Darum vergeht Frauen ab 40 die Lust auf Sex

Frigidität – so wird verminderter Sexualtrieb in der Fachsprache genannt. Die Beeinträchtigung des Sexualtriebs kann in jeder Lebensphase vorkommen. Bei Frauen ab 40 taucht sie jedoch vermehrt auf. Zwei unabhängige Umfragen, die 2008 und 2014 durchgeführt wurden, deuten auf eine steigende Zahl von Betroffenen hin.

Antworteten bei der ersten Studie noch 34 Prozent der Frauen um die 40, dass sie im Vormonat keinen Sex hatten, waren es 2014 sogar 44 Prozent der befragten Frauen. Doch woran liegt das plötzliche Schwinden des Sexualtriebs? Experten verraten die häufigsten Gründe.

Viele Frauen haben ab Mitte dreißig mit einem verminderten Selbstwertgefühl zu kämpfen, das an der natürlichen Veränderung ihres Körpers liegt. Teilweise fühlen sich Frauen nach der Schwangerschaft nicht mehr begehrenswert, andere sind mit den Effekten des Alterns unzufrieden. Hinzu kommen bei älteren Frauen noch die hormonellen Veränderungen in der Menopause. Fakt ist: Wer seinen Körper nicht attraktiv findet, geht Sex aus dem Weg – so Sextherapeutin Claire Prendergast.

Ein weiterer Grund ist die Veränderung der Hormonwerte, die schon vor der eigentlichen Menopause beginnt. Die Werte der drei wichtigsten Sexualhormone – Testosteron, Östrogen und Progesteron – sinken dramatisch. Die Londoner Ärztin Dr. Sohère Roked empfiehlt hier, die Hormonlevel umfangreich testen zu lassen und gegebenenfalls therapieren zu lassen.

Auch Depression oder die falsche Ernährung können am verminderten Sexualtrieb schuld sein. Patientinnen wird daher häufig empfohlen, die Ernährung umzustellen und dabei auf die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren zu achten. Eine Umstellung der Ernährung kann gleichzeitig auch gegen Depression helfen. Außerdem sei es wichtig, sich an der frischen Luft aufzuhalten und das Aktivitätsniveau zu steigern, so Prendergast. Dies helfe grundsätzlich bei Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper.