, müssen sich dabei aber an strikte Abstands- und Hygieneregeln halten. Das teilte die Regierung in Luxemburg mit. Überall dort, wo der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werde könne, müsse eine Mund-Nasen-Schutzmaske getragen werden - zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen.

Im Freien dürfen sich nun bis 20 Personen gemeinsam aufhalten, in privaten Räumen sind Treffen mit maximal sechs weiteren Personen erlaubt. Dies bedeute aber nicht, dass zu Hause Partys gefeiert werden sollten, hieß es. Dafür sei es noch zu früh (#zefréifirparty).

Nach wochenlanger Zwangspause durften zahlreiche Geschäfte sowie Museen und Bibliotheken am Montag wieder öffnen. Kinos und Schwimmbäder blieben geschlossen. Die Zahl der in Luxemburg positiv auf Covid-19 getesteten Menschen beläuft sich (Stand Sonntag) auf 3886. Es gab 101 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Seit Beginn der Krise wurden insgesamt 55 250 Personen getestet. (dpa)

+++ Rosenheim unterschreitet Grenze für «Notbremse» bei Infektionen +++

(11.05.2020, 11:36 Uhr)

Die Stadt Rosenheim hat in der Corona-Pandemie die Marke von 50 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tage wieder knapp unterschritten. Der Wert lag am Montag bei 49. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor.

Die Stadt hatte mehrfach an der Marke gekratzt, die Bund und Ländern als «Notbremse» im Lockerungs-Konzept vereinbart hatten. Bei einem Überschreiten sollen vor Ort entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. (dpa)

+++ Bund plant milliardenschwere Finanzhilfen für die Deutsche Bahn +++

(11.05.2020, 11:28 Uhr)

Der Bund plant eine milliardenschwere Eigenkapitalerhöhung bei der Deutschen Bahn, um wirtschaftliche Folgen infolge der Corona-Krise abzufedern. Außerdem soll die Verschuldungsgrenze angehoben werden. Das geht aus einem Papier hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Zuvor hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe darüber berichtet.

Der bundeseigene Konzern ist wegen der Belastungen in der Corona-Krise wirtschaftlich unter Druck geraten. An diesem Freitag (15. Mai) will der Aufsichtsrat zusammenkommen. Die Deutsche Bahn hat ihr Angebot in der Krise zurückgefahren, der größte Teil des Fahrplans wurde aber aufrechterhalten - um eine Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Die Fahrgastzahlen sind jedoch eingebrochen. Laut Papier ist besonders der Fernverkehr betroffen mit Einbußen von rund 90 Prozent bei den sogenannten Personenkilometern im April.

In dem Papier von Verkehrs- sowie Finanzministerium wird für den Konzern aus heutiger Sicht ein liquiditätswirksamer wirtschaftlicher Schaden aus der Corona-Pandemie in Höhe von 11 Milliarden Euro in einem Basisszenario und von bis zu 13,5 Milliarden Euro in einem negativeren Szenario angenommen.

Anfang Mai hatte die dpa erfahren, dass die Deutsche Bahn bis 2024 rund acht bis zehn Milliarden Euro zusätzlich benötigt. Davon könnte die Bahn bis zur Hälfte übernehmen.

Laut Papier ist der Bund bereit, 80 Prozent der Schäden aus der Corona-Pandemie durch eine Eigenkapitalerhöhung bei der Bahn auszugleichen - dies seien derzeit geschätzt 6,9 Milliarden bis 8,4 Milliarden Euro. Dies stehe unter dem Vorbehalt einer beihilferechtlichen Prüfung durch die EU-Kommission. Zum Konzern gehören auch Arriva und DB Schenker. (dpa)

+++ BKA äußert sich zu Gewalt und Missbrauch in der Familie während Corona-Krise +++

(11.05.2020, 11:12 Uhr)

Bei der Polizei gehen nach Auskunft des Bundeskriminalamts (BKA) in der Corona-Krise nicht mehr Hinweise auf Gewalt und Missbrauch in der Familie ein als sonst. Diese Daten seien jedoch mit äußerster Vorsicht zu interpretieren, erklärte BKA-Chef Holger Münch am Montag in Berlin. Das Dunkelfeld sei groß und die Auflagen in der Corona-Pandemie könnten dazu beitragen, dass familiäre Konflikte eskalierten.

Zugleich seien Kinder weniger im Kontakt mit Menschen wie Erziehern, Lehrern oder Kinderärzten, an die sie sich normalerweise wenden könnten, sagte Münch. Es sei möglich, dass die Corona-Auflagen zu einer Zunahme von Gewalt führten, die die Polizei derzeit aber nicht beobachten könne.

Es sei wichtig, dass die Menschen im Umfeld von Kindern trotz physischer Distanz aufmerksam blieben und sich bei einem Verdacht an die Behörden wendeten, sagte Münch.

«Auch sexueller Missbrauch ist eine Pandemie, eine Pandemie mit dramatischem Ausmaß», sagte der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig. Er sei in Sorge, dass der Kampf gegen Missbrauch und der Kinderschutz jetzt auf der politischen Prioritätenliste weiter nach unten rutschen werde. Er appelliere an Politik und Gesellschaft, den Kampf gegen sexuellen Missbrauch und Kinderpornografie nicht herunterzufahren, sondern zu verstärken. (dpa)

+++ Österreich schnürt Hilfspaket für Lokale von 500 Millionen Euro +++

(11.05.2020, 10:44 Uhr)

Die Gaststätten in Österreich sollen mit einem Hilfspaket von 500 Millionen Euro in der Corona-Krise unterstützt werden. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte am Montag unter anderem die Halbierung der Umsatzsteuer auf alkoholfreie Getränke auf zehn Prozent an. Allein dieser Schritt bringe den Wirten eine Entlastung von 200 Millionen Euro, sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP).

Außerdem sollen die Pauschalierung sowie die steuerliche Absetzbarkeit von Geschäftsessen verbessert werden. Die 2014 eingeführte Schaumweinsteuer werde abgeschafft. «Die Gastronomie ist Teil der österreichischen Seele», sagte Kurz. Nach einer Beispielrechnung der Regierung zahlt ein Gasthof mit 160 000 Euro Jahresumsatz aktuell 6260 Euro Steuern. Künftig seien es 2390 Euro.

In Österreich dürfen die Lokale und Restaurants am 15. Mai wieder öffnen. Sie müssen aber einen Mindestabstand der Tische sicherstellen. Die Hotellerie soll Ende des Monats folgen. «Wir sind das erste Land in Europa, das dabei ist, gerade wieder hochzufahren», sagte Kurz. Die Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus bewegen sich in Österreich seit Mitte April im nur noch zweistelligen Bereich. (dpa)

+++ Scharfe Kritik an Johnsons Plänen im Kampf gegen Coronavirus +++

(11.05.2020, 10:36 Uhr)

Die von der britischen Regierung geplanten Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in England sind auf scharfe Kritik von Gewerkschaften, Wirtschaftsvertretern und der Opposition gestoßen. Sie forderten von Premierminister Boris Johnson mehr Klarheit im Kampf gegen die Pandemie. Schottland, Wales und Nordirland kündigten an, ihren eigenen - strikteren - Weg zu gehen. Johnson wollte seine Pläne am Montagnachmittag auch im Parlament vorstellen.

Wer nicht von zu Hause arbeiten könne, solle unter Beachtung der Abstandsregeln wieder zur Arbeit gehen, hatte Johnson in einer im Fernsehen übertragenen Rede angekündigt. Öffentliche Verkehrsmittel sollten dabei möglichst gemieden werden. Von Mittwoch an sind unter anderem wieder Sonnenbäder im Freien erlaubt. Auch Reisen innerhalb Englands, etwa an die Küste, werden wieder zugelassen. Johnson stellte zudem ein System von fünf Warnstufen vor, mit denen die Situation in Großbritannien bewertet werden soll.

Außenminister Dominic Raab sagte am Montag dem Sender Sky News, dass Friseure und Restaurants frühestens im Juli öffnen dürften. Die Briten müssen mindestens bis dahin auch auf ihr Pint im Pub verzichten.

Großbritannien hat Statistiken zufolge die meisten Corona-Opfer in Europa; bislang starben etwa 32 000 Infizierte. Noch immer mangelt es an Schutzausrüstungen. Auch das Ziel von 100 000 Tests am Tag wird häufig noch nicht erreicht. (dpa)

+++ Japan will über teilweise Aufhebung des Notstands entscheiden +++

(11.05.2020, 10:14 Uhr)

Die japanische Regierung will diese Woche über eine vorzeitige Aufhebung des Corona-Notstands in einigen Provinzen entscheiden. Man entscheide am Donnerstag nach Beratungen mit Experten darüber, ob eine teilweise Aufhebung möglich ist, sagte Regierungschef Shinzo Abe am Montag im Parlament. Japan sei auf dem «stetigen Weg», die Coronavirus-Krise hinter sich zu lassen.

Notstand bedeutet in Japan keine harte Ausgangsbeschränkungen wie in Europa. Die Bürger sind nur gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Selbst wenn der Notstand von der Regierung aufgehoben wird, sollen die Bewohner möglichst nicht über die Provinzgrenzen hinaus reisen und große Menschenansammlungen meiden.

Der Notstand gilt eigentlich noch bis zum 31. Mai. Die Regierung hat die 47 Präfekturen des Landes dabei in zwei Gruppen eingeteilt. Für 13 Provinzen, darunter der Großraum Tokio sowie Osaka und Kyoto, gilt «besondere Vorsicht». Für die übrigen Provinzen gilt dies nicht.

Japan zählte bis Montag mehr als 16 500 Infektionsfälle und über 640 Tote, wie der TV-Sender NHK berichtete. Der Trend der Neuinfektionen zeigt nach amtlichen Angaben inzwischen nach unten. In der stark betroffenen Hauptstadt Tokio wurden am Montag laut NHK lediglich 15 weitere Fälle bestätigt. Damit liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Tokio erstmals seit Ende März unter der Marke 20. (dpa)

+++ Corona-Infektionszahlen in Coesfeld am Wochenende weiter gestiegen +++

(11.05.2020, 09:57 Uhr)

Im Kreis Coesfeld sind die Infektionszahlen nach einem Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb weiter gestiegen. Am Sonntag seien im Kreisgebiet 780 nachgewiesene Ansteckungen verzeichnet worden, 35 mehr als am Samstag, sagte ein Kreissprecher. Laut Robert-Koch-Institut lag die Zahl der Neuinfektionen im Kreis bei knapp 96 und damit deutlich über der festgelegten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Viele der von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen etwa für Gaststätten und Geschäfte werden damit im Kreis um eine Woche verschoben, wie der Kreis ankündigte.

Unter den Betroffenen im Kreis Coesfeld sind 230 Infizierte aus dem Westfleisch-Werk. 952 der rund 1200 Mitarbeiter seien dort bereits getestet worden, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Der Standort bleibe weiter geschlossen. Am Sonntag hatte es unter anderem auch Massentests in einem Westfleisch-Betrieb in Hamm gegeben. Rund 1000 Mitarbeiter seien dort getestet worden, die übrigen sollten am Montag folgen, sagte der Westfleisch-Sprecher. Ergebnisse zu den Tests in Hamm gab es am Montag zunächst noch nicht. (dpa)

+++ Lindner sieht nach Kemmerichs Corona-Protest FDP-Argumente geschwächt +++

(11.05.2020, 09:46 Uhr)

FDP-Chef Christian Lindner hat die Teilnahme von Parteikollegen Thomas Kemmerich an Corona-Protesten erneut kritisiert. «Er hat damit die Argumente der FDP geschwächt», sagte Lindner am Montag in der RTL-Sendung «Guten Morgen Deutschland». Zwar setze sich seine Partei für eine bessere Vereinbarung von Gesundheitsschutz mit Freiheit, dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ein. Man dürfe aber nicht in die Nähe von Rechtsextremen, der AfD, Linken oder Verschwörungstheoretikern. «Das schwächt das Anliegen einer seriösen Partei der Mitte», betonte Lindner. Über ein Parteiausschlussverfahren wolle er öffentlich nicht sprechen.

Thüringens FDP-Chef Kemmerich war am Samstag auf Bildern zu sehen, wie er in Gera ohne Mundschutz dicht neben anderen Teilnehmern lief. Der Politiker war im Februar in die Schlagzeilen geraten, weil er auch mit Stimmen von AfD zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählt wurde. Nach bundesweit heftigen Protesten trat er wenige Tage später zurück.

