Darum verdient Apple mit verlorenen AirPods ein Vermögen

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Verlorene AirPods sind für die Betroffenen ein Ärgernis. Apple indes verdient sich damit eine goldene Nase. Denn viele Kunden wollen Ersatzgeräte haben und die sind teuer.

Apples AirPods sind schick und praktisch. Sie können aber auch schnell verloren gehen. In dem Fall wird es für den Kunden teuer. (Bild: Getty Images)

Apples AirPods sind ein Erfolgsmodell. Viele Kunden des High-Tech-Giganten finden die kabellosen Kopfhörer schick und praktisch. Dem Hersteller bescheren sie stetig steigende Umsätze und Gewinne. Im vergangenen Jahr konnte Apple mehr als 30 Millionen Air Pods und AirPods Pro an den Mann bringen.

Dieses Jahr sollen es Experten zufolge sogar rund 62 Millionen werden. Dies entspräche einem Umsatz zwischen 10 und 12 Milliarden US-Dollar. Doch nicht nur mit den Kopfhörersets aus jeweils zwei AirPods und einem Ladecase sahnt Apple richtig ab. Einen nicht unerheblichen Teil seines Umsatzes generiert der Konzern auch mit dem Verkauf von Ersatz-AirPods.

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Denn mit den kabellosen Kopfhörern verhält es sich tatsächlich so, wie es Kritiker mit der Einführung des Produkts vorausgesagt hatten. Sie haben den Nachteil, dass sie schon mal leicht aus dem Ohr fallen und verloren gehen können. Allein im New Yorker U-Bahn-System werden pro Jahr mehr als 100 verlorene Teile eines AirPod-Sets gefunden, wie der Nachrichtenplattform CBS News berichtet.

Die Dunkelziffer liege wesentlich höher. Das ist ärgerlich für die Betroffenen, denn die Kopfhörer-Sets sind mit 159 Dollar respektive 144,89 Euro aufwärts nicht gerade günstig. Die Apple-Verantwortlichen hingegen dürften sich mit jedem verlorenen Set-Teil die Hände reiben.

AirPods mit Ladestation (Bild: Getty Images)

Teure Treue

Denn die Nutzer halten den AirPods trotz des Verlustrisikos und -vorkommens die Treue. Zwar verschweigt sich Apple darüber, wie viele Kunden sich im Falle eines Verlustes ein Ersatzgerät beschaffen. Experten zufolge sind es jedoch nahezu alle Betroffenen. Laut dem Analysten Dan Ives, den CBS News befragte, verzichtet gerade mal ein Prozent von ihnen auf Ersatz. Alle anderen melden sich demnach wieder bei Apple.

Den Hersteller freut das, denn das Pech seiner Kunden, sorgt bei ihm für klingende Kassen. Immerhin verlangt Apple stolze 75 Euro für einen einzigen Ersatz-Kopfhörer der Variante AirPod. Ein AirPod Pro schlägt sogar mit 99 Euro zu Buche. Hat der Kunde beide Teile verloren, wird es entsprechend jeweils doppelt so teuer. Auch bei den Ersatz-Ladestationen sind die Preise gestaffelt, hier muss der Betroffene je nach Modell zwischen 65 und 109 Euro entrichten.

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Was das für den Umsatz bedeutet? Experte Ives schätzt, dass Apple mit dem Verkauf von Ersatz-Airpods rund 700 Millionen Dollar jährlich einnimmt. Als der Konzern die Kopfhörer im September 2016 einführte, wurde das Produkt von vielen belächelt. Wie es aussieht, lacht Apple zuletzt und am besten.

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