Das passiert, wenn man mit einer „Make America Great Again“-Kappe in New York herumläuft

Baseballkappen mit Präsident Trumps Slogan „Make America Great Again“ sind Anlass für soziale Experimente, Diskriminierung und gelegentliche Gewalt. (Bild: Getty Images)

Die feuerrote Baseballkappe, die Präsident Trumps Anhänger tragen, sind wahrscheinlich das umstrittenste Kleidungsstück das es derzeit in den Staaten gibt.

Während es die Trump-Kappen in allen Farben des Regenbogens gibt (sogar in Schwarz, um sich zu tarnen), steht auf allen der Slogan „Make America Great Again“ oder kurz „MAGA“.

In eher linken Bundesstaaten tragen die Anhänger die berühmte Kopfbedeckung auf eigene Gefahr. In New York City gab es mehrere Berichte von Betroffenen, die deshalb öffentlich beleidigt wurden, und in einem Fall wurde jemand wegen der Kappe nicht bedient.

Greg Piatek, 30, ein Buchhalter aus Philadelphia musste wegen seiner Trump-Kappe die Kneipe „Happiest Hour“ im West Village verlassen. Laut Piatek begleitete ihn ein Manager nach draußen und sagte: „Jeder, der Trump unterstützt – oder der glaubt, was du glaubst –, ist hier nicht willkommen! Und du musst jetzt gehen, denn wir werden dich nicht bedienen!“

Piatek hatte sich mit einigen Freunden auf ein paar Drinks getroffen und wurde zunächst auch bedient. Als die Bedienung jedoch Wind von seiner politischen Einstellung bekam, wurden er und seine Freunde ignoriert und letztendlich musste Piatek die Kneipe verlassen. Er reichte Klage wegen Diskriminierung gegen die Bar ein.

Die Kappe in der Öffentlichkeit zu tragen, ist zu einer Art sozialem Experiment geworden. Eine Frau ging in dieselbe Bar, um zu sehen, ob auch sie gebeten würde, zu gehen. Der Manager tauschte seine eigene nagelneue Kappe gegen ihre MAGA-Kappe ein. Noch vor Mitternacht konnte sie den Hut für 140 Euro an einen anderen Gast verkaufen. Der Mann, der sie kaufte, wurde dann gebeten, die Bar zu verlassen.

Der New York Post Reporter Dean Balsamini führte ein eigenes Trump-Kappen-Experiment durch und erfuhr entweder Gleichgültigkeit oder Spott. Als er ins Stonewall Inn, eine bekannte Schwulenbar im West Village, ging, beschimpfte ihn ein Gast: „Du kommst in eine Schwulenbar – diese Schwulenbar – mit dieser Kappe?“

Der rechtsgerichtete Provokateur James O’Keefe filmte seine eigene Version des Trump-Kappen-Experiments. Er ließ einen jungen Farbigen für zehn Stunden mit einer Trump-Kappe und einem Trump-T-Shirt durch New York laufen. Er erhielt Kommentare von „Warum bist du so blöd?“ bis zu „Du bist unwissend“.

Während bei den meisten Vorfällen nur scharfe Worte fallen, arten sie manchmal auch in Gewalt aus. Eine Frau, die einen Vortrag des rechtspopulistischen Sprechers Milo Yiannopoulos an der University of California in Berkeley besuchen wollte, wurde von einem antifaschistischen Protestanten mit Pfefferspray angegriffen. Später kam heraus, dass auf ihrer roten Kappe „Make Bitcoin Great Again“ stand. Die Berkely-Proteste waren in den landesweiten Nachrichten, nachdem dabei Berichten zufolge ein Schaden von 93.000 Euro entstanden war.

Die Kappen kann man für umgerechnet 23,25 Euro auf der Webseite von Präsident Trump oder auf eBay für nur 6,50 Euro kaufen. Auf jeden Fall gilt: Nur mit Vorsicht zu tragen!

Alex Eriksen
Yahoo Style