Dating kann weitergehen: Tinder bringt Video-Funktion "Face to Face" an den Start

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Während die einen in Zeiten der Corona-Pandemie mit ihrem Partner mehr Zeit verbringen müssen, als es ihnen lieb ist, ziehen auch Singles ein hartes Los: Wie soll man jemanden kennenlernen, wenn Sicherheitsabstand höchstes Gebot und die Zahl möglicher Dating-Locations stark eingeschränkt ist? Tinder hat das Problem zum Herzensthema erklärt und launcht nun eine kostenlose Video-Funktion.

Deinen Gesprächspartner siehst du bei "Face to Face" im Split-Screen in der 50/50-Ansicht. (Bild: Tinder)
Deinen Gesprächspartner siehst du bei "Face to Face" im Split-Screen in der 50/50-Ansicht. (Bild: Tinder)

Zum ersten Lockdown im Frühjahr häuften sich auch die Geschichten über Streitigkeiten bei Ehepaaren und Lebensabschnittsgefährten, die nun auf einmal viel Zeit miteinander verbringen mussten – sehr viel Zeit. Dass es in Wochen mit Home-Office, Kontaktbeschränkungen und geschlossenen Bars, Kinos und anderen Event-Locations natürlich schwierig ist, das Beziehungsfeuer zum Lodern zu bringen (oder zu halten) und ein handfester Streit oftmals die einzige Möglichkeit darstellt, die recht eintönigen Gesprächsthemen in trauter Zweisamkeit zu erweitern ("Das Wetter ist heute nicht so schön, gell?") erklärt sich von selbst. Doch ist es eben jene Einsamkeit, die sich viele liierte Menschen öfter mal herbeisehnen, aus der andere nun mehr denn je flüchten möchten.

Dabei ist die Dating-Herausforderung durch Corona natürlich noch größer geworden. Denn neben den ganz normalen Problemen, denen sich Menschen, die auf Partner- oder Abenteuersuche sind, stellen müssen, kommen nun ganz wesentliche Aspekte hinzu: Wer sich für ein Kennenlernen entscheidet, sollte dabei Sicherheitsabstand halten und die Zahl der infrage kommenden Locations sinkt erneut dramatisch.

Sich gefahrlos näherkommen mit "Face to Face"

Das klassische Date im Café oder in der Lieblingsbar möchte Tinder nun mit einer neuen Video-Funktion ersetzen, die bereits im Mai angekündigt und seither in 13 Ländern ausgiebig getestet wurde.

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So funktioniert die neue Gratis-Funktion

  • Bei einem Match erscheint künftig ein neuer Video-Button im Chat

  • Wenn du den blauen Button antippst – und dein Chat-Partner das ebenfalls tut (er wird zuvor nicht darüber informiert, dass du Augenkontakt aufnehmen möchtest), schaltet ihr "Face to Face" frei

  • Der blaue verwandelt sich nun in einen pinken Button, der feierlich mit Konfetti geschmückt ist. Nun könnt ihr loslegen, indem ihr den Button antippt

  • Der Video-Chat kann jederzeit von beiden Seiten beendet werden

Wenn ihr beide dem Chat zustimmt, verfärbt sich die blaue Kamera rechts oben im Chat pink. (Bild: Tinder)
Wenn ihr beide dem Chat zustimmt, verfärbt sich die blaue Kamera rechts oben im Chat pink. (Bild: Tinder)

Tinder verspricht viel Sicherheit und die Möglichkeit, Verstöße jederzeit zu melden

Wenn die "Face to Face"-Funktion freigegeben wurde, müssen beide Gesprächspartner zuerst dem Tinder-Regelwerk zustimmen, bevor der Chat startet. Solltest du dich im Video-Chat belästigt, bedrängt oder beleidigt fühlen, kannst du ihn jederzeit beenden und direkt im Anschluss Feedback an Tinder schicken, von dem dein Gesprächspartner selbstredend nichts erfährt.

Dass die neue Funktion auch in besseren Dating-Zeiten weiterhin genutzt wird, dafür sprechen die Zahlen aus den USA: Von 5.000 befragten Tinder-Kunden gaben 40 Prozent an, die Video-Funktion auch über Corona hinaus nutzen zu wollen.

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