Coronavirus: Darum ist Schlaf so wichtig für das Immunsystem

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Anlässlich des heutigen Weltschlaftags weisen Mediziner auf die Wichtigkeit hin, die genügend Schlaf für ein intaktes Immunsystem hat. Eine Infizierung mit dem Coronavirus kann das natürlich nicht verhindern, aber immerhin ließe sich somit die Ausgangssituation verbessern.

Schlaf ist wichtig für das Immunsystem. (Symbolbild: Getty Images)

Der australische Schlafexperte Dr. David Burton hat gegenüber Yahoo! Australia betont, wie groß der Einfluss ist, den das Schlafverhalten auf die Abwehrreaktion des Körpers gegen alle möglichen Krankheiten hat. Neben einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung sei Schlaf die dritte Säule der Gesundheit, die neben der Stärkung des Körpers auch wichtig für die mentale Gesundheit sei. ”Schlafentzug kann die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, mit der man sich mit einem Virus infiziert und auch die Geschwindigkeit, in der man sich wieder von ihm erholt“, sagte der Mediziner.

Nur die Hälfte der Deutschen ist mit ihrem Schlaf zufrieden

Nach einer Umfrage, die das Institut Ipsos Observer 2018 durchgeführt hat, sind bundesweit nur 63 Prozent der Deutschen mit ihrem Schlaf zufrieden. Nur die Hälfte der Befragten gab an, sich wirklich ausgeschlafen zu fühlen. Als Gründe für die mangelnde Schlafqualität und -dauer wurden berufliche, finanzielle und familiäre Sorgen ebenso angeführt wie Stress, Gesundheitsprobleme oder Harndrang.

Der Körper muss alle Schlafphasen durchlaufen, um sein Immunsystem zu stärken. (Symbolbild: Getty Images)

Darum ist Schlaf so wichtig

Gesunder Schlaf gliedert sich in fünf Schlafphasen, von denen jede einzelne eine besondere Bedeutung für die Erholung des Schlafenden hat: Die erste ist die Einschlafphase, gefolgt von der Leichtschlafphase, der Tiefschlafphase, die sich in eine Phase von mitteltiefem und eine von sehr tiefem Schlaf unterteilt, und zuletzt die REM-Phase, in der das Gehirn Informationen und Erlebtes verarbeitet. Nur, wenn der Körper alle Phasen durchlebt, kann das Gehirn auf einem hohen Level arbeiten und der Körper ist fit genug, um gegen mögliche Viren und Infekte anzukämpfen.

Was passiert, wenn wir nicht genug Schlaf bekommen?

Im Schlaf produziert der Körper sogenannte Zytokine. Sind diese nicht in genügender Anzahl vorhanden, haben Infekte und Viren leichtes Spiel. Daneben führt Schlafmangel auch zu Konzentrations- und Wahrnehmungsschwierigkeiten, Antriebsmangel und es fällt uns schwerer, mit Stressoren aller Art umzugehen. Die Australasian Epidemiological Association geht davon aus, dass Schlafmangel außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen erhöht. Zudem wird er mit Demenz und einer erhöhten Anfälligkeit für bestimmte Krebsarten in Verbindung gebracht.

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Mittagsschlaf hilft

Natürlich kann ein Mittagsschläfchen keine komplett schlaflose Nacht ersetzen, aber es kann dazu beitragen, die Konzentration – und die Laune – zu verbessern. Laut Dr. Burton sind 10 bis 20 Minuten Schlaf optimal. Zu langer Schlaf könne bewirken, dass man sich danach noch schlapper und unausgeschlafener fühle.

Tipps für besseren Schlaf

Experten raten dazu, vor dem Zubettgehen eine feste Routine zu entwickeln, zu der zum Beispiel eine schöne Tasse Tee oder sanfte Musik gehören kann. Außerdem solltest du Störfaktoren wie Licht oder Lärm so gut wie möglich eliminieren. Das Schlafzimmer sollte abgedunkelt werden, die Raumtemperatur am besten nicht über 18 Grad liegen und das Handy ausgeschaltet sein. Auf Alkohol solltest du verzichten. Je nach Typ brauchen Erwachsene zwischen sieben und neun Stunden Schlaf.

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