Thüringens Ex-Ministerpräsident räumte ein, sich während der Kundgebung am Wochenende falsch verhalten zu haben und betonte, keine Sympathien für die AfD zu pflegen. (dpa)

+++ Walter-Borjans warnt vor destabilisierenden Kräften auf Corona-Demos +++

(11.05.2020, 09:44 Uhr)

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans warnt vor demokratiefeindlichen Tendenzen bei Demonstrationen gegen die Corona-Regeln. «Auf der einen Seite gibt es eine Verunsicherung der Menschen. Es gibt aber offenbar auch immer wieder Kräfte, die genau an dieser Stelle ansetzen wollen, um eine Gesellschaft, eine Demokratie zu destabilisieren», sagte er dem Sender NDR Info. Es sei aber ein Trugschluss zu glauben, die Corona-Maßnahmen seien gar nicht nötig gewesen. (dpa)

+++ Tourismusbeauftragter: Vorrang für Frühbucher und Stammgäste +++

(11.05.2020, 09:41 Uhr)

Wenn Hotels coronabedingt nicht alle Urlauber aufnehmen können, sollten Frühbucher und Stammgäste laut dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung bevorzugt behandelt werden. «Vor Ort muss geschaut werden, welche Gäste wirklich längerfristig gebucht haben», sagte Thomas Bareiß im RTL/ntv-«Frühstart» am Montag. Bislang seien die Hotels aber nur zu 70 oder 80 Prozent ausgebucht.

Derzeit führe er Gespräche mit den Tourismusministern Italiens und Griechenlands, sagte Bareiß. Gemeinsam entwickele man Reise- und Sicherheitskonzepte. Er hoffe auf eine schrittweise Grenzöffnung, «so dass wir dann im Sommer Urlaub machen - nicht nur in Deutschland, sondern dass Urlaub auch in Europa möglich ist». (dpa)

+++ Ifo-Umfrage: Corona trifft Arbeitsmarkt im Süden am härtesten +++

(11.05.2020, 09:37 Uhr)

Ausgerechnet die beiden Musterschüler in Sachen Arbeitslosigkeit könnten von der Corona-Krise am härtesten getroffen werden. In Baden-Württemberg und Bayern hat laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Ifo-Instituts bereits rund ein Fünftel der Unternehmen beschlossen, Jobs abzubauen. «Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch», sagt Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut.

Konkret gaben 22 Prozent der befragten Betriebe in Baden-Württemberg und 20 Prozent in Bayern an, einen Beschäftigungsabbau bereits beschlossen zu haben. Dahinter folgten die Region «Nordwest-Deutschland» aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen mit jeweils 18 Prozent, Hessen kommt auf 16 Prozent.

In den in der Umfrage zu «Nordost-Deutschland» zusammengefassten Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sprachen 14 Prozent von einem beschlossenen Beschäftigungsabbau. Ebenso in den als «Mitteldeutschland» zusammengefassten Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am glimpflichsten könnten Rheinland-Pfalz und Saarland davonkommen: In den zusammengefassten Antworten nannten 11 Prozent der Befragten einen Beschäftigungsabbau als Reaktion auf die Krise.

Auch je nach Branche unterscheiden sich die Antworten der Betriebe. So ist bei den Herstellern pharmazeutischer Erzeugnisse Beschäftigungsabbau kein Thema, am Bau nur bei drei Prozent und in der chemischen Industrie bei fünf Prozent der Befragten. In der Gastronomie dagegen steht bei 58 Prozent der befragten Betriebe Beschäftigungsabbau auf der Tagesordnung. Auch bei Leiharbeitsfirmen sind es mit 57 Prozent mehr als die Hälfte, im Bereich Beherbergung 50 und in der Herstellung von Lederwaren und Schuhen 48 Prozent. Ebenfalls hart getroffen ist die Reisebranche mit 43 Prozent sowie die Autoindustrie mit 39 Prozent. (dpa)

+++ Weniger eröffnete Insolvenzverfahren trotz Corona-Krise +++

(11.05.2020, 09:25 Uhr)

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland explodiert trotz wirtschaftlicher Einbußen infolge der Corona-Krise bislang nicht. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts nahm die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren im März 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent zu. Im April sei die Zahl der eröffneten Verfahren dagegen deutlich um 13,4 Prozent gesunken, teilte die Wiesbadener Behörde am Montag mit.

«Die durch die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung verursachte wirtschaftliche Krise spiegelt sich im März und April somit nicht in einem Anstieg der eröffneten Insolvenzverfahren wider», erklärten die Statistiker. Dies sei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht überraschend: Denn Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig werden, hat der Gesetzgeber vorübergehend von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreit. Zudem kann die Bearbeitung von Anträgen in manchen Gerichten derzeit länger dauern, weil auch dort der Betrieb teilweise nur eingeschränkt läuft.

Amtliche Insolvenzzahlen liegen bereits für Februar vor: In dem Monat, der von der Corona-Krise noch unbeeinflusst war, meldeten die deutschen Amtsgerichte 1529 Firmenpleiten. Das waren nach Berechnungen des Bundesamtes 3,2 Prozent weniger als im Februar 2019. Die Forderungen der Gläubiger bezifferten die Gerichte auf knapp eine Milliarde Euro. Ein Jahr zuvor waren es zwei Milliarden Euro. (dpa)

+++ Spahn mahnt zu Einigkeit im Kampf gegen Corona-Pandemie +++

(11.05.2020, 08:05 Uhr)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger zu Einigkeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. Es gebe "berechtigte Debatten" über die Folgen der gegenwärtigen Einschränkungen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus, sagte Spahn am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". "In einem freiheitlichen Land gehört das dazu."

Entscheidend sei aber, wie diese Debatten geführt würden. "Führen wir sie so, dass wir in der Kontroverse einander achten oder führen wir sie so, dass einige versuchen, wie wir das auf den Demonstrationen gesehen haben, zu spalten, ihr Süppchen zu kochen und alle auseinanderzutreiben", sagte Spahn. Aus seiner Sicht nehme die Polarisierung der Gesellschaft hinsichtlich der Corona-Maßnahmen immer stärker zu.

Einige hielten die Pandemie zu Unrecht für überwunden, warnte der Minister: "Wir sind noch mittendrin, die ist nicht vorbei."

+++ Israel lockert Quarantänebestimmungen für Rückreisende +++

(11.05.2020, 06:55 Uhr)

 Israel hat die Quarantänebestimmungen für Rückreisende gelockert. Nach der Einreise können Israelis statt eines zweiwöchigen Aufenthalts in "Corona-Hotels" in Heimquarantäne gehen, wie das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in der Nacht zum Montag mitteilte. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich zu isolieren, muss weiterhin in Hotel-Quarantäne, allerdings auf Staatskosten.

Die Regierung billigte am Sonntagabend ein Budget von sechs Millionen Schekel (1,5 Millionen Euro), um israelischen Staatsbürgern bei der Rückkehr aus dem Ausland zu helfen. Für Ausländer gilt weiterhin ein Einreiseverbot.

Die israelische Regierung entschied am Sonntagabend ferner, Parks wieder für die Öffentlichkeit zu öffnen. Auch Fitnessgeräte dürfen dort wieder genutzt werden, Spielplätze bleiben dagegen geschlossen. In muslimischen Ortschaften dürfen während des Fastenmonats Ramadan Geschäfte abends wieder geöffnet bleiben - außer in Gebieten mit vielen Corona-Erkrankten.

+++ Stadt Rosenheim wieder über Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen +++

(11.05.2020, 06:50 Uhr)

In der bayerischen Stadt Rosenheim ist erneut die Marke von 50 Coronavirus-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten worden. Der Wert habe am Sonntag bei 50,5 gelegen, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Sonntag in Erlangen mit.

Die Stadt Rosenheim hatte bereits am 7. Mai den Grenzwert gerissen, den Bund und Länder am vergangenen Mittwoch festgelegt hatten. Die aktuell erneut gestiegenen Fallzahlen seien durch eine Reihentestung in einer Asylbewerberunterkunft zu erklären, teilte das Landesamt mit.

Damit sind jetzt fünf Orte in Deutschland bekannt, in denen die vereinbarte Obergrenze überschritten wird: neben der Stadt Rosenheim die Landkreise Greiz und Sonneberg in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein.

Der Wert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gilt als Grenze, bei deren Überschreitung strikte Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie vorsehen sind - in der betreffenden Region.

+++ Vielerorts Lockerungen in Corona-Krise - Parteien beraten in Berlin +++

(11.05.2020, 05:53 Uhr)

In weiten Teilen Deutschlands wird der Alltag in der Corona-Pandemie von Montag an wieder etwas leichter. In mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Bayern werden die Auflagen zur Eindämmung des Virus weiter gelockert. Auch große Geschäfte dürfen wieder öffnen, Beschränkungen etwa für gastronomische Betriebe oder im Sport werden gelockert, weitere Schüler kehren an die Schulen zurück.

In Berlin beraten die Gremien mehrerer Bundesparteien über die Lage in Deutschland. Die CDU-Spitze schaltet sich um 9.00 Uhr zusammen. Bei der Videokonferenz von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit ihren Stellvertretern, Kanzlerin Angela Merkel und dem weiteren engsten Führungszirkel der CDU dürfte auch der jüngste Anstieg der Ansteckungsrate eine Rolle spielen.

Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viele andere Menschen ein Infizierter ansteckt, war nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag zuletzt von 0,65 am Mittwoch auf 1,10 gestiegen. Laut RKI ist wegen statistischer Schwankungen aber noch nicht klar, ob es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt.

+++ Spahn fordert konsequentes Durchgreifen vor Ort +++

(11.05.2020, 06:35 Uhr)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Behörden in Ländern und Kommunen aufgefordert, im Kampf gegen das Coronavirus konsequent durchzugreifen. "Wir brauchen das beherzte, umfassende Vorgehen vor Ort", betonte Spahn am Sonntagabend im "heute journal" des ZDF. Es sei sehr wichtig, alle Infektionen schnell nachzuvollziehen und Kontaktpersonen zu isolieren. Nur wenn in den Landkreisen sofort gehandelt werde, könne verhindert werden, dass die Zahlen auch bundesweit wieder anstiegen.

Der Bund hatte den Ländern vergangene Woche weitgehend freie Hand für die Lockerung der Corona-Auflagen gegeben. Vereinbart wurde aber eine Art Notfall-Mechanismus: Danach sollen in der betreffenden Region wieder strikte Beschränkungen greifen, wenn innerhalb einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert werden.

+++ DFB-Präsidium berät über Termine für 3. Liga, Pokal und Frauen-Liga +++

(11.05.2020, 05:52 Uhr)

Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes berät an diesem Montag (15.30 Uhr) über die Rahmenterminkalender für die Fortsetzung der 3. Liga, des DFB-Pokals und der Frauen-Bundesliga. Vorbehaltlich einer Erlaubnis durch die Politik sollen am Montag die neuen Termine für alle drei vom DFB veranstalteten Wettbewerbe verkündet werden. In der 3. Liga stehen noch elf Spieltage aus, in der Frauen-Bundesliga sind noch sechs komplette Spieltage zu absolvieren.

Für den Pokal sucht der DFB noch nach möglichen Terminen für die Halbfinals und das Finale. Neben Titelverteidiger FC Bayern sind noch Eintracht Frankfurt, Regionalligist 1. FC Saarbrücken sowie Bayer Leverkusen vertreten.

+++ Sorge vor Radikalisierung des Protests gegen Corona-Regeln +++

(11.05.2020, 05:48 Uhr)

Nach den Demonstrationen gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus warnen führende Politiker vor einer Radikalisierung des Protests. Wer die Pandemie leugne und zum Verstoß gegen Schutzvorschriften aufrufe, nutze die Verunsicherung der Menschen schamlos dafür aus, die Gesellschaft zu destabilisieren und zu spalten, sagte SPD-Chefin Saskia Esken den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Wegschauen und Schweigen hilft nicht. Hier müssen wir gegenhalten und uns als streitbare Demokraten erweisen."

Ähnlich äußerte sich CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak: "Wir lassen nicht zu, dass Extremisten die Corona-Krise als Plattform für ihre demokratiefeindliche Propaganda missbrauchen", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Die CDU nehme die Sorgen der Bürger ernst. "Aber klar ist auch, dass wir konsequent gegen diejenigen vorgehen, die jetzt die Sorgen der Bürger mit Verschwörungstheorien anheizen und Fake-News in Umlauf bringen."

+++ New Yorks Corona-Todeszahlen fallen weiter langsam +++

(11.05.2020, 05:30 Uhr)

Nach Wochen der Ausgangsbeschränkungen gehen die coronabedingten Todeszahlen im besonders hart getroffen US-Bundesstaat New York weiterhin langsam zurück. 207 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden an Covid-19 gestorben, teilte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz mit. Damit fällt die Tages-Zahl der Opfer weiter, jedoch langsamer als sie im März und April angestiegen war, als bis zu 800 Menschen pro Tag an dem Virus starben. In dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern, von denen knapp die Hälfte in der Metropole New York leben, haben sich bislang fast 330 000 Menschen mit dem Virus infiziert. Mehr als 26 000 starben.

