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Covid-19: WHO drängt auf Impfung und "offene Augen" für neue Varianten

Covid-19: WHO drängt auf Impfung und "offene Augen" für neue Varianten

Nach insgesamt drei Jahren der Covid-19-Pandemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angekündigt, dass sie den Gesundheitsnotstand herabstufen wird. Dies wurde möglich, weil die WHO den stetigen Rückgang der Sterblichkeit als ermutigend ansieht.

"Die Zahl der gemeldeten Todesfälle durch das Coronavirus ist im Vergleich zum Jahresbeginn um 95 Prozent zurückgegangen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Ist die Herabstufung eine richtige Entscheidung? Was bedeutet das für die Länder und die Menschen?

Die öffentlichen Gesundheitssysteme erholen sich

Nach Angaben der WHO (Stand: 26. April 2023) sind mehr als sieben Millionen Menschen an einer gefährlichen Krankheit gestorben. Das Coronavirus hat die Gesundheit der Weltwirtschaft untergraben, Menschen zu Hause eingeschlossen und viele von ihnen sogar arbeitslos gemacht.

Haben die Gesundheitssysteme während der Coronavirus-Pandemie genügend Erfahrungen gesammelt, um bei künftigen Pandemien effektiver zu sein?

In einer der jüngsten Studien untersuchten WHO-Experten die Situation in 139 Staaten. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass die Gesundheitsdienste heute deutlich weniger gestört sind als im Jahr 2020 und sich allmählich von den drei Jahren der Covid-19-Pandemie erholen.

Von den 139 Staaten meldeten weniger als 25 Prozent der Länder Unterbrechungen bei der Erbringung medizinischer Leistungen. Im Zeitraum Juli-September 2020 meldeten dagegen 59 Prozent der Länder Probleme dieser Art.

Dazu gehören reproduktive Gesundheitsdienste, Impfungen, Altenpflege, übertragbare und nicht übertragbare Krankheiten, Betreuung von Müttern, Neugeborenen und Jugendlichen sowie Screening- und Diagnosedienste.

Die Welt muss auf neue Pandemien vorbereitet sein

Die WHO forderte die Welt auf, sich auf den Ausbruch der Covid-19-Pandemie gut vorzubereiten. Die Wiederherstellung grundlegender Gesundheitsdienste ist von entscheidender Bedeutung, da Unterbrechungen noch größere negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung und Einzelpersonen haben könnten als die Pandemie selbst.

Am 12. Februar 2018 erklärte der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, in einer Rede auf dem Gipfel in Dubai, dass eine "verheerende Epidemie in jedem Land zu jeder Zeit" ausbrechen und Millionen von Menschenleben fordern könne, "weil wir nicht bereit sind, weil wir verwundbar bleiben". Rund zehn Monate später begann sich diese traurige Vorhersage zu bewahrheiten.

Wie besorgt sollten wir noch über Covid-19 sein, damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen? Welche Faktoren sollten wir in unserem täglichen Leben berücksichtigen?

Dem Bericht der Organisation zufolge haben die meisten Länder Fortschritte bei der Integration des Kampfes gegen Covid-19 in das normale System der Gesundheitsversorgung gemacht. Die Impfung ist nach wie vor ein wirksames Mittel: 80-90 Prozent der Länder haben die Covid-19-Impfung, die Diagnose und das Management sowie die Betreuung von Covid-19-Überlebenden vollständig in die Routinepraxis integriert.

Wie könnte sich die Ankündigung der WHO auf die Inanspruchnahme des Impfstoffs auswirken (Anzahl der Personen, die sich impfen lassen oder eine Auffrischungsimpfung erhalten)? Wer sollte Auffrischungsimpfungen des Impfstoffs erhalten?

Welche Pläne gibt es für den Umgang mit künftigen Pandemien?

Krankheitserreger der Atemwege waren und sind eine große globale Bedrohung, die das Potenzial hat, eine Pandemie auszulösen. Die Folgen sind bekannt: hohe Sterblichkeitsraten, überlastete Gesundheitssysteme, Destabilisierung der Weltwirtschaft und wachsende Ungleichheiten beim Zugang zu Gesundheitsdiensten. Wird den mit dem Virus verbundenen Gefahren in den Ländern noch genügend Aufmerksamkeit geschenkt? Welche Pläne gibt es für den Umgang mit künftigen Pandemien?

Damit sich die Länder besser auf künftige Pandemien vorbereiten können, hat die WHO Ende April eine neue Initiative ins Leben gerufen, die Leitlinien für eine umfassende Planung der Reaktion auf alle Erreger von Atemwegserkrankungen enthält, da diese in vielen Gruppen vorkommen.

Die PRET genannte Initiative soll die Bereitschaft und Widerstandsfähigkeit gegenüber neuen Bedrohungen sicherstellen. Sie vereint die neuesten Instrumente und Ansätze für kollaboratives Lernen und kollektives Handeln, die während der Covid-19-Pandemie und anderen gesundheitlichen Notfällen entwickelt wurden.

**Die WHO lädt die Länder dazu ein,
**

  • ihre Pandemie-Bereitschaftspläne zu aktualisieren.

  • die Kommunikation zwischen den zuständigen Abteilungen zu verbessern. (Dazu gehören die Durchführung gemeinsamer Übungen, der Austausch bewährter Verfahren, Herausforderungen und Möglichkeiten.

  • auf der Grundlage der während der Coronavirus-Pandemie gemachten Erfahrungen Mittel für Maßnahmen zur Vorbereitung auf neue gesundheitliche Notfälle bereitzustellen.

Die Wissenschaft steht nicht still

2.000 Wissenschaftler:innen und 600 Krankenhäuser aus 52 Ländern nehmen an der so genannten Solidaritätsstudie teil. Dabei handelt es sich um eine beispiellose internationale Zusammenarbeit, um lebensrettende Heilmittel für Covid-19 zu finden.

Die Wissenschaftler prüfen drei Medikamente, die das Arsenal der nach dem nationalen Protokoll eingesetzten Arzneimittel ergänzen könnten. An der Studie nahmen 14.200 Krankenhauspatient:innen teil.

Vorläufigen Ergebnissen zufolge sind Remdesivir, Hydroxychloroquin, Lopinavir und Interferon bei Patienten, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden, wenig wirksam.

PRET ist eine Weiterentwicklung des WHO-Konzepts zur Pandemievorsorge, das auf einem objektiven Ansatz und nicht auf spezifischen Krankheiten beruht. Die WHO wird bei Bedarf weiterhin krankheitsspezifische Leitlinien entwickeln und verbreiten.