DAVOS: Weltwirtschaftsforum-Präsident fordert 'Marshall-Plan' für Ukraine

BERLIN (dpa-AFX) - Der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Børge Brende, hat zum Wiederaufbau der Ukraine einen Marshall-Plan gefordert. "Auch ohne Friedensabkommen, das derzeit ja nicht sehr wahrscheinlich ist, müssen wir bereits am Wiederaufbau arbeiten, zumindest in den Gebieten, die unter der Kontrolle der Ukrainer sind", sagte Brende der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Es gehe um Infrastruktur, Elektrizität, Schulen, Straßen und Brücken. "Wir brauchen einen Marshall-Plan für die Ukraine."

Mit dem Marshall-Plan, benannt nach dem damaligen US-Außenminister George Marshall, hatten die USA in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau in Westeuropa mit Milliardensummen unterstützt.

Die Forderung nach einem solchen Plan wolle er beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos, das am Montag beginnt, vorantreiben, sagte Brende. "Wir werden dafür auch die Konzernchefs zusammenholen - unter dem Motto "CEOs for Ukraine"." Auch der private Sektor müsse beim Wiederaufbau des Landes eine wichtige Rolle spielen.

Bei dem viertägigen Treffen in den Schweizer Alpen diskutieren fast 2500 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über Lösungen für internationale Probleme. Am Montag wird der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Video zugeschalten sein. Auch der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir werden erwartet.

Wegen des Kriegs gegen die Ukraine sind laut Brende russische Unternehmen und Politiker in Davos ausgeschlossen. "Russland wird zurück sein, wenn sie sich wieder an die internationalen Gesetze halten", kündigte er an.

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