Darf Prinz Andrew nicht zu Weihnachtsfeierlichkeiten der Royals erscheinen?

Prinz Andrew hat sich von seinen königlichen Verpflichtungen zurückgezogen. Foto: Getty

Berichten zufolge kann es sein, dass Prinz Andrew nicht am jährlichen Weihnachtsgottesdienst mit der Queen und anderen Mitgliedern der Königsfamilie teilnehmen darf. Angeblich hat man Angst, dass dies Protestierende anziehen würde.

Der 59-jährige, der auch schon letzte Woche beim offiziellen Dinner der Queen mit NATO-Führungskräften im Buckingham Palace nicht anwesend war, wird nun wahrscheinlich auch an Weihnachten nicht dabei sein, um der Königsfamilie „weitere Peinlichkeiten“ zu ersparen.

Berater der Royals empfehlen, dass Andrew an Weihnachten nicht anwesend sein sollte

Laut The Sun haben Aktivisten gegen sexuellen Missbrauch vor, sich an dem Tag zwischen die Fans der Royals zu mischen. Quellen behaupten, die Queen sei „sehr verärgert“ über die ganze Situation.

„Es gibt Gespräche zum Thema Weihnachten und den Wunsch einiger am Hof, dass Prinz Andrew der Kirche fernbleiben soll, wo er mit dem Rest der Familie zusammen gesehen würde“, erzählte eine Quelle des Königshauses der Publikation.

„Sie wissen, dass Medien aus der ganzen Welt dort sein würden und dass es die Schlagzeilen des Tages dominieren würde.“

Allerdings befürchten Berater, dass der Herzog von York darauf bestehen wird, weiterhin als private Person an den Feierlichkeiten der Königsfamilie teilzunehmen. Sie hoffen, dass er sich dagegen entscheiden wird, wenn ihm klar wird, „wie viel schlimmer die Situation werden kann.“

Natürlich würde er nicht der einzige sein, der dieses Jahr nicht anwesend ist. Prinz Harry und Meghan verbringen die Weihnachtstage mit Meghans Mutter Doria Ragland in den USA.

Die Royals am Morgen des ersten Weihnachtstages beim Gottesdienst in der St. Mary Magdalene Kirche in Sandringham. Foto: Getty

Prinz Andrew legt offiziell öffentliche Ämter nieder

Prinz Andrew hat bis auf weiteres seine königlichen Ämter niedergelegt, nachdem herausgekommen war, dass er in den Skandal um den verurteilten Sextäter Jeffrey Epstein verwickelt ist.

Andrew, der zweite Sohn Königin Elizabeths streitet ab, dass er Sex mit einem 17-jährigen Mädchen gehabt hatte, welchen sein Freund Epstein für ihn organisiert haben soll. Der Geschäftsmann hatte sich in seiner Zelle in einem US-Gefängnis das Leben genommen, als er auf seinen Prozess wegen des Handels mit Sex wartete.

Der Skandal eskalierte nachdem Andrew in einem katastrophalen Interview mit der BBC wirre Erklärungen gemacht hatte. Das Interview wurde im November ausgestrahlt und viele Zuschauer glaubten seine Erklärungen nicht. Zudem wurde sein Mangel an Mitgefühl für Epsteins Opfer von den meisten scharf verurteilt.

In einem Statement des Buckingham Palastes sagte Andrew, dass ihm in den letzten Tagen klar geworden sei, dass seine Verbindung zu dem verstorbenen verurteilten Sextäter Jeffrey Epstein eine „große Ablenkung“ von der Arbeit der Königsfamilie darstelle.

„Daher habe ich Ihre Majestät darum gebeten, bis auf weiteres von meinen öffentlichen Ämtern zurücktreten zu dürfen, und sie hat es mir gestattet“, sagte er.

Der Herzog von York ist in den Sex-Skandal um Jeffrey Epstein verwickelt. Foto: Getty

Prinz William ist bereit, mit der Strafverfolgung “zu kooperieren”

Prinz Andrew hat sich außerdem für seine Verbindung zu Epstein entschuldigt, der im August im Gefängnis gestorben war. Regierungsbeamte aus New York City haben seinen Tod als Selbstmord eingestuft. Andrew sagte, wenn er muss, sei er gewillt mit den verantwortlichen Behörden zu kooperieren.

Es kann außerdem zu möglichen gerichtlichen Vorladungen durch die Frauen kommen, die Epsteins Nachlass verklagen. Viele glauben, Andrew könne wichtige Zeugenaussagen zu dem Missbrauch machen, die diese erlitten haben.

Der Skandal ist für das Königshaus einer der schlimmsten seit einigen Jahrzehnten und hat Andrews Ansehen ernsthaft geschädigt.

US-Behörden, die für die Strafverfolgung zuständig sind, haben sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert, ob gegen Andrew wegen möglicher Gesetzesbrüche ermittelt werden wird.

Viele der Gerichtsunterlagen zum Fall Epstein sind versiegelt und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Währenddessen sind sich britische Rechtsexperten nicht einig, ob Andrew als älterer britischer Royal Immunität vor Verhaftungen genießt. So eine Situation hat es vor Gericht bisher noch nicht gegeben.

Mit zusätzlicher Berichterstattung von AAP

Kristine Tarbert