Coronavirus: Die Hoffnung auf Medikamente wächst

Gegen das Coronavirus gibt es bisher weder einen Impfstoff noch eine zugelassene und wirksame Therapie. Alles, was Ärzte und Krankenhauspersonal bisher tun können, ist die Symptome zu behandeln. Mediziner und Forscher sind jedoch weiterhin auf der Suche nach Medikamenten, die gegen die von dem Virus ausgelöste Lungenkrankheit helfen könnte. Und es gibt hoffnungsvolle Ansätze.

Forscher arbeiten fieberhaft an der Suche nach einem geeigneten Medikament gegen das Coronavirus und die davon ausgelöste Krankheit Covid-19 (Bild: Jane Barlow/PA Wire/dpa)

Fieber senken, Schmerzen lindern, die Atmung unterstützen - mehr können Ärzte bisher nicht für diejenigen tun, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Die Suche nach einer geeigneten medikamentösen Therapie geht derweil weiter. Und einige Ansätze sind vielversprechend.

Hoffnung aus der Ebolaforschung

Vor allem in den Off-Label-Use von Medikamenten, die eigentlich für andere Erkrankungen entwickelt wurden, setzen Forscher bisher die größte Hoffnung, die Lungenkrankheit Covid-19 zu bekämpfen.

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So ziehen Mediziner und Forscher den Gebrauch von einen Mittel in Betracht, das bereits gegen Ebola und andere Vireninfektionen eingesetzt wurde. Besonders im Augenmerk steht Remdesivir, das die Vermehrung des Virus im Körper verhindern soll. Erste Tests in China und den USA laufen bereits. US-Ärzte berichteten von einem 35-jährigenUS-Amerikaner, der an Covid-19 erkrankt war und nach der Behandlung mit Remdesivir nach wenigen Tagen Besserung zeigte. Derzeit lässt sich jedoch nicht sagen, ob er tatsächlich auf das Medikament ansprang oder sich seine Symptome zufällig besserten.

Deutsche Forscher stoßen auf weiteres Medikament mit Potential

Ein weiterer wichtiger Forschungsansatz kommt indes aus Deutschland. Wissenschaftler vom Primatenzentrum in Göttingen und von der Berliner Charité identifizierten eine Protease, die in menschlichen Zellen vorkommt und vom Virus benötigt wird, um in die Zellen zu gelangen.

Tests gibt es bisher nur an Zellkulturen: Diese mikroskopische Aufnahme zeigt SARS-CoV-2 (orange) isoliert von einem Patienten in den USA, das aus der Oberfläche von im Labor kultivierten Zellen (grün) austritt (Bild: Uncredited/NIAID-RML/AP/dpa)

Tatsächlich existiert bereits ein Medikament namens Camostat Mesilate, das eben diese Protease hemmt. In Japan ist es zugelassen, um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu behandeln. Tests an Zellkulturen zeigten, dass der Protease-Inhibitor das Eindringen des Coronavirus in die Zelle verhindern kann.

Klinische Studien bleiben unerlässlich

Neben diesen sehr vielversprechenden Ansätzen gibt es noch weitere Medikamente, die Forscher bei der Behandlung der Coronavirusinfektion in Betracht ziehen. Doch bis diese wirklich außerhalb von Tests an Patienten angewandt werden, kann es dauern.

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Denn trotz Zeitdruck dürfen Experten zufolge auch hier die wichtigsten Schritte zur Qualitätssicherung nicht ausgelassen werden: die klinischen Studien, die ersten Forschungen an Zellkulturen und möglichen Tierversuchen unweigerlich folgen müssen.

Ein wenig Zeitersparnis bietet der Off-Label-Use dennoch. “In einem Zulassungsverfahren werden drei grundlegende Dinge geklärt, nämlich die Wirksamkeit, die Verträglichkeit und die technische Qualität eines Medikaments”, sagte VFA-Sprecher Rolf Hömke dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland”. “Ist ein Medikament bereits für eine andere Anwendung zugelassen, ist die Verträglichkeit geprüft und die technische Qualität belegt. Nachgewiesen werden muss nach wie vor, dass das Mittel gegen die Krankheit wirkt.”

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