Das ist die meisttätowierte Ärztin der Welt

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Die Australierin Sarah Gray ist von oben bis unten mit Tätowierungen geschmückt. Sie ist auch: fertige Ärztin mit dem Ziel, Chirurgin zu werden. Ein Widerspruch? Überhaupt nicht.

Sarah Gray, die vielleicht "meisttätowierte Ärztin der Welt". (Screenshot: Instagram / rosesarered_23)

Mit 16 ließ sie sich ihre erste Tätowierung stechen, heute ist sie Mitbesitzerin eines Tätowierladens und hat Tattoos am ganzen Körper. Sarah Gray ist 31 Jahre alt, alternatives Model und “Miss Inked Australia 2017” (“Tätowierte Miss Australien”). Und überhaupt eine beeindruckende Person: Gray hat ihr Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen und nennt sich jetzt augenzwinkernd “Die meisttätowierte Ärztin der Welt”.

Dieses blauhaarige bunte Mädchen hat es geschafft! Danke an meinen schicken Ehemann dafür, dass er an mich glaubt und mich bei der Verteidigung unterstützt hat und an Jessica dafür, dass sie mich so hübsch gemacht hat! #drgray #meisttätowierteärztinderwelt

Gemeinsam mit ihrem Mann, der auch einige ihrer Tattoos gestochen hat, führt Gray ihren Laden. Und auch ihre Ausbildung ist noch nicht fertig: Sie will orthopädische Chirurgin werden. Auf Instagram versorgt sie ihre mehr als 62.000 Follower mit Updates aus ihrem Leben als Ärztin im chirurgischen Praktikum:

Die bequemsten Kittel überhaupt.

Endlich keine Nachtschichten mehr!

Oder sie zeigt sich in voller Montur für den diesjährigen “Miss Inked Australia”-Wettbewerb:

Ganz normaler Alltagslook als Jurorin heute Abend bei “Miss Inked Beauty”.

Sie zeigt ihre neueste Haarfarbe oder Make-up-Experimente vor:

Oder präsentiert die tollsten Schnappschüsse von ihren professionellen Shootings:

Man sollte ausschließlich zurückschauen, um zu sehen, wie weit man gekommen ist ...

Sarah Gray hat in ihrem jungen Leben definitiv schon einiges geschafft. Ihre Liebe zur Körperkunst sieht sie als kein Hindernis für ihren Beruf: “Wenn du selbstbewusst und kompetent bist, sollte es egal sein, wie du aussiehst”, sagte sie dem australischen Fernsehsender “7News”. “Meine bunte Haut hat keinerlei negative Auswirkungen auf meine Fähigkeiten.”

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Da sie sowieso eine sehr auffällige Erscheinung sei, gebe sie sich große Mühe, auch aus den richtigen Gründen aufzufallen. Ihrer Erfahrung nach dienten die Tattoos auch oft als Eisbrecher, gerade bei jüngeren Leuten: “Es räumt mit traditionellen Vorstellungen darüber auf, wie ein Arzt auszusehen hat.”

Und das ist auch gut so: Grays Ziel ist es nämlich, dass irgendwann mit Ausnahme ihres Gesichtes jeden Zentimeter ihrer Haut eine Tätowierung ziert. Die Patienten? Werden schon damit klarkommen. Gray betrachtet sich als Kunstsammlerin, und wünscht sich von Skeptikern etwas mehr Respekt: “Jeder hat das Recht, Tattoos nicht zu mögen. Ich würde mir aber etwas Anerkennung für die Fähigkeiten wünschen, die es braucht, um Körperkunst zu kreieren.”

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