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Die Meldungen des Vortages finden Sie hier:

+++ "SZ": Bundesregierung besorgt über Schwächung der Menschenrechte durch China +++

(10.05.2020, 23:26 Uhr)

Die Bundesregierung ist nach eigener Aussage besorgt über eine Schwächung internationaler Menschenrechtsstandards durch China. Die Volksrepublik versuche, "etablierte Menschenrechtsstandards zu unterminieren und das internationale Menschenrechtssystem zu schwächen", heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, aus der die "Süddeutsche Zeitung" (Montagsausgabe) zitiert. Dies beobachte die Bundesregierung "mit Sorge". (AFP)

+++ Corona-Krise: Spahn fordert konsequentes Durchgreifen vor Ort +++

(10.05.2020, 23:07 Uhr)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Behörden in Ländern und Kommunen aufgefordert, im Kampf gegen das Coronavirus konsequent durchzugreifen. «Wir brauchen das beherzte, umfassende Vorgehen vor Ort», betonte Spahn am Sonntagabend im «heute journal» des ZDF. Es sei sehr wichtig, alle Infektionen schnell nachzuvollziehen und Kontaktpersonen zu isolieren. Nur wenn in den Landkreisen sofort gehandelt werde, könne verhindert werden, dass die Zahlen auch bundesweit wieder anstiegen.

Der Bund hatte den Ländern vergangene Woche weitgehend freie Hand für die Lockerung der Corona-Auflagen gegeben. Vereinbart wurde aber eine Art Notfall-Mechanismus: Danach sollen in der betreffenden Region wieder strikte Beschränkungen greifen, wenn innerhalb einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert werden.

Inzwischen sind fünf Orte in Deutschland bekannt, in denen diese Obergrenze überschritten wird: die Stadt Rosenheim, die Landkreise Greiz und Sonneburg in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein.

Spahn verteidigte die Vereinbarung gegen Kritik. «Es wirkt doch», sagte er. Wichtig sei, dass alle zusammenstünden. Die Debatte werde immer polarisierter, das zeigten auch die Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen. Deshalb müsse die Politik die notwendigen Maßnahmen noch besser erklären und erläutern. Für Entwarnung sei es viel zu früh: «Wir sind noch immer mitten in dieser Pandemie», mahnte Spahn. (dpa)

+++ Justizministerin Lambrecht: Politik muss Corona-Beschränkungen besser begründen +++

(10.05.2020, 22:27 Uhr)

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat die politischen Entscheidungsträger aufgerufen, Beschränkungen der Grundrechte im Kampf gegen die Corona-Pandemie besser zu begründen. Es sei wichtig, sich die Bedenken und Sorgen der Bürger hinsichtlich der Einschränkungen anzuhören "und sie nicht einfach abzutun", sagte Lambrecht am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin". Die Maßnahmen gegen die Pandemie zu begründen sei "eine Aufgabe, die wir noch mehr wahrnehmen müssen". (AFP)

Hier finden Sie den ausführlichen Bericht

+++ Abgeordnete warnen vor Radikalisierung der Corona-Proteste +++

(10.05.2020, 21:53 Uhr)

Nach den deutschlandweiten Protesten gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben mehrere Abgeordnete vor einer Radikalisierung des Protests gewarnt. «Es ist in einer Demokratie legitim und selbstverständlich, Maßnahmen infrage zu stellen und Unmut zu äußern», sagte der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Konstantin von Notz der «Welt» (Montag). «Aber es laufen all jene mit, die das System grundsätzlich infrage stellen und Politiker insgesamt für Marionetten von George Soros und Bill Gates halten.»

Die SPD-Innenpolitikerin Ute Vogt sprach von einem «gefundenen Fressen für die Rechten». Die versuchten, die Unzufriedenheit mit den Corona-Auflagen auszunutzen, sagte sie dem Blatt.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Georg Maier (SPD), erinnerte an den rassistisch motivierten Anschlag von Hanau: «Wir haben in Hanau erlebt, dass ein Mensch andere umbrachte, weil er sich unter anderem durch Verschwörungstheorien radikalisiert hat.» (dpa)

Corona-Demonstranten in Stralsund. (Bild: Getty Images)

+++ New Yorks Bürgermeister besorgt über mysteriöses Entzündungssyndrom bei Kindern +++

(10.05.2020, 21:48 Uhr)

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat sich besorgt über Dutzende Fälle eines Syndroms bei Kindern geäußert, das mit dem neuartigen Coronavirus in Zusammenhang gebracht wird. De Blasio erklärte am Sonntag, in der Stadt New York seien bereits 38 Fälle des Syndroms festgestellt worden, bei dem verschiedene Körperteile von entzündlichen Prozessen betroffen sind. Zudem gebe es neun Verdachtsfälle. (AFP)

Hier lesen Sie die komplette Nachricht

+++ Corona-Schreiben: Kardinal Müller weist Kritik an Unterschrift zurück +++

(10.05.2020, 21:03 Uhr)

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat seine Unterschrift unter einem Schreiben kirchlicher Würdenträger verteidigt, in dem die staatlichen Auflagen im Kampf gegen das Coronavirus scharf verurteilt werden. «Natürlich haben interessierte kirchliche Kreise diesen Vigano-Text benutzt, um daraus Empörungskapital gegen ihre vermeintlichen Gegner zu schlagen», sagte Müller am Sonntag der katholischen Zeitung «Tagespost» (Würzburg). «Jeder nennt jetzt jeden Andersdenkenden Verschwörungstheoretiker.»

Das Schreiben hatte der frühere Vatikan-Botschafter in den USA und erklärte Gegner von Papst Franziskus, Erzbischof Carlo Maria Vigano initiiert. In dem Text heißt es unter anderem: «Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit.»

Müller beklagte, dass der Text bewusst missverstanden werde. «Es wird so hingestellt, als ob die Pandemie selbst erfunden wäre, um Panik zu machen, was ja absurd ist.» Sein Augenmerk habe auf der zum Teil unzulänglichen kirchlichen Reaktion gelegen, nicht auf den medizinischen Aspekten der Krise. (dpa)

+++ New Yorks Corona-Todeszahlen fallen weiter langsam +++

(10.05.2020, 20:38 Uhr)

Nach Wochen der Ausgangssperren gehen die coronabedingten Todeszahlen im besonders hart getroffen US-Bundesstaat New York weiterhin langsam zurück. 207 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden an Covid-19 gestorben, teilte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz mit. Damit fällt die Tages-Zahl der Opfer weiter, jedoch langsamer als sie im März und April angestiegen war, als bis zu 800 Menschen pro Tag an dem Virus starben. In dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern, von denen knapp die Hälfte in der Metropole New York leben, haben sich bislang fast 330 000 Menschen mit dem Virus infiziert. Mehr als 26 000 starben. (dpa)

+++ Altmaier verteidigt Milliardenhilfen für die Wirtschaft +++

(10.05.2020, 20:37 Uhr)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die staatlichen Milliardenhilfen für die von der Corona-Krise betroffene deutsche Wirtschaft verteidigt. Der Staat müsse den Verlust von Millionen Arbeitsplätzen verhindern, weil die Unternehmen dies allein nicht schafften, sagte Altmaier am Sonntagabend im ARD-«Bericht aus Berlin». Wichtig sei für ihn, dass es keinen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen gebe.

«Der Staat muss sich raushalten und der Staat wird sich raushalten. Das gilt auf mittlere und lange Sicht», betonte der Minister. «Genauso wichtig ist aber auch, dass wir verhindern, dass Millionen von Arbeitsplätzen wegfallen, weil Unternehmen es nicht schaffen und in anderen Ländern der Staat genau in diese Unternehmen auf der anderen Seite investiert, nämlich in Unternehmen in Asien, in Amerika und anderswo.»

Wenn der deutsche Staat nicht eingreife, würde dies eine Verschiebung der weltwirtschaftlichen Gewichte zu Lasten Deutschlands bedeuten. «Und das ist im Interesse von 83 Millionen Menschen in diesem Land nicht vertretbar.» (dpa)

+++ Mehr als 169 800 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 7443 Tote +++

(10.05.2020, 20:36 Uhr)

Bundesweit sind bis Sonntagabend über 169 800 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 169 300 Infektionen). Mindestens 7443 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7434). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntag bei 1,13 (Datenstand 10.5. 0:00 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwas mehr als eine andere Person ansteckt. Der Wert ist damit erneut leicht gestiegen (Vortag 1,10) und liegt weiterhin über der vom RKI als kritisch eingestuften Marke von 1,0. Das Institut hat immer wieder betont, die Reproduktionszahl müsse unter 1 liegen, um die Pandemie abflauen zu lassen. Am Donnerstag gab das RKI den Wert noch mit 0,71 an, am Mittwoch mit 0,65. Die Reproduktionszahl ist mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 144 400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle. (dpa)

+++ RKI: Corona-Reproduktionsrate weiter gestiegen +++

(10.05.2020, 20:33 Uhr)

Die Ansteckungsrate beim neuen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) weiter gestiegen. Die Reproduktionszahl liege mit Datenstand 10.5. 0:00 Uhr bei 1,13, schreibt das RKI in einem am Sonntag veröffentlichen Situationsbericht. Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Am Samstag lag der Wert laut RKI nach längerer Zeit mit 1,10 wieder über der kritischen Marke von 1. Das RKI hat immer wieder betont, um die Pandemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen. Der Wert bildet nicht die momentane Situation ab, sondern bezieht sich aus methodischen Gründen auf Infektionen, die schon vor einer gewissen Zeit stattfanden. (dpa)

+++ Boris Johnson kündigt geringfügige Lockerung des Corona-Lockdowns an +++

(10.05.2020, 20:30 Uhr)

Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Sonntag für England eine vorsichtige Lockerung der Kontaktbeschränkungen in der Coronavirus-Pandemie angekündigt. «Die Zahl der Todesfälle ist tragisch, das Leiden immens», sagte Johnson in einer im Fernsehen übertragenen Rede am Sonntagabend. Trotzdem sei es gelungen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Daher könne nun in langsamen Schritten mit Lockerungen begonnen werden.

Die Menschen werden nun nicht mehr dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben, sondern «wachsam» zu sein. Wer nicht von zuhause arbeiten könne, solle unter Beachtung der Abstandsregeln wieder zur Arbeit gehen, so Johnson. Von kommendem Mittwoch an seien wieder uneingeschränkt körperliche Betätigungen im Freien erlaubt, solange sie im Kreis des eigenen Haushalts bleiben. Reisen innerhalb Englands, beispielsweise zu Nationalparks oder an die Küste werden ebenfalls wieder zugelassen.

Frühestens Anfang Juni könnten auch wieder Läden und Schulen schrittweise geöffnet werden. Von Juli an sei womöglich an eine teilweise Öffnung von Restaurants und Betrieben mit Publikumsverkehr zu denken. (dpa)

Boris Johnson war selbst mit dem Coronavirus infiziert. (Bild: Getty Images)

+++ Kretschmann zu Protest gegen Corona-Regeln: «Das ist ihr gutes Recht» +++

(10.05.2020, 20:13 Uhr)

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat gelassen auf die wachsenden Proteste gegen die staatlichen Vorgaben zur Bekämpfung des Coronavirus reagiert. Das müsse die Meinungsfreiheit aushalten. «Wir machen nichts falsch. Aber man kann nicht erwarten, dass alle Menschen in einer Demokratie einer Meinung sind», sagte Kretschmann am Sonntagabend in der ZDF-Sendung «Berlin direkt». «Es ist ihr gutes Recht, dagegen zu protestieren.»

Die Politik richte sich in der Corona-Krise trotzdem weiter nach dem Rat von Wissenschaftlern. Die Einschränkungen würden Schritt für Schritt gelockert, die Gefahr sei aber noch nicht vorbei. Alle müssten weiterhin sehr vorsichtig sein.

