Dauerhaft müde? Was du über das chronische Erschöpfungssyndrom wissen solltest

Antonia Wallner
Freie Autorin

Es gibt Tage, die meistern wir voller Energie. Dann gibt es andere Zeiträume, in denen wir uns einfach nur ausgelaugt fühlen. Was aber, wenn sich jeder Tag so anfühlt, als könnten wir kaum aufstehen? So ergeht es Betroffenen, die am Chronischen Erschöpfungssyndrom leiden. Eine unterschätzte Krankheit, die das Leben von Patienten stark beeinträchtigt.

CFS-Patienten fühlen sich ständig wie ausgelaugt. (Symbolbild: Getty Images)

Das Chronic Fatigue Syndrom (abgekürzt CFS) oder Myalgische Enzephalomyelitis (ME) ist ein Zustand, der noch kaum erforscht ist. Auf den ersten Blick denkt man gar nicht an eine Krankheit. Chronische Müdigkeit hört sich jetzt nicht so tragisch an. Doch CFS/ME ist eine ernste Multisystem-Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigt.

Wie CFS/ME ausbricht, ist unklar. Oft bricht die Krankheit nach einer vorangehenden Infektion mit bestimmten Erregern aus, wie zum Beispiel Epstein-Barr oder Herpes. Darüber hinaus gelten Operationen, Traumata wie ein Unfall, Chemikalien und anhaltende körperliche Überlastung als mögliche Auslöser für das Chronische Erschöpfungssyndrom. In Deutschland leiden schätzungsweise rund 300.000 Menschen an CFS/ME, davon hauptsächlich Frauen zwischen 30 und 40 Jahren.

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Was sind die Symptome?

CFS-Patienten haben unterschiedliche Symptome. Typisch ist allerdings eine starke Erschöpfung nach körperlicher wie geistiger Anstrengung. Das kann schon ein einfacher Spaziergang sein, in extremen Fällen schaffen es die Betroffenen kaum, das Bett zu verlassen. Die Erschöpfung lässt dann nicht etwa nach, sondern verschlimmert sich sogar am nächsten Tag noch. Dieses Gefühl, dass der Akku dauerhaft leer ist und sich einfach nicht wieder laden lässt, ist ein starkes Indiz für CFS/ME. Hinzu kommen grippeähnliche Symptome, Schlafstörungen und Gedächtnisschwäche sowie Verdauungsbeschwerden und Gefühlsstörungen.

Nicht nur körperliche, sondern auch geistige Erschöpfung kann sich extrem auswirken. (Symbolbild: Getty Images)

Wie wird CFS/ME behandelt?

Da die Krankheit kaum bekannt und daher oft fehldiagnostiziert wird, gibt es noch keine spezielle Therapie. Die Betroffenen können lediglich die einzelnen Beschwerden lindern, etwa mit Schmerz- oder Schlafmitteln. Diese sollten allerdings langfristig nur nach Absprache mit einem Arzt angewendet werden.

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Eine weitere Methode ist das sogenannte Pacing. Danach testen CFS-Patienten aus, welches Maß an Bewegung und Erholung sie zulassen können, um so wieder ein Gleichgewicht zwischen körperlicher Aktivität und Ruhe zu finden.

Einfach nur müde oder schon chronisch erschöpft?

Der Unterschied zwischen normaler Erschöpfung und chronischer CFS ist der Grad: Wenn ihr etwa eine harte Arbeitswoche hattet und euch nach einem ruhigen Wochenende wieder fit fühlt, seid ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht krank. Wenn ihr euch aber ständig so fühlt, als könntet ihr euch kaum auf den Beinen halten – egal, wie viele Pausen ihr auch einlegt – dann solltet ihr mit einem Arzt über euren Zustand sprechen.

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