Dear Viggo, ...: Stars schreiben persönliche Briefe an ihr jüngeres Ich – und lassen tief blicken

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Geniale Idee: Die Journalistin Jane Graham sammelte für eine Kolumne Briefe von internationalen Stars, die sie an ihr 16-jähriges Selbst richten sollten. Nun veröffentlichte sie die Texte in einem Buch – das vollgepackt ist mit intimen Bekenntnissen und überraschenden Enthüllungen.

Briefe an mein jüngeres Ich: Viggo Mortensen

© Franziska Krug

Ob Viggo Mortensen schon als 16-Jähriger diesen unwiderstehlichen Charme hatte? Und Mel C – die war sicher ein Party-Girl als Teenie und gehörte in ihrer Klasse zu den beliebtesten. Schwer vorstellbar jedenfalls, dass Welt- oder Popstars in ihrer Jugend schüchterne Mauerblümchen waren, die Angst davor hatten, eine fünf in Mathe nach Hause zu bringen. Doch hinter den Kulissen und unter ihren Masken sind auch Promis nur Menschen. Mit Gefühlen, Problemen und Geschichten, die zumindest in ihren Anfängen zum Teil erstaunlich viele Parallelen zu den Erfahrungen ganz gewöhnlicher Durchschnittsleute aufweisen. Das jedenfalls legt nun ein neues Buch nahe, das die Journalistin Jane Graham herausgegeben hat.

Für das Magazin The Big Issue interviewt die Journalistin seit mehr als zehn Jahren zahlreiche Promis aus aller Welt. Um ihnen möglichst nahe zu kommen und intime Details von ihnen zu erfahren, bat sie viele von ihnen, ihrem 16-jährigen einen Brief zu schreiben – und veröffentlichte eine Reihe der Beiträge nun in einem Buch, das in der deutschen Fassung im Piper-Verlag erschienen ist.

Von Campino über Jamie Oliver und Mel C bis hin zu Paul McCartney und Roger Moore – in dem Buch geben namhafte Weltstars intime Einblicke in ihre Biografie, ihr Leben und ihre Psyche. 

Im Folgenden lesen Sie drei kurze Auszüge aus den Briefen von Viggo Mortensen, Mary J. Blige und Ozzy Osbourne, die bereits andeuten: In diesem Buch werden selbst Fans und Promi-Expert:innen die eine oder andere überraschende Enthüllung finden, die ihre Wahrnehmung einiger Stars erheblich ändern dürfte.

"Briefe an mein jüngeres Ich": Stars teilen intime Details aus ihrer Jugend

Viggo Mortensen

"Wenn sich ein Mädchen für mich interessierte, sorgte das bei mir für Panik – ich war kein Party-Typ und ziemlich ungesellig, deshalb machte ich mir Sorgen, dass ich mich peinlich benehme. Ich trug gern die Oberteile meiner Schlafanzüge als T-Shirt, weil sie so bequem waren – die Leute hielten mich bestimmt für total seltsam. Eine Zeit lang lief ich sogar mit Schlapphut herum. Mit vierzehn oder fünfzehn hatte ich nämlich meine Hippiephase, trug langes Haar und einen großen Schlapphut mit einer Fasanenfeder. Mit den Jahren wurde ich dann etwas impulsiver. Jedes Mal, wenn ich eine Freundin hatte, dachte ich, es sei für immer.

Viggo Mortensen: Ich kann Wochen alleine sein

Könnte ich meinem jüngeren Ich erzählen, worauf er sich freuen darf, so wären das: Sich verlieben, einen Sohn haben und reisen. Gibt es irgendetwas, das ich als Jugendlicher besser hätte meiden sollen? Drogen, auch wenn es bei mir nicht ganz so wild war. Nein, streichen Sie das besser. Ich bin nicht total dagegen. Natürlich bereue ich manche Dinge, die ich getan oder nicht getan habe, auch als Erwachsener, aber das geht wohl jedem so. Mit der Zeit habe ich gelernt, mehr im Hier und Jetzt zu leben, dazuzulernen und nach vorn zu schauen. Sonst wird man verrückt."

Mary J. Blige

"Das Erste, was ich zu meinem sechzehnjährigen Ich sagen würde, wäre: 'Hör auf, dich so kleinzumachen, du wirst später mal geliebt und bewundert werden. Ja, das kannst du jetzt kaum glauben, aber vertrau mir. Stelle dich nicht dümmer, als du bist, nur um es den anderen recht zu machen, denn du wirst es nie allen recht machen können. Hab einfach Vertrauen. Glaub an dich selbst.' 

Ich war die typische Teenagerin, habe nicht auf meine Mutter gehört und alles so gemacht, wie man es nicht machen sollte. Mit sechzehn habe ich eigentlich über gar nichts nachgedacht, außer übers Singen. Das war mein Traum, aber zum damaligen Zeitpunkt blieb es ein Traum. Ich war wirklich einfach nur damit beschäftigt, irgendwie klarzukommen."

Ozzy Osbourne

"Ich möchte niemandem irgendetwas raten, schon gar nicht meinem jüngeren Ich. Wenn du mich bitten würdest, dir bei irgendwas weiterzuhelfen, von dem ich tatsächlich Ahnung habe – und da gibt es, ehrlich gesagt, nicht so vieles –, dann würde ich vielleicht etwas vorschlagen. Allerdings würde ich dazusagen: 'Wenn du das ausprobieren willst, dann los, aber denk dran: Auf jede Aktion folgt eine Reaktion.' [...] 

Ob ich mich für irgendetwas schäme? Jeden Tag. Als ich mich das letzte Mal abgefüllt hatte, kam ich ohne Ferrari zurück. Was für ein Glück, dass Sharon da ist und mir ordentlich die Leviten liest, auch wenn ich es früher manchmal gehasst habe. Dann dachte ich: 'Warum macht sie mich so fertig? Mir geht’s doch wieder gut.' Es gab aber auch Zeiten, da ging’s mir gar nicht gut, da habe ich alle drangsaliert. Total irre war ich da.

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Wenn ich irgendeinen Tag in meinem Leben noch mal erleben dürfte, wäre das der Tag, an dem Sharon und ich heirateten. Ich war den ganzen Tag lang hackedicht und habe es nicht bis ins Schlafzimmer geschafft. Am Ende hat man mich mit dem Gesicht nach unten im Hotelflur aufgefunden, komplett ohnmächtig. Zu dem Tag würde ich gerne zurück und ihn damit beenden, dass ich mit meiner Frau ins Bett gehe."

Verwendete Quelle: Jane Graham, Briefe an mein jüngeres Ich. Außergewöhnliche Menschen über das, was im Leben wirklich zählt, Piper, 22 Euro

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