Die Proteste führte Kretschmann auch auf den Erfolg der Maßnahmen zurück. «Man nennt das das sogenannte Vorsorge-Paradoxon: In dem Maße, wie das, was Sie machen, auch wirksam wird, in dem Maße schwindet einfach auch etwas die Einsicht, dass man sich noch weiter an diese scharfen Maßnahmen halten soll, weil sie haben ja schon gewirkt.» (dpa)

+++ Fleischindustrie warnt vor strengeren Vorgaben +++

(10.05.2020, 19:52 Uhr)

 Nach der Häufung von Corona-Infektionen in Schlachtbetrieben hat sich die Fleischindustrie gegen Kritik verwahrt. «Aus unserer Sicht sind nicht vor allem die Arbeitsbedingungen Schuld an den Corona-Ausbrüchen», sagt Heike Harstick, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der Deutschen Fleischwirtschaft, der «Süddeutschen Zeitung» (Montag). Als kritische Infrastruktur habe man die Produktion nicht wie die Autoindustrie einfach stoppen können und weiter gearbeitet, um die Versorgung sicherzustellen. So könne es zu Ansteckungen kommen.

Der Verband warnte vor härteren Auflagen. «Eine schnelle und einfache Lösung gibt es nicht», sagt Harstick. Wenn etwa die Einzelunterbringung von Arbeitern vorgeschrieben und höhere Wohnungsmieten verursacht würden, seien «viele Betriebe nicht mehr wettbewerbsfähig». Teile der Branche würden abwandern, warnt Harstick. Wenn wegen positiver Corona-Tests viele Betriebe geschlossen würden, wäre das auch ein Problem für die Versorgung. Besser sei es, Betriebe unter Quarantäne zu stellen. (dpa)

+++ Ministerium weist Bericht eines corona-leugnenden Mitarbeiters zurück +++

(10.05.2020, 19:41 Uhr)

Das Bundesinnenministerium hat den Bericht eines Mitarbeiters, in dem dieser die Strategie gegen die Corona-Pandemie massiv in Zweifel zieht, als dessen «Privatmeinung» zurückgewiesen. Diese «eigenständig vorgenommene "Analyse"» sei außerhalb der sachlichen Zuständigkeit des Verfassers sowie der Organisationseinheit im Ministerium erfolgt, für die er tätig gewesen sei, hieß es in einer Stellungnahme vom Sonntag. Als «nicht akzeptabel und mit den allgemeinen Pflichten im öffentlichen Dienst nicht vereinbar» kritisiert das Ministerium, dass der Mann das mehrseitige Dokument unter Nutzung des Briefkopfs des Ministeriums und dienstlicher Kommunikationskanäle verbreitet habe.

Durch innerdienstliche Maßnahmen sei inzwischen sichergestellt worden, dass der Verfasser des Schreibens nicht weiter den unzutreffenden Eindruck erwecken könne, er handele für oder im Namen des Ministeriums, hieß es in der Stellungnahme. Nach einem Bericht des «Spiegels» wurde der Mann von seinen Dienstpflichten entbunden. Er habe das gut 80 Seiten umfassende Papier intern und extern an einen großen Verteiler verschickt.

Das Online-Portal «Tichys Einblick» hatte berichtet, dass der Mann in seiner Analyse von einem «Fehlalarm» schreibe. «Durch den neuen Virus bestand vermutlich zu keinem Zeitpunkt eine über das Normalmaß hinausgehende Gefahr für die Bevölkerung», heiße es darin. «Es sterben an Corona im Wesentlichen die Menschen, die statistisch dieses Jahr sterben, weil sie am Ende ihres Lebens angekommen sind und ihr geschwächter Körper sich beliebiger zufälliger Alltagsbelastungen nicht mehr erwehren kann (darunter der etwa 150 derzeit im Umlauf befindlichen Viren).» (dpa)

+++ Lambrecht zu Protesten: Politik besser begründen +++

(10.05.2020, 19:26 Uhr)

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat die Einschränkung von Grundrechten im Kampf gegen das Cororavirus verteidigt. Angesichts wachsender Proteste gegen die staatlichen Auflagen plädierte sie am Sonntagabend zugleich dafür, die Notwendigkeit der Entscheidungen stärker zu begründen.

«Ich glaube, das ist eine Aufgabe, die wir noch mehr wahrnehmen müssen, dass deutlich wird, warum denn bestimmte Einschränkungen immer noch da sind», sagte Lambrecht im «Bericht aus Berlin» der ARD. Es gehe nicht darum, den Menschen Freiheiten zu nehmen, sondern Gesundheit und Leben zu schützen - «und das, was wir erreicht haben, nicht leichtfertig zu verspielen». Dies müsse man den Menschen deutlich machen. (dpa)

+++ Niedrigste Zahl an Todesopfern in Frankreich seit fast zwei Monaten +++

(10.05.2020, 19:09 Uhr)

Mit 70 Corona-Toten in den vergangenen 24 Stunden hat Frankreich die niedrigste tägliche Todesrate seit Beginn der strengen Ausgangsbeschränkungen verzeichnet. Insgesamt seien seit Beginn der Epidemie 26 380 Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Niedriger war der Wert zuletzt am 17. März mit 27 Toten - im Laufe dieses Tages begannen in Frankreich die Ausgangsbeschränkungen. Damals wurden die Toten in Altenheimen allerdings noch nicht mitgezählt.

Am Wochenende sind die Werte allerdings häufig niedriger als unter der Woche. Häufig werden dann noch Tote nachgemeldet. Das gilt besonders für die Altenheime - deren Werte waren sowohl am Samstag als auch Sonntag sehr niedrig. Am Montag sollen die Beschränkungen in Frankreich erstmals schrittweise gelockert werden. (dpa)

+++  Griechenland verlängert Ausgangssperren für Flüchtlingslager +++

(10.05.2020, 18:30 Uhr)

Die griechische Regierung hat die Corona-Ausgangsbeschränkungen für Flüchtlingslager verlängert. Statt die Regelungen wie zunächst geplant am Montag auslaufen zu lassen, blieben sie nun bis zum 21. Mai in Kraft, teilte das Migrationsministerium am Sonntag in Athen mit. Gründe für die Verlängerung nannte das Ministerium nicht.

Sechs Tage zuvor hatte Griechenland damit begonnen, die wegen der Corona-Pandemie verfügten Einschränkungen im Land zu lockern. In dem EU-Land ist die Pandemie bislang relativ glimpflich verlaufen: 2710 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus wurden bislang nachgewiesen, 151 Infizierte starben.

In den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln wurden bislang keine Corona-Infektionen festgestellt. (AFP)

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+++  Fünf positive Corona-Fälle in spanischen Fußball-Ligen +++

(10.05.2020, 17:55 Uhr)

In der ersten und zweiten Fußball-Liga in Spanien sind fünf Profis positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle Infizierte seien jedoch symtomfrei und hätten die Krankheit so gut wie überwunden, wie La Liga am Sonntag mitteilte.

Um welche Spieler es sich handelt, wurde nicht bekanntgegeben. Die Betroffenen müssen in häuslicher Quarantäne bleiben und in den kommenden Tagen erneut getestet werden. Von dort aus würden sie individuell nach den Anweisungen ihrer Clubs das Training wieder aufnehmen, hieß es. Nach zwei negativen Tests ist das Training auch in den Vereinseinrichtungen wieder möglich.

+++ Kirchgänger darf nicht in Gottesdienst und würgt Mitarbeiter +++

(10.05.2020, 17:24 Uhr)

Weil ihm der Zutritt in den Wormser Dom verwehrt wurde, hat ein Mann einen Kirchenmitarbeiter gewürgt. Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Teilnahme an Gottesdiensten im Dom derzeit nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurde daher am Samstagmorgen einem nicht registrierten Paar der Zugang zum Gottesdienst im Dom verwehrt. Der Mann wollte diese Auflage nicht einsehen und würgte der Polizei zufolge den Mitarbeiter. Das Opfer konnte sich aus dem Griff befreien und flüchtete ins Innere der Kirche. Die Polizei sucht nach Zeugen. (dpa)

+++ Rosenheim wieder über Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen +++

(10.05.2020, 17:12 Uhr)

In der bayerischen Stadt Rosenheim ist erneut die Marke von 50 Coronavirus-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten worden. Der Wert habe am Sonntag bei 50,5 gelegen, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Sonntag in Erlangen mit.

Die Stadt Rosenheim hatte bereits am 7. Mai den Grenzwert gerissen, den Bund und Länder am vergangenen Mittwoch festgelegt hatten. Die aktuell erneut gestiegenen Fallzahlen seien durch eine Reihentestung in einer Asylbewerberunterkunft zu erklären, teilte das Landesamt mit.

Damit sind jetzt fünf Orte in Deutschland bekannt, in denen die vereinbarte Obergrenze überschritten wird: neben der Stadt Rosenheim die Landkreise Greiz und Sonneburg in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein.

Der Wert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gilt als Grenze, bei deren Überschreitung strikte Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie vorsehen sind - in der betreffenden Region. (dpa)

+++ Im Zelt, hinter Plexiglas: Seniorenheim-Besuche am Muttertag +++

(10.05.2020, 16:52 Uhr)

So nah wie lange nicht: Das Seniorenheim «Maria Königin» in Mainz hat am Muttertag eine ungewöhnliche Begegnung möglich gemacht. Angehörige und Bewohner konnten sich am Sonntag in einem Zelt zum ersten Mal seit langer Zeit gegenübersitzen, aus Schutzgründen getrennt durch eine Plexiglasscheibe.

Für Veronika Ambach-Gattung war das Wiedersehen mit ihrer 89 Jahre alten Mutter Hannelore Scheuerle ein ganz besonderer Moment. «Ich habe mich total gefreut, dass ich meine Mutter heute mal sehen kann», sagte Ambach-Gattung mit belegter Stimme. Sie habe die Nacht zuvor kaum geschlafen, so aufgeregt sei sie gewesen. «Man hört sich ja sonst nur am Telefon», berichtet sie. Das sei auch für ihre eigentlich noch sehr fitte Mutter eine bedrückende Situation.

Für das Seniorenheim ist mit den Besuchen erheblicher Aufwand verbunden. «Es ist nicht nur mit dem Zeltaufbau oder ein bisschen Händedesinfektion getan», erklärte Pflegedienstleiterin Rasha Schreiber. So seien etwa Termine per Telefon abgesprochen worden. Ein Mitarbeiter nehme zudem die Daten der Angehörigen beim Besuch auf, um eine Nachverfolgung gewährleisten zu können. Außerdem werde das Mobiliar im Zelt nach jedem Besuch desinfiziert. (dpa)

Bild: dpa

+++ Corona-Verdacht: Brasilianischer Schriftsteller Sant'Anna gestorben +++

(10.05.2020, 16:27 Uhr)

Der brasilianische Schriftsteller Sérgio Sant'Anna ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren in einem Krankenhaus in Rio de Janeiro, wie das Nachrichtenportal G1 am Sonntag unter Berufung auf die Klinik berichtete. Seine Schwester Sonia Sant'Anna bestätigte den Tod ihres Bruders. «Sérgio ist von uns gegangen», schrieb sie auf Facebook. Der Autor war vor wenigen Tagen mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in das Hospital gebracht worden.

Sant'Anna gilt als wichtiger Vertreter der urbanen, modernen Literatur Brasiliens. Er schrieb Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten. Viermal wurde er mit dem wichtigen brasilianischen Literaturpreis Prêmio Jabuti ausgezeichnet. Seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschienen die Romane «Amazone» und «Die Wahrheit über den Fall Antônio Martins» sowie die Erzählbände «Das kosmische Ei» und «Die Statistin». (dpa)

+++ Neue Proteste in Hongkong während Corona-Krise +++

(10.05.2020, 16:05 Uhr)

In Hongkong haben erneut Hunderte Menschen in mehreren Einkaufszentren gegen die chinafreundliche Regierung protestiert. Die Polizei habe mindestens elf Menschen festgesetzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen, hieß es am Sonntag in Medienberichten. Zudem seien gegen Dutzende Menschen Geldbußen verhängt worden, weil sie die Abstandsregeln zur Eindämmung des Coronavirus nicht eingehalten hätten. Danach gilt für Gruppen von mehr als acht Personen ein öffentliches Versammlungsverbot.

Die Demonstranten warfen den Behörden vor, die Maßnahmen gegen die Pandemie auszunutzen, um bürgerliche Freiheiten in der chinesischen Sonderverwaltungsregion zu beschneiden. In einem Einkaufszentrum habe ein Polizist Pfefferspray gegen Demonstranten und Journalisten eingesetzt, nachdem eine Wasserflasche auf die Beamten geworfen worden sei. (dpa)

+++ Ramelow irritiert über Teilnahme Kemmerichs an Corona-Regeln-Protest +++

(10.05.2020, 15:17 Uhr)

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat die Teilnahme seines Vorgängers Thomas Kemmerich an einer Kundgebung gegen Corona-Beschränkungen kritisiert. Dass sich der FDP-Landesvorsitzende in ein solches Umfeld begibt, sei für ihn «sehr irritierend» gewesen, sagte er dem «Tagesspiegel» (Sonntag). «Der Veranstalter hat offensichtlich billigend in Kauf genommen, wer da sonst so mitgelaufen ist. Eine erkennbare Abgrenzung zu Antisemitismus oder Rechtsextremismus hat es nicht gegeben.» Kemmerich habe das mit seinem Besuch ausdrücklich unterstützt.

