Debatte um #allesdichtmachen: Regisseur Dietrich Brüggemann steht zu der Aktion

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Dietrich Brüggemann (45) ist Regisseur ('Heil') und sieht sich als Geschichtenerzähler. Die Coronapandemie sei der perfekte Stoff, spottet er in seinem Video im Rahmen der umstrittenen Aktion #allesdichtmachen, darum solle die Regierung sie endlich ohne einschränkende Maßnahmen laufen lassen. Obwohl die satirisch zugespitzten Beiträge von gut 50 Filmschaffenden heftig kritisiert wurden, rückt er nicht davon ab.

#allesdichtmachen sorgt für Diskussionen

Brüggeman, der zu den Initiatoren der Aktion zählt, findet, dass die provokanten Videos zumindest in einer Hinsicht Erfolg zeigen. Die öffentliche Empörungswelle beweise, "dass es nötig ist. Man wird beschimpft in einem Vokabular, das zynisch und menschenverachtend ist. Wenn hier überhaupt jemand rechts ist, dann ist dieser Shitstorm faschistoid", sagte er gegenüber dem Deutschlandfunk. Wer die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie kritisiere oder auch nur in Frage stelle, werde entweder ignoriert oder in die rechte Ecke gestellt. Er halte eine offene Diskussion jedoch für wichtig, damit die Negativfolgen des Lockdowns nicht unter den Teppich gekehrt würden.

Dietrich Brüggemann will sich nicht entschuldigen

Während Dietrich Brüggemann weiterhin stolz auf die Werke seiner Gruppierung ist, bemühen sich Stars wie Heike Makatsch, die sich schleunigst entschuldigte, und Meret Becker, die Morddrohungen erhielt, um Schadensbegrenzung, da sie erkannt haben, dass die Satire-Videos von vielen Menschen als unpassend oder gar verletzend empfunden wurden. Der Regisseur hält dagegen: "In einer Situation wie dieser muss Kritik wehtun. Wenn man lieb und brav ist, bringt es nichts. Was diese Aktion macht: Sie hält dem besserverdienenden, bessergestellten Medienbürgertum, der Twitterblase, die die ganze Zeit Lockdown fordert, aber völlig übersieht, was mit dem Rest der Gesellschaft passiert, den Spiegel vor." Gleichzeitig betonte Dietrich Brüggemann, dass er nichts mit Querdenkern oder Rechten zu tun habe, auch wenn aus diesen Ecken Zustimmung zu #allesdichtmachen kam.

Bild: Frederic Kern/Geisler-Fotopress/picture-alliance/Cover Images

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