Das wahrlich größte Volksfest der Welt: Irre Zahlen rund um die Wiesn 2019

Jennifer Caprarella
Freie Autorin

Es ist das Volksfest der Superlative, und bereits nach wenigen Tagen hat das Oktoberfest im Jahr 2019 schon die ersten Rekorde gebrochen.

Das Oktoberfest ist ein Fest der Superlative (Bild: Getty Images)

Es wird immer wieder als das größte Volksfest der Welt bezeichnet, und die Zahlen rund um das Oktoberfest sind in der Tat überwältigend. Auf 34,5 Hektar mit 17 Festhallen tummeln sich alljährlich knapp 7 Millionen Menschen, die von 13.000 Angestellten versorgt werden und Unmengen an Bier trinken. Und auch 2019 hat die Wiesn schon einige Superlative, unglaubliche Zahlen und schräge Fakten angesammelt.

Rekord-Bierpreis

Ob die Marke von 7,9 Millionen Maß von 2018 in diesem Jahr geknackt wird, bleibt abzuwarten – einen Bierrekord hat das diesjährige Oktoberfest jedenfalls bereits gebrochen: Nie war das Wiesn-Bier teurer als 2019. Zahlten Besucher im vergangenen Jahr noch zwischen 10,70 und 11,50, muss man jetzt zwischen 10,80 und 11,80 für eine Maß hinblättern.

1.300 Angestellte versorgen die Wiesn-Besucher mit Bier und anderen Schlemmereien (Bild: Getty Images)

Die schnellste Alkoholvergiftung

Die stetig steigenden Preise halten die Leute jedoch nicht davon ab, ordentlich zu trinken. Doch so schnell wie in diesem Jahr kippen die Wiesn-Besucher normalerweise nicht von der Bierbank. Um 12:10 Uhr – ganze zehn Minuten nach dem Start des Oktoberfests – musste eine 18-jährige Engländerin von Sanitätern abtransportiert werden. Allerdings war sie nicht die erste “Bierleiche” der Wiesn: Sie hatte zu viel Gin getrunken.

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Insgesamt mussten die Sanitäter allein am ersten Tag 375 Mal anrücken. Doch wer denkt, dass der Sanitätscontainer anders als das Bierzelt kein Ort für einen Wiesn-Flirt ist, nehme sich einen Österreicher zum Vorbild, der sich auf den ersten Blick schwer in eine Sanitäterin verliebte und ihr an Ort und Stelle einen Antrag machte. "Hals über Kopf verliebte sich der junge Wiesn-Besucher in seine Helferin in der Not”, teilte der Wiesn-Sanitätsdienst der “TZ” mit. Ganz erfolglos war die schräge Aktion nicht: Den Antrag habe sie zwar nicht angenommen, aber sich dennoch “lose” mit dem jungen Mann verabredet.

Das teuerste Dirndl

Es ist schon zur Tradition geworden, dass ein Model oder Starlet das teuerste Dirndl der Saison tragen darf, das alljährlich von Designerin Kinga Mathe entworfen wird. 2019 war es Alessandra Meyer-Wölden, die in dem bordeauxroten und smaragdgrünen Stück über die Festwiese lief. Wert der edlen Tracht: 20.000 Euro.

Ein wahres Schnäppchen im Gegensatz zu dem Dirndl, das Kinga Mathe 2018 Barbara Meier überließ. Dieses kostete mehr als 42.000 Euro.

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Das Fest der Völlerei

Abgesehen vom Bierpreis gibt es noch weitere Schlemmereien auf dem Oktoberfest, die reichlich Anklang finden. Im Schnitt werden pro Jahr 210 Ochsen und eine halbe Million Hendl verspeist.

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Und das, obwohl auch hier die Preise jedes Jahr für offene Münder – vor Schreck, nicht vor Hunger und Durst – sorgen. Für einen Liter Wasser muss man 2019, je nach Zelt, bis zu 12 Euro zahlen. Genau wie beim Bier stiegen die Preise für einen anderen Wiesn-Klassiker um 3,2 Prozent: Bis zu 16 Euro kostet ein halbes Hendl.

Dennoch sind die 146 Gastrobetriebe stets gut besucht. Allein 17 Festzelte locken Feierwütige an. Das größte davon, die Hofbräu-Festhalle, hat allein Platz für 9.991 Leute. Der kleinste Gastobetrieb, Schiebl's Kaffeehaferl, fasst hingegen nur 60 Menschen.

Mithalten können da nur die Toilettenbetriebe, die 1.400 “Sitzplätze“ bieten und rund 1.000 laufende Meter an “Stehplätzen”.

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