Der ehemalige Thüringer Ministerpräsident war zuvor bereits dafür angegangen worden, dass er am Samstag an einem Protest gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Gera teilgenommen hatte. Am Sonntag gestand er dann ein, sich während einer Kundgebung gegen Corona-Beschränkungen in Gera falsch verhalten zu haben. Gleichzeitig erklärte er, es sei nie seine Absicht gewesen, mit der Kundgebung der AfD oder Verschwörungstheoretikern eine Plattform bieten zu wollen. Er sehe aber ein, dass er genau das getan habe.

Kemmerich steht nicht zum ersten Mal wegen seines Verhaltens in der Kritik. Er war am 5. Februar mit Stimmen von AfD, CDU und FDP in Thüringen zum Ministerpräsidenten gewählt worden, was bundesweit für Entrüstung und Proteste sorgte. Drei Tage nach seiner Wahl trat er zurück. (dpa)

+++ Kemmerich räumt Fehler bei Corona-Regeln-Protest ein +++

(10.05. 2020, 15:02 Uhr)

Thüringens Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich hat eingestanden, sich während einer Kundgebung gegen Corona-Beschränkungen in Gera falsch verhalten zu haben. Es sei ein Fehler gewesen, dass er dabei zeitweise die Abstandsregeln nicht eingehalten und auch keinen Mundschutz getragen habe, sagte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag am Sonntag. Zwar habe er vor Beginn eines sogenannten Spaziergangs auf die Einhaltung dieser Hygienevorschriften geachtet. Anschließend habe er das aber unterlassen, wie mehrere Fotos zeigen. «Dafür kann ich mich nur entschuldigen», sagte Kemmerich.

Gleichzeitig erklärte er, es sei nie seine Absicht gewesen, mit der Kundgebung der AfD oder Verschwörungstheoretikern eine Plattform bieten zu wollen. Er sehe aber ein, dass er genau das getan habe. (dpa)

Thomas Kemmerich (Bild: Getty Images)

+++ Wuhan meldet ersten Corona-Fall seit mehr als einem Monat +++

(10.05. 2020, 14:55 Uhr)

Die chinesischen Behörden in der Millionenmetropole Wuhan haben den ersten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus seit mehr als einem Monat gemeldet. Erstmals seit dem 3. April sei eine Ansteckung festgestellt worden, teilte die Nationale Gesundheitskommission am Sonntag mit. Bei dem Infizierten handele es sich um einen 89-jährigen Mann in dem Bezirk Dongxihu im Nordwesten der Stadt. (AFP)

+++ «Zahlentheater»: Britischer Statistikexperte kritisiert Regierung +++

(10.05. 2020, 14:49 Uhr)

Ein von der britischen Regierung häufig zitierter Statistiker hat schwere Vorwürfe gegen deren Kommunikationsstrategie in der Corona-Krise erhoben. Die tägliche Vorstellung statistischer Daten gleiche eher dem «Zahlentheater» eines PR-Teams statt zu informieren, sagte Professor David Spiegelhalter von der Universität Cambridge der BBC am Sonntag. «Ich wünsche mir einfach, dass die Zahlen von Leuten zusammengestellt werden, die ... Bescheid wissen», so der Wissenschaftler. Der Statistiker war von der Regierung zitiert worden, um Kritik am Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie zurückzuweisen.

Spiegelhalter hatte sich Ende April in einem Gastbeitrag in der Tageszeitung «The Guardian» gegen das direkte Gegenüberstellen von Opferzahlen verschiedener Länder ausgesprochen. Zu groß seien die Unterschiede in der Erhebung der Statistiken und die Gegebenheiten in den einzelnen Ländern. Er wurde damit mehrfach von Regierungsmitgliedern - unter anderem Premierminister Boris Johnson - zitiert, als Großbritannien bei der offiziellen Zahl der Corona-Toten andere europäische Länder wie Spanien und zuletzt Italien überholte. In keinem anderen Land Europas wurden inzwischen mehr Tote gezählt als im Vereinigten Königreich. Bis Samstag waren es mehr als 31 500. (dpa)

+++ Hunderte Polizisten in Indien positiv auf Corona getestet +++

(10.05. 2020, 14:37 Uhr)

Im westindischen Bundesstaat Maharashtra sind annähernd 800 Polizisten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von den insgesamt 786 Beamten seien sieben an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte ein Sprecher am Sonntag mit. Alle Polizisten über 55 Jahre wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben.

Maharashtra, dessen Hauptstadt die Finanzmetropole Mumbai ist, ist einer der am stärksten vom Virus getroffenen Bundesstaaten in dem 1,3 Milliarden Einwohner zählenden Land. Rund 30 Prozent der bislang rund 63 000 registrierten Fälle wurden dort gemeldet. Mehr als 1700 Menschen sind bisher landesweit in Verbindung mit dem Virus gestorben. (dpa)

+++ Auch Sonneberg liegt über Obergrenze bei Neuinfektionen +++

(10.05. 2020, 14:05 Uhr)

Im Landkreis Sonneberg in Südthüringen sind in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert worden. Der Wert lag mit Stand Sonntagvormittag bei 66,7 Neuinfektionen, wie der Sprecher des Landratsamts, Michael Volk, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Insgesamt seien bis zu diesem Zeitpunkt 155 Infektionen im Landkreis nachgewiesen worden.

Der Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gilt als Obergrenze, bei deren Überschreitung Bund und Länder künftig strikte Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie vorsehen - in der betreffenden Region. Volk sagte über die Situation im Landkreis Sonneberg: «Wir werden die Lage sehr kritisch weiter beobachten und prüfen und im Rahmen der neuen Verordnung gegebenenfalls auch härtere Maßnahmen ergreifen.»

Mit 74,4 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner war der Landkreis Greiz bundesweit die erste Region, in der der offiziell kritische Wert überschritten wurde. Die Quote für Greiz lag am Sonntag nach Angaben der Thüringer Staatskanzlei bei 75,4. (dpa)

+++ Lindner kritisiert Kemmerich für Teilnahme an Corona-Regeln-Protest +++

(10.05. 2020, 13:47 Uhr)

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich der Kritik an Parteikollege Thomas Kemmerich angeschlossen. «Die Aktion von @KemmerichThL schwächt unsere Argumente. Ich habe dafür kein Verständnis», schrieb Lindner am Sonntag auf Twitter. Der ehemalige Thüringer Ministerpräsident Kemmerich war zuvor bereits dafür angegangen worden, dass er am Samstag an einem Protest gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Gera teilgenommen hatte.

«Wer sich für Bürgerrechte und eine intelligente Öffnungsstrategie einsetzt, der demonstriert nicht mit obskuren Kreisen und der verzichtet nicht auf Abstand und Schutz», schrieb Lindner weiter. (dpa)

+++ Gericht lehnt Eilantrag gegen Westfleisch-Schließung in Coesfeld ab +++

(10.05. 2020, 13:24 Uhr)

Das Verwaltungsgericht Münster hat einen Eilantrag der Firma Westfleisch gegen die befristete Schließung ihres von einem Corona-Ausbruch betroffenen Betriebes in Coesfeld abgelehnt. Der Kreis hatte die Schließung des Schlacht- und Zerlegebetriebes von Samstag bis 18. Mai verfügt. Diese auf dem Infektionsschutzgesetz beruhende Verfügung sei «nach Aktenlage aller Voraussicht nach rechtmäßig», teilte das Gericht am Sonntag mit. Inzwischen seien mehr als 200 Beschäftigte des Betriebes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es sei davon auszugehen, dass es noch eine unbestimmte Anzahl von Corona-Verdachtsfällen oder Ansteckungen dort gebe. Gegen den Beschluss könne innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht NRW eingelegt werden.

Das Amt für Arbeitsschutz habe bei einer Überprüfung festgestellt, dass es sowohl im Bereich des Zerlegebandes als auch in den Umkleiden Probleme gebe, den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten, hieß es weiter. Die Mund-Nasen-Schutzmasken würden am Zerlegeband nicht korrekt getragen. Die Firma sei nicht in der Lage gewesen, Infektionsschwerpunkte zu benennen.

Der Betrieb sei «aufgrund ersichtlich unzureichender Vorsichtsmaßnahmen» zu einer «erheblichen epidemiologischen Gefahrenquelle» nicht nur für die Belegschaft geworden. Das Argument der wirtschaftlichen Erwägungen der Antragstellerin griff nach Ansicht des Gerichts nicht durch. Die drohenden Nachteile seien rein finanzieller Natur und könnten sich gegenüber dem Lebens- und Gesundheitsschutz nicht durchsetzen. (dpa)

+++ Erster Antigentest auf das Coronavirus in USA zugelassen +++

(10.05. 2020, 13:10 Uhr)

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals einem Antigentest auf das Coronavirus eine Notfallgenehmigung erteilt. Es handele sich dabei um eine neue Kategorie von Test, die innerhalb von Minuten Ergebnisse liefern könne, schreibt die FDA. Bei dem Antigentest werden Proteinfragmente von Sars-CoV-2 aus Nasenabstrichen nachgewiesen. Damit unterscheidet sich die Untersuchung von Gentests, bei denen Viren-Erbgut in Abstrichen nachgewiesen wird, und von Antikörpertests, bei denen vom Immunsystem gebildete Antikörper im Blut nachgewiesen werden.

Ein Vorteil der Antigentests ist laut FDA, dass sie sehr schnell Ergebnisse liefern. Allerdings seien sie weniger sensitiv als Gentests, ihnen rutschen also mehr Infektionen durch.

Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) konnte am Sonntag zunächst keine Auskunft dazu geben, wie es um eine Zulassung solcher Antigentests in Deutschland steht. Eine Infektion wird in Deutschland in aller Regel mit einem Gentest festgestellt. Außerdem laufen Untersuchungen mit Antikörpertests, um zu bestimmen, wieviele Menschen bereits mit dem Virus in Kontakt waren. (dpa)

+++ Steinmeier und Ehefrau besuchen Gottesdienst und danken Kirchen +++

(10.05. 2020, 12:51 Uhr)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Kirchen und Religionsgemeinschaften für ihre seelsorgerische Arbeit und die Bereitschaft zu Einschränkungen in der Corona-Krise gedankt. «In der Corona-Pandemie haben sie sich von Anfang an verantwortungsvoll und umsichtig verhalten», sagte er am Sonntag nach dem Besuch eines Gottesdienstes in der St. Marienkirche in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin. «Sie nehmen Einschränkungen des religiösen Lebens in Kauf, um vor der Verbreitung von Corona zu schützen. Und sie sind neue Wege in der Seelsorge gegangen, um auch in dieser krisenhaften Zeit für die Gläubigen da zu sein.»

Bild: dpa

Der Bundespräsident besuchte den von Bischof Christian Stäblein gehaltenen Gottesdienst zusammen mit seiner Frau Elke Büdenbender. Stäblein erinnerte daran, dass es der erste Gottesdienst mit Gläubigen nach zehn Wochen sei. Für sie galten strenge Regeln. So durften maximal 50 Menschen den Gottesdienst besuchen. Es war verboten zu singen. Nur eine einzelne Sängerin begleitete die Organisten, die Gottesdienstbesucher summten mit. Auch das Abendmahl durfte nicht gefeiert werden. Alle Gläubigen trugen einen Mund-Nase-Schutz - auch Steinmeier und Büdenbender. (dpa)

+++ Warnung vor Hungersnot in Ostafrika +++

(10.05. 2020, 12:36 Uhr)

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnt wegen der Corona-Pandemie vor einer Hungersnot in Ostafrika. Die Pandemie verschärfe die ohnehin gravierenden Folgen der Heuschreckenplage in der Region, sagte Müller dem Internetportal “T-Online”. In mehreren Ländern gerate die Eindämmung der Plage durch die wegen des Coronavirus erlassenen Ausgangsbeschränkungen ins Stocken. In der Folge drohe eine Hungerkrise. (AFP)

+++ Russland reißt 200.000er-Marke bei Corona-Infektionen +++

(10.05. 2020, 12:29 Uhr)

Russland hat bei der Zahl der registrierten Corona-Infizierten die Marke von 200.000 überschritten. Erneut kamen am Sonntag mehr als 11.000 Infektionen mit dem Coronavirus hinzu, wie die Behörden in Moskau mitteilten. Mehr als die Hälfte davon entfielen auf die Hauptstadt Moskau, wo seit mehr als einem Monat strenge Ausgangssperren gelten.

