Covid-19: Südkorea testet von nun an Hunde und Katzen

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Diese Woche beginnt die südkoreanische Regierung mit einer neuen Test-Strategie im Umgang mit der Corona-Pandemie. Teil davon ist es auch, künftig Haustiere auf das Virus zu testen.

Nein, Haustiere müssen keine Maske tragen. Dennoch werden sie künftig in Südkorea auf das Coronavirus getestet. Foto: Symbolbild / gettyimages / Carol Yepes
Nein, Haustiere müssen keine Maske tragen. Dennoch werden sie künftig in Südkorea auf das Coronavirus getestet. Foto: Symbolbild / gettyimages / Carol Yepes

In Südkoreas Hauptstadt Seoul werden ab sofort nicht nur Menschen, sondern auch ihre Hunde und Katzen auf das neuartige Coronavirus hin getestet – sofern sie Krankheitssymptome zeigen.

Sollten sie husten, erhöhte Temperatur oder Atemprobleme haben und ihre Besitzer:innen sind an Covid-19 erkrankt, dann werden von nun an auch die Tiere untersucht. Bei einem positiven Befund müssen sie dann in häuslicher Quarantäne untergebracht werden.

In vielen Ländern wurden infizierte Haustiere gemeldet

Es ist nicht neu, dass das Coronavirus in Haustieren nachgewiesen wird. Bislang gibt es entsprechende Berichte etwa aus Italien, Japan, Hong Kong und Brasilien, aber auch aus Deutschland. Ende Januar wurde dann ein Fall in Jinju, eine Stadt in der südkoreanischen Provinz Gyeongsangnam-do, bekannt. Dort fiel der Test bei einer Hauskatze positiv aus, nachdem die Besitzerin und deren Tochter an Covid-19 erkrankt waren.

Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, hat die Verwaltung Seouls deshalb eine Strategie im Umgang mit Haustieren erarbeitet und diesen Montag verkündet.

Häusliche Quarantäne für Tiere

Demnach müssen positiv getestete Haustiere nicht in einer staatlichen Isolationseinrichtung untergebracht werden – wie es etwa für erkrankte Menschen in Südkorea gilt. Das liegt daran, dass es bislang keine Beweise dafür gibt, dass das Coronavirus von Haustieren auf den Menschen zurückspringen kann.

Sollten die Haustier-Besitzer:innen allerdings zeitgleich selbst schwer erkranken oder sogar in einem Krankenhaus behandelt werden müssen, dann werden ihre Tiere in eine öffentliche Einrichtung gebracht und dort überwacht.

Mindestabstand zu Artgenossen

Ansonsten gilt, dass die Tiere zuhause isoliert werden und sowohl zu ihren Besitzer:innen, aber auch zu anderen Tieren während Spaziergängen, einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten sollen.

Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass das Virus wieder auf den Menschen zurückspringt, zeigen Untersuchungen jedoch, dass es sich beispielsweise unter Katzen schnell verbreiten kann.

Keine relevante Infektionsquelle für Menschen

Das in Deutschland für Tierseuchen verantwortliche Friedrich-Loeffler-Institut hat im Dezember einen Übersichtsartikel herausgebracht, in dem es die Rolle von Haus- und Nutztieren in der Pandemie beleuchtet. Demnach seien bislang Hunde, Katzen, Kaninchen, Goldhamster und Frettchen „empfänglich für SARS-CoV-2“.

Dennoch heißt es: „Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass bei uns übliche Nutztiere/lebensmittelliefernde Tiere eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen oder als Infektionsquelle für den Menschen relevant sein könnten.“ Und auch der Kontakt gesunder Menschen zu Haustieren müsse nicht eingeschränkt werden. Ratsam sei es aber immer, „grundlegende Prinzipien der Hygiene zu beachten, wenn man mit Tieren in Kontakt kommt“.

Video: WHO-Experten haben Tier als Pandemie-Auslöser noch nicht identifiziert