Das flächenmäßig größte Land der Erde verzeichnet damit einen sehr starken Anstieg der Infektionszahl. Nach Erhebungen der US-Universität John Hopkins liegt es bei der Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen auf dem fünften Platz hinter den USA, Spanien, Italien und Großbritannien.

Trotz der massiven Zuwächse soll an diesem Dienstag das Arbeitsleben in Russland in vielen Bereichen wieder starten. Dann endet offiziell die von Kremlchef Wladimir Putin vor mehr als einem Monat angesetzte arbeitsfreie Zeit. (dpa)

+++ Nach Corona-Ausbruch in Fleischfabrik: Über 200 Arbeiter positiv +++

(10.05. 2020, 11:55 Uhr)

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik in Coesfeld ist die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Arbeiter bis Sonntagmittag auf 205 gestiegen. Nach Angaben des Kreises lag knapp die Hälfte der Ergebnisse von bisher rund 950 Corona-Tests vor. Erneut seien am Sonntag Teams des Gesundheitsamtes vor Ort, um die Arbeiter des betroffenen Betriebes der Firma Westfleisch in ihren verstreut im Kreis Coesfeld liegenden Unterkünften zu testen und über die Quarantäne zu belehren, sagte ein Sprecher. Dabei unterstützten sie Dolmetscher. Die Arbeiter würden «engmaschig betreut». Insgesamt hat der betroffene Betrieb rund 1200 Beschäftigte.

Die Arbeiter sind nach Angaben von Westfleisch mehrheitlich in Wohnungen mit drei, vier oder fünf Personen untergebracht. Viele Arbeiter in der Fleischbranche kommen aus Osteuropa.

Der Kreis Coesfeld hatte in Abstimmung mit der NRW-Landesregierung als Konsequenz aus dem Corona-Ausbruch bereits einen Großteil der eigentlich von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen um eine Woche verschoben. Außerdem sollen die bis zu 20 000 Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen auf das Corona-Virus getestet werden.

Der Grünen-Ortsverband in Dülmen im Kreis Coesfeld warf der Verwaltung vor, zu spät auf den Corona-Ausbruch reagiert zu haben. Schon zu Beginn der vergangenen Woche sei bekannt gewesen, dass sich in der Fleischfabrik ein Hotspot der Pandemie gebildet habe. Der Betrieb sei aber noch bis Freitag weitergelaufen. (dpa)

In der Westfleisch-Fabrik in Coesfeld wurden über 200 Arbeiter positiv auf Corona getestet. (Bild: Getty Images)

+++ Montenegro wirbt für sich als bald «coronafreies Urlaubsland» +++

(10.05. 2020, 11:48 Uhr)

Das kleine Adrialand Montenegro wirbt für sich selbst als ein Urlaubsland, in dem die Corona-Pandemie bald keine Gefahr mehr darstelle. «Montenegro ist auf dem Weg, ein coronafreies Urlaubsziel zu werden!», teilte Ministerpräsident Dusko Markovic am Sonntag über Twitter mit. In den kommenden Wochen werde man das Land für die Touristensaison vorbereiten, fügte er hinzu.

Zuletzt hatte die Regierung in Podgorica zu erkennen gegeben, dass sie am 1. Juli mit dem Beginn der Urlaubssaison rechne. Die Erwartung ist, dass vor allem Urlauber aus Nachbarländern wie Serbien und Bosnien wieder nach Montenegro kommen. Experten traten mit Vorschlägen hervor, wie sich coronabedingte Abstandsregeln an den Stränden und in Hotelanlagen umsetzen ließen.

In den letzten vier Tagen wurden in Montenegro keine Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 bekannt, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Bis zum Sonntag waren nachweislich 324 Menschen erkrankt. Neun von ihnen starben mit dem Coronavirus. (dpa)

+++ Türkei bereitet sich mit Corona-Auflagen auf Tourismussaison vor +++

(10.05. 2020, 11:41 Uhr)

Die Türkei bereitet sich mit Corona-Auflagen für Hotels und Restaurants auf die Öffnung für den Tourismus vor. Ab Ende Mai werde man schrittweise den inländischen Reiseverkehr aufnehmen, sagte Kultur- und Tourismusminister Mehmet Ersoy am Sonntag dem Sender CNN Türk. Im Juni werde es voraussichtlich nach und nach wieder internationale Flüge geben.

Hotels und Restaurants unterlägen strengen Auflagen, sagte Ersoy. Dazu habe die Türkei ein Zertifikationsprogramm mit 132 Kriterien entwickelt. Unter anderem müssten die Einrichtungen Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Zudem erhalte das Personal eine Pandemie-Ausbildung. Zwar gebe es Buffets, aber ohne Selbstbedienung. Das Personal werde die Speisen und Getränke herausgeben.

Die Türkei veröffentlichte zudem eine Übersicht von Krankenhauskapazitäten in den Tourismusgebieten. Daraus geht etwa hervor, dass in dem bei Deutschen beliebten Urlaubsort Antalya rund 59,4 Prozent der Intensivbetten belegt sind.

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Türkei. Ersoy sagte, vor der Corona-Pandemie habe man in diesem Jahr mit 58 Millionen Touristen gerechnet. Man dürfe nun keine zu hohen Erwartungen haben; wenn 50 oder 60 Prozent der Hotels öffneten, sei das eine gute Saison. Sollte im Jahr 2021 die Corona-Pandemie ausgestanden sein, hoffe man auf 63 Millionen Touristen im Jahr.

Die Türkei hat zahlreiche Einschränkungen im Kampf gegen das Corona-Virus erlassen und lockert die Maßnahmen wieder schrittweise. An diesem Wochenende gilt eine weitgehende Ausgangssperre nur noch in 24 Städten und Provinzen statt zuvor in 31 Orten. Zudem dürfen Senioren ab 65 Jahren zum ersten Mal seit dem 21. März für mehrere Stunden vor die Tür. Ab Montag sollen unter anderem Einkaufszentren und Friseure öffnen. (dpa)

+++ Mehr als 169 400 Corona-Nachweise in Deutschland - Über 7400 Tote +++

(10.05. 2020, 10:46 Uhr)

In Deutschland sind bis Sonntagvormittag über 169 400 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 168 300 Infektionen). Mindestens 7435 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7337). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag bei 1,10 (Datenstand 9.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass zehn Infizierte gut 11 weitere Personen anstecken. Damit ist der Wert deutlich höher als noch vor einigen Tagen. Das RKI schreibt dazu: Wegen statistischer Schwankungen könne noch nicht bewertet werden, ob es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 144 400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44 500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2164 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34 700 Fällen und mindestens 1423 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33 200 bestätigten Fällen und mindestens 1542 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern laut der dpa-Erhebung mit einem Wert von 340,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 203,8. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100 000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. (dpa)

+++ Corona-Neuinfektionen im Kreis Coesfeld reißen weiter Obergrenze +++

(10.05. 2020, 10:32 Uhr)

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik in Coesfeld liegt die Zahl der Neuinfektionen in dem Kreis weiterhin deutlich über der vereinbarten Obergrenze. Laut einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag lag der Wert bei rund 85 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche (Stand 10.5. 00.00 Uhr).

Nach Angaben des RKI vom Samstag hatte dieser Durchschnittswert noch 76 betragen (Stand 9.5. 00.00 Uhr). Das RKI weist aber darauf hin, dass es unter anderem durch einen Verzug bei Datenübermittlungen zu Diskrepanzen zwischen seinen Angaben und den tatsächlichen lokalen Zahlen kommen kann.

Außer dem Kreis Coesfeld lagen alle anderen Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen deutlich unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Diese Schwelle, ab der neue konsequente Beschränkungen in der Corona-Krise greifen sollen, hatten Bund und Länder am vergangenen Mittwoch vereinbart.

Der Kreis Coesfeld hat in Abstimmung mit der NRW-Landesregierung als Konsequenz bereits einen Großteil der eigentlich von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen um eine Woche verschoben. Von 1200 Beschäftigten des betroffenen Fleischbetriebes waren bis Samstagabend 930 getestet worden. Die Zahl der festgestellten positiven Corona-Fälle stieg auf mehr als 190. (dpa)

+++ Einreise nach Deutschland zum Muttertag gestattet +++

(10.05. 2020, 10:00 Uhr)

Berlin (dpa) - Um Besuche am Muttertag zu ermöglichen, sind die wegen der Corona-Pandemie verhängten strengen Regeln an den Grenzen für einen Tag etwas gelockert worden. Nach dpa-Informationen hat die Bundespolizei entschieden, den Besuch bei der Mutter an diesem Sonntag als triftigen Grund für eine Einreise nach Deutschland zu akzeptieren. Seit Wochen darf nur einreisen, wer einen wichtigen Grund vorweisen kann. Das sind beispielsweise Lastwagenfahrer, Angehörige medizinischer Berufe oder Berufspendler aus der Grenzregion.

Außerdem gibt es an den Grenzen zu Dänemark, Frankreich, Luxemburg, der Schweiz und Österreich stationäre Grenzkontrollen. «Die bei der Einreisekontrolle dazu gemachten Angaben müssen glaubhaft und überprüfbar sein», teilte die Bundespolizei am Sonntag auf Nachfrage mit.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die Kontrollen Mitte März angeordnet, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 in Deutschland zu verlangsamen. Einige Politiker in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und in Luxemburg fordern seit Tagen ein Ende der Kontrollen, die nach jetzigem Stand bis zum kommenden Freitag andauern sollen. (dpa)

+++ Israel öffnet Kindergärten und Krippen wieder +++

(10.05. 2020, 09:18 Uhr)

In Israel können eine halbe Million Kinder wieder in Kindergärten und Krippen gehen. Nach fast zwei Monaten Sperre wegen der Corona-Krise öffneten am Sonntag zu Beginn der israelischen Arbeitswoche viele Einrichtungen wieder. Häufig ist die Zahl der Kinder jedoch wegen der Hygienevorschriften beschränkt. Aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus wollen viele Eltern ihren Nachwuchs trotzdem noch nicht wieder in den Kindergarten schicken.

Vor einer Woche hatte Israel mit der schrittweisen Öffnung der Schulen begonnen. Die Menschen dürfen sich wieder frei bewegen. Es gilt jedoch weiter Maskenpflicht. Am 31. Mai sollen Versammlungen von bis zu 100 Leuten erlaubt werden. Am 14. Juni will man dann alle Versammlungsbeschränkungen aufheben. Bedingung für alle Lockerungen ist nach Angaben von Regierungschef Benjamin Netanjahu, dass die Zahl der Neuinfektionen nicht wieder über mehr als 100 pro Tag steigt.

Israel kam bisher vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurde der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 16 454 Menschen nachgewiesen. 11 376 sind wieder genesen. 247 Menschen starben. (dpa)

+++ Corona: Bundestagsabgeordneter Diaby bekommt weniger Hassnachrichten +++

(10.05. 2020, 08:45 Uhr)

Der Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby aus Halle hat in den vergangenen Wochen weniger Hassnachrichten bekommen. Seit Beginn der Corona-Krise bekomme er weniger negative Nachrichten und habe das Gefühl, dass die Aggressivität ihm gegenüber abgenommen habe, sagte der Sozialdemokrat der Deutschen Presse-Agentur. Es könne auch sein, dass es nun andere Themen seien, auf die sich gestürzt werde. Diaby war eigenem Bekunden zufolge immer wieder Opfer von Hass im Netz geworden und hat sich klar gegen Hetze im Internet ausgesprochen. Zudem waren Anfang des Jahres Einschusslöcher an seinem Bürgerbüro festgestellt worden. Der aus dem Senegal stammende Politiker war als Student nach Halle gekommen und lebt seit Jahrzehnten in Deutschland. (dpa)

Karamba Diaby (Bild: Getty Images)

+++ Corona-Krise in Japan: Blumen für Blutspender +++

(10.05. 2020, 07:39 Uhr)

Um trotz des Corona-Notstands Bürger zum Blutspenden zu motivieren, bedanken sich in Japan Mitarbeiter vom Roten Kreuz mit einem kleinen Geschenk bei den Freiwilligen: und zwar passend zum Muttertag mit Blumen, wie der japanische Fernsehsender NHK am Sonntag berichtete. Im Zuge des noch bis zum 31. Mai angesetzten Notstands sei die Zahl der Blutspenden gesunken, da viele Menschen wie von den Behörden gefordert zu Hause blieben. In der Stadt Hiroshima haben sich daher Mitarbeiter vom Roten Kreuz Dutzende Blumensträuße zugelegt, um sich bei den Bürgern zu bedanken, die sich zum Blutspenden bereiterklärten. (dpa)

+++ Südkorea meldet stärksten Anstieg von Corona-Fällen seit vier Wochen +++

(10.05. 2020, 07:29 Uhr)

Nach einem Anstieg der Zahl lokal übertragener Corona-Infektionen in Südkorea wächst die Furcht vor einer möglichen Destabilisierung der Lage. Die Gesundheitsbehörden teilten am Sonntag mit, am Samstag seien 34 zusätzliche Fälle festgestellt worden. Das war der höchste Anstieg seit vier Wochen in dem Land, das wegen seiner entschlossenen Test- und Quarantänemaßnahmen als Vorbild gilt.

Präsident Moon Jae In mahnte in einer Rede zum dritten Jahrestag seines Amtsantritts, bei der Wachsamkeit gegen den Covid-19-Ausbruch nicht nachzulassen. «Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.» Zugleich versuchte er, die Bürger zu beruhigen. Es gebe keinen Grund, «aus Furcht stehen zu bleiben». Die Corona-Situation in Südkorea sei zuletzt in eine Phase der Stabilisierung eingetreten.

Sorgen bereitet den Behörden eine Häufung von Infektionen, die zuletzt im Zusammenhang mit dem Besuch eines infizierten männlichen Besuchers von Bars und Nachtclubs in einem Vergnügungsviertel in der Millionenmetropole Seoul aufgetreten waren. Der Betroffene wurde erst nach dem Besuch der Clubs positiv auf das Virus getestet. Bis zum Freitag wurden 15 Infektionsfälle auf ihn zurückgeführt. Nach Angaben der Behörden kamen am Samstag 14 bestätigte Neuinfektionen in Seoul dazu. Zunächst war unklar, ob sie miteinander in direkter Verbindung miteinander standen.

Der Seouler Bürgermeister Park Won Soon ordnete am Samstag an, den Betrieb sämtlicher Clubs, Bars und anderer nächtlicher Unterhaltungseinrichtungen der Hauptstadt vorläufig einzustellen. (dpa)

+++ FDP bringt Corona-Untersuchungsausschuss ins Spiel +++

(10.05. 2020, 07:24 Uhr)

Die FDP besteht auf einer politischen Aufarbeitung der staatlichen Corona-Strategie und bringt dafür erstmals auch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss ins Spiel. «Schon jetzt zeichnen sich erhebliche Versäumnisse von Bundes- und Landesregierungen insbesondere in der Frühphase der Pandemie ab, die intensiv analysiert und bewertet werden müssen», sagte der Vizevorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Ein Untersuchungsausschuss mit den erheblichen Befugnissen ist sicherlich am ehesten geeignet, das Handeln und Nicht-Handeln der Bundesregierung einer kritischen Überprüfung zu unterziehen.»

Theurer erläuterte, noch stehe der unmittelbare Kampf gegen und die erste Anpassung an die Pandemie im Vordergrund. Es gehe um die Verfügbarkeit von Corona-Apps, die Wirtschaftskrise und eine drohende Insolvenzwelle im Mittelstand. «Dringend erforderlich ist aber schon jetzt ein Monitoring der Maßnahmen von Bundes- und Landesregierungen, wie sich bei der von der FDP angestoßenen Debatte um eine differenzierte Öffnungsstrategie gezeigt hat.»

«Um aus den Versäumnissen zu lernen, welche die Bundesregierung zweifelsohne begangen hat, müssen wir ihren Umgang mit dem neuartigen Coronavirus seit den ersten Meldungen darüber kritisch durchleuchten», sagte Theurer weiter. Die Diskussion, ob hierfür ein Untersuchungsausschuss eingesetzt oder eine Enquête-Kommission gebildet werden solle, werde unter den Bundestagsabgeordneten bereits intensiv geführt.

Der FDP-Politiker betonte, über die aktuellen Herausforderungen dürfe der richtige Zeitpunkt für die wichtige parlamentarische Aufarbeitung der staatlichen Pandemie-Maßnahmen nicht verpasst werden. «Das Zeitfenster dafür ist begrenzt. Die Zeit bis zur Sommerpause vor der Bundestagswahl im nächsten Jahr ist äußerst knapp bemessen.» Es besteht die Gefahr, dass die nötige Aufarbeitung der Diskontinuität zum Opfer falle.

Das Prinzip der Diskontinuität bedeutet, dass alle Initiativen, die der Bundestag bis zum Ende einer Wahlperiode nicht abschließt, null und nichtig sind. (dpa)

+++ Experten: Stechmücken übertragen das Coronavirus nicht +++

(10.05. 2020, 07:22 Uhr)

Von Stechmücken geht in der Corona-Pandemie nach bisherigen Erkenntnissen keine Gefahr aus. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 werde durch Tröpfcheninfektion übertragen - mit dem Stich einer Mücke könne das Virus nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht in den Körper gelangen, sagte Mücken-Expertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) der Deutschen Presse-Agentur.

Das bestätigt auch Peter Ben Embarek, WHO-Experte für Infektionen, die von Tier zu Mensch oder umgekehrt übertragen werden können. Studien hätten sich mit verschiedenen Parasiten - auch Mücken - beschäftigt und keine Übertragung festgestellt. «Diese Viren haben spezifische Affinitäten zu bestimmten Arten, und sie können nur an bestimmte Zellen andocken - sie können nicht jede Art infizieren, mit der sie in Berührung kommen», sagte Ben Embarek. (dpa)

Stechmücken übertragen nach Expertenaussage das Coronavirus nicht. (Bild: Getty Images)

+++ Corona-Krise hilft E-Scooter-Branche beim Gesundschrumpfen +++

(10.05. 2020, 07:19 Uhr)

Nach dem Hype und überbordenden Wachstum des vergangenen Jahres könnte die Corona-Krise der E-Scooter-Branche beim Gesundschrumpfen helfen. Viele Anbieter haben ihre Dienste vorübergehend gestoppt oder zumindest ausgedünnt, auch Kündigungen gab es schon. Experten erwarten nun eine Bereinigung der Branche, deren Erträge auch durch die starke Konkurrenz unter Druck stehen.

Die Corona-Krise verschärfe den «Überlebenskampf», sagte Andreas Nienhaus von der Beratung Oliver Wyman. Auch beim Anbieter Lime heißt es, die Krise könne dazu beitragen, «dass sich die erwartete Markt-Konsolidierung beschleunigt und nicht alle E-Scooter-Anbieter die Pause überstehen werden». Man selbst sehe sich aber «in einer guten Position, die Krise zu meistern».

Doch die Branche hatte schon vor der Pandemie Probleme. Die Kosten des laufenden Betriebs seien höher, als die Betreiber zunächst angenommen hätten, sagte Nienhaus. Zudem könnten sich die Anbieter von der Konkurrenz vor allem dadurch absetzen, dass sie billiger seien oder indem sie so viele E-Scooter wie möglich in den Städten verteilten. Doch das sei teuer. «Die Konsolidierung wird den Anbietern helfen, profitabel zu arbeiten», sagte Nienhaus. «Zudem verbessert sich die Technik - die Roller halten länger und brauchen weniger Wartung. Auch das spart Kosten.» (dpa)

+++ Japaner bedanken sich in Corona-Krise bei Müllmännern +++

(10.05. 2020, 07:18 Uhr)

Auch sie sorgen sich in Corona-Zeiten um das Allgemeinwohl ihrer Mitbürger: die Müllmänner. In der japanischen Stadt Karatsu erhielten Mitarbeiter der städtischen Müllabfuhr nun eine unverhoffte Aufmunterung. Aus Dank für ihren Einsatz hinterlegte ein Bewohner neben der Müllsammelstelle eine kleine Tüte für sie mit selbstgebastelten Mundschutzmasken - drei für Erwachsene und zwei für Kinder, wie die Zeitung «Yomiuri Shimbun» am Sonntag meldete. In einer beigefügten Botschaft bedankte sich der oder die Spenderin für die Arbeit der Müllmänner. Diese brachten das liebevolle Geschenk zurück ins Büro zu ihren erstaunten Kollegen. Es sei erfreulich, in diesen angespannten Zeiten solch Aufmerksamkeit zu erhalten, hieß es. (dpa)

+++ Göring-Eckardt fordert verbindliches System für Corona-Tests +++

(10.05. 2020, 07:17 Uhr)

Die Grünen im Bundestag fordern ein transparenteres und bundesweit einheitliches Konzept für Corona-Tests. Ihre Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt schlug im «Tagesspiegel am Sonntag» eine Art Corona-Ampel vor. Das Robert Koch-Institut (RKI) soll demnach fünf Corona-Warnstufen mit entsprechend verbindlichen Testpflichten definieren. «Die höchste Stufe bedeutet: Hotspot. Die niedrigste Stufe: so gut wie keine Fälle. Je mehr Fälle es in einer Region gibt, desto mehr Stichproben-Tests an bislang symptomfreien Personen sollte es geben.»

In Hotspots mit besonders vielen Infektionen sollten alle Menschen getestet werden, sagte Göring-Eckardt der Zeitung. Nur in Regionen mit der niedrigsten Corona-Warnstufe wären dann lediglich die Personen mit bekannten Symptomen zu testen. Die Grünen-Politikerin betonte: «Nur durch engmaschige und regional angepasste Kontrollen kann ein Rückfall und eine zweite Welle verhindert werden.» (dpa)

+++ US-Experte Fauci geht nach Corona-Kontakt in Quarantäne +++

(10.05. 2020, 07:15 Uhr)

Der prominente US-Regierungsberater und Immunologe Anthony Fauci begibt sich nach einem Kontakt mit dem coronainfizierten Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump in eine «modifizierte Quarantäne». Das sagte der Gesundheitsexperte dem US-Sender CNN am Samstag (Ortszeit). Allerdings habe es sich um einen Kontakt mit niedrigem Risiko gehandelt, räumte Fauci ein. Dem Bericht zufolge sei er dem infizierten Mitarbeiter zu der Zeit, als dessen Infizierung bekannt war, nicht sehr nahe gekommen.

Um auf der sicheren Seite zu sein, werde er aber vierzehn Tage von zu Hause aus arbeiten und so lange eine Maske tragen, sagte Fauci dem Sender. In sein Büro im Nationalen Gesundheitsinstitut würde er nur gehen, wenn er dort allein wäre, fügte er hinzu. Zudem werde er sich täglich auf das Coronavirus testen lassen. Am Freitag sei sein Test noch negativ ausgefallen, so Fauci. Sollte er im Weißen Haus gebraucht werden, werde er selbstverständlich alle Vorsichtsmaßnahmen einhalten.

Am Donnerstag hatte das Weiße Haus mitgeteilt, dass ein Mitarbeiter Trumps mit dem Coronavirus infiziert sei. Der Präsident sei seitdem negativ auf das Virus getestet und worden und bei bester Gesundheit, betonte ein Sprecher. Trump selbst sagte am Donnerstag, er habe nur sehr wenig Kontakt mit dem Mitarbeiter gehabt. Die Corona-Tests im Weißen Haus würden nun täglich und nicht nur wöchentlich gemacht. Am Freitag wurde zudem bekannt, dass auch die Pressesprecherin des Vizepräsidenten Mike Pence mit dem Coronavirus infiziert ist.

Bislang sind in den USA der Universität Johns Hopkins zufolge gut 1,3 Millionen Corona-Ansteckungen nachgewiesen worden. Mehr als 78 000 Menschen starben in den USA infolge der Lungenkrankheit Covid-19. (dpa)

US-Regierungsberater und Immunologe Dr. Anthony Fauci. (Bild: Getty Images)

+++ Protest gegen Corona-Regeln: Kritik an FDP-Politiker Kemmerich +++

(10.05. 2020, 07:13 Uhr)

Thüringens Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich hat an einem Protest gegen die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilgenommen und damit heftige Kritik auf sich gezogen. Seine Teilnahme bestätigte der FDP-Politiker am Samstagabend selbst bei Twitter. Er habe an einer Veranstaltung in Gera für «Verhältnismäßigkeit und einen Corona-Exit mit Maß und Mitte» teilgenommen, schrieb Kemmerich. In mehreren deutschen Städten hatten am Samstag Tausende gegen die Maßnahmen in der Pandemie demonstriert.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow kritisierte vor allem die mutmaßliche Nicht-Einhaltung von Corona-Regeln bei der Veranstaltung: «Abstand halten oder Mund/Nasenschutz/Bedeckung? - Fehlanzeige! Vorbildfunktion? - Fehlanzeige!», schrieb er in dem Kurznachrichtendienst zu einem Bericht mit einem Foto von Kemmerich. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) kritisierte, dass der FDP-Politiker sich dafür lobe, zusammen mit der AfD und Verschwörungstheoretikern «gegen Verantwortung für unser aller Gesundheit» aufzulaufen. Einem Bericht des «Redaktionsnetzwerks Deutschland» zufolge nahmen auch AfD-Politiker an dem Protest teil.

Kritik an Kemmerich kam auch aus der eigenen Partei. «Liberal sein heißt nicht, aus Prinzip gegen etwas zu sein, gerade, wenn es Menschen schützt», schrieb die Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei Twitter. Ria Schröder, die Vorsitzende der Jungen Liberalen, erklärte, ohne Kemmerich namentlich zu nennen, «wer bewusst Hygienemaßnahmen missachtet und sich mit Rechtsextremen einreiht, der ist nicht Mitte, sondern gefährdet uns alle und untergräbt die konstruktive Arbeit» der FDP.

Der FDP-Politiker steht nicht zum ersten Mal wegen seines Verhaltens in der Kritik. Kemmerich war am 5. Februar mit Stimmen von AfD, CDU und FDP in Thüringen zum Ministerpräsidenten gewählt worden, was bundesweit für Entrüstung und Proteste sorgte. Drei Tage nach seiner Wahl trat er zurück. (dpa)

+++ Scholz für höhere Steuer für Reiche +++

(10.05. 2020, 07:13 Uhr)

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich für höhere Steuern für Reiche ausgesprochen. Die Bürger, die «sehr, sehr viel verdienen, sollten einen etwas höheren Beitrag leisten», sagte der SPD-Politiker dem «Tagesspiegel am Sonntag». «Das bleibt unser Ziel, und das wird ganz sicher auch in unserem nächsten Wahlprogramm stehen.» Er verwies auf das Wahlprogramm von 2017. Dort hatte die Partei einen Spitzensteuersatz von 45 Prozent und die Einführung einer Reichensteuer gefordert.

Auf die Frage, ob das eine Art «Corona-Soli» werden solle, betonte Scholz: «Es geht um ein faires und gerechtes Steuersystem.» Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig Solidarität sei. «Hoffentlich vergessen wir das nicht. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie nach der Finanzkrise manche, die mit Milliarden an Steuergeld gerettet wurden, sich hinterher wieder aufführten, als seien sie die Masters of the Universe, und so getan haben, als ob sie ohne andere zurecht kämen.»

Angesichts von Forderungen nach weiteren Milliardenhilfen und Abwrackprämien für die Automobilindustrie sagte Scholz: «Wir werden nicht alle Probleme allein mit Steuergeld lösen können.» Er gebe seinem Vorgänger Wolfgang Schäuble (CDU) uneingeschränkt Recht, der betont hatte, der Staat könne nicht auf Dauer den Umsatz ersetzen. «Wichtig ist, dafür zu sorgen, dass die Unternehmen durchhalten können, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben, dass es bald wieder losgehen kann.» Er erwarte, dass die deutsche Schuldenquote von zuletzt unter 60 Prozent der Wirtschaftsleistung wohl auf mehr als 75 Prozent klettern werde. (dpa)

+++ Hofreiter fordert von Seehofer Plan zur Grenzöffnung +++

(10.05. 2020, 07:11 Uhr)

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) einen Plan zur Öffnung der in der Corona-Pandemie geschlossenen Grenzen gefordert. Die anhaltenden Schließungen «belasten Familien, Lebenspartnerschaften und Berufstätige in den Grenzregionen genauso wie den Warenfluss im gemeinsamen Binnenmarkt», sagte Hofreiter den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Seehofer müsse «endlich einen Plan für die Grenzregionen vorlegen, der Freizügigkeit und Gesundheitsschutz vereint, damit die Grenzübergänge so bald wie möglich wieder geöffnet werden können».

Auch SPD-Chefin Saskia Esken forderte ein Konzept für Lockerungsschritte. Man müsse die Grenzkontrollen schnell überwinden, «sobald es ein verantwortungsvoller Umgang mit dem

Infektionsrisiko wieder erlaubt», sagte sie der «Welt am Sonntag». Auch wenn es für generelle Grenzöffnungen zu früh scheine, müssten die Verantwortlichen «endlich ein Konzept für Lockerungsschritte erarbeiten».

Die Grenzkontrollen waren erstmals Mitte März angeordnet und dann verlängert worden, um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verlangsamen. Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen seither nur noch aus einem «triftigen Reisegrund» nach Deutschland kommen. (dpa)

21 April 2020, Berlin: Anton Hofreiter, leader of the Bündnis 90/Die Grünen parliamentary group, speaks at a press statement before the start of the switching conference of the Green parliamentary group in the Bundestag. Photo: Michael Kappeler/dpa (Photo by Michael Kappeler/picture alliance via Getty Images)

+++ Altmaier will Produktion von Schutzmasken ankurbeln +++

(10.05. 2020, 07:10 Uhr)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will die Produktion von Atemschutzmasken in Deutschland massiv ankurbeln. Dazu werde die Regierung verschiedene Programme auflegen, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Seit 1. Mai laufe ein Vorhaben, um die Vlies-Produktion zu beschleunigen. «Wenn wir die jährlich produzierte Menge von Filtervlies um 4000 Tonnen erhöhen, können damit bis zu fünf Milliarden Schutzmasken pro Jahr produziert werden», so Altmaier.

In einem zweiten Schritt sollen ebenfalls von diesem Monat an Anlagen zur Herstellung sicherer Masken gefördert werden, mit einem Investitionskostenzuschuss von bis zu 30 Prozent. Ziel sei eine Produktion von jährlich bis zu 2,5 Milliarden, sagte Altmaier. Die Bundesregierung sieht angesichts der Corona-Krise Bedarf an Milliarden von Schutzmasken. Um unabhängiger von China zu werden, soll die Produktion in Deutschland vorangetrieben werden. (dpa)

+++ Walter-Borjans kritisiert Mehrwertsteuersenkung bei Speisen +++

(10.05. 2020, 07:09 Uhr)

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat die Mehrwertsteuersenkung für Speisen in Gaststätten kritisiert. «Das geht auf das Konto der CSU. Markus Söder hat darauf bestanden. In meiner Heimat Köln gibt es an jeder Ecke eine Kneipe. Die leben vor allem vom Bierausschank und haben nichts davon, wenn sie für ihre Frikadellen eine Steuersenkung bekommen. Die brauchen einen direkten Zuschuss. Was haben die von einer Umsatzsteuersenkung, wenn die gar keinen Umsatz machen, erst recht nicht mit Speisen», sagte er der «Bild am Sonntag».

Restaurants und Cafés sollen wegen der Corona-Krise vorübergehend weniger Steuern zahlen. Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch beschlossen, dass die Mehrwertsteuer auf Speisen für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent reduziert wird.

Auch Eltern sollten laut Walter-Borjans eine Direktzahlung erhalten. «Die Unterstützung von Familien mit kleineren und mittleren Gehältern ist eigentlich noch vor einem Konjunkturprogramm nötig.» Der beste Weg sei, Familien einen einmaligen Zuschuss zu überweisen, zum Beispiel mit dem Kindergeld.

Eine Prämie für den Autokauf lehnt er dagegen ab: «Ich halte auch nichts von einer Abwrackprämie für Autos. Wenn die angesichts der Unsicherheit vieler überhaupt etwas bewirken würde, dann nur bei Autokäufen, die sowieso stattfänden.» (dpa)

+++ Reisebranche fürchtet Kollaps und Massenarbeitslosigkeit +++

(10.05. 2020, 07:08 Uhr)

Die Reisewirtschaft in Deutschland fürchtet in der Corona-Krise einen Kollaps und Massenarbeitslosigkeit in der Branche. Für konkrete Zahlen sei es wegen der aufgeschobenen Anmeldefrist für Insolvenzen noch zu früh, sagte der Präsident des Branchenverbandes BTW, Michael Frenzel, der «Welt am Sonntag». «Aber wir haben Umfragen unter den knapp 11 000 Reisebüros und rund 2300 Veranstaltern gemacht. Danach sehen sich zwei Drittel der Unternehmen kurz- bis mittelfristig von Insolvenz bedroht.»

Nach Schätzung des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) sind in der Gesamtbranche inklusive des Gastgewerbes bis zu einer Million Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht. «Rund 70 Prozent erhalten jetzt schon Kurzarbeitergeld», sagte Frenzel.

Die wirtschaftliche Lage der Branche habe sich katastrophal verschärft. «Nicht nur verlieren wir fast elf Milliarden Euro Umsatz bis Mitte Juni. Verschärfend kommt dazu, dass weitere drei bis vier Milliarden Euro Rückerstattungsansprüche von Kunden geltend gemacht werden», sagte Frenzel. «Wir dürfen den drohenden Kollaps der Branche nicht hinnehmen.» Er wies darauf hin, dass die Tourismusindustrie in Deutschland für drei Millionen Arbeitsplätze und vier Prozent der Wirtschaftsleistung stehe. «Damit stehen wir von der Bedeutung her auf Augenhöhe mit der Autoindustrie und den Maschinenbauern.» (dpa)

Die Reisewirtschaft in Deutschland fürchtet in der Corona-Krise einen Kollaps und Massenarbeitslosigkeit in der Branche. (Bild: Getty Images)

+++ Giffey stellt Kita-Regelbetrieb im Sommer in Aussicht +++

(10.05. 2020, 07:06 Uhr)

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hat eine Rückkehr zum Kita-Regelbetrieb im Sommer in Aussicht gestellt. «Wenn das Infektionsgeschehen es zulässt, könnte die Rückkehr zum vollständigen Regelbetrieb vielleicht im Sommer möglich sein. Aber darüber entscheiden letztlich die Länder», sagte die SPD-Politikerin der «Welt am Sonntag». Sie wolle in der kommenden Woche mit der Jugend- und Familienministerkonferenz die weiteren Schritte besprechen. «Wenn jetzt Geschäfte, Hotels, Restaurants und viele andere Bereiche wieder öffnen und mehr Eltern wieder arbeiten gehen, brauchen sie auch eine gute Betreuung für ihre Kinder. Sonst funktioniert das Gesamtsystem nicht.» Ab Montag gilt eine erweiterte Notbetreuung in Kitas. (dpa)

+++ EVP-Chef Weber für längere Schließung von EU-Außengrenze +++

(10.05. 2020, 07:06 Uhr)

Der Fraktionschef der Christdemokraten im Europaparlament (EVP) plädiert dafür, die EU-Außengrenze wegen der Corona-Pandemie für längere Zeit geschlossen zu halten. Manfred Weber (CSU) sagte der «Bild am Sonntag»: «Um alle Grenzen innerhalb der EU wieder öffnen zu können, müssen wir die EU-Außengrenze für Nicht-Europäer bis auf Weiteres geschlossen halten, wahrscheinlich sogar für manche Länder, bis ein Impfstoff gefunden ist.»

Weber sprach sich zugleich gegen bilaterale Reiseabkommen innerhalb Europas aus. «Wenn der Alltag zurückkommt, wenn es Lockerungen gibt, dann darf es keine Diskriminierung, keine Europäer erster und zweiter Klasse geben. Alle müssen gleich behandelt werden.» (dpa)

+++ Elon Musk will wegen Corona-Frust Teslas Firmensitz verlegen +++

(10.05. 2020, 07:05 Uhr)

Tesla-Chef Elon Musk will den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers wegen anhaltender Corona-Beschränkungen in Kalifornien in einen anderen US-Bundesstaat verlegen. Tesla werde die Zentrale und kommende Unternehmungen «sofort» nach Texas oder Nevada verlegen, schrieb Musk am Samstag (Ortszeit) auf Twitter. «Ehrlich, das ist das i-Tüpfelchen», schrieb er in Bezug auf Auflagen des Bezirks Alameda bei San Francisco, die eine Wiedereröffnung der dortigen Tesla-Fabrik vor Juni verhindern würden.

Er werde sofort gegen die Entscheidung des Bezirks klagen, zürnte Musk. Ein Fortbestand der Produktion am Standort Fremont hänge davon ab, wie die Firma dort künftig behandelt werde, schrieb er weiter. «Tesla ist der letzte verbliebene Autohersteller» in Kalifornien und sei zudem ein wichtiger Exporteur, schrieb er.

Musk ist dafür bekannt, mit skurrilen und meinungsstarken Auftritten bei Twitter für Aufsehen und Verwirrung zu sorgen. Erst vergangene Woche hatte er mit einer Serie eigenwilliger Tweets dafür gesorgt, dass Teslas Börsenwert um Milliarden Dollar absackte. 2018 hatte sich Musk mit seinen Tweets sogar Ärger von der US-Börsenaufsicht SEC eingebrockt. Eigentlich muss er sich einer Vereinbarung mit der SEC zufolge relevante Tweets vorab vom Unternehmen freigeben lassen. (dpa)