Deftige Preiserhöhung für Schoko-Weihnachtsmänner

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 4 Min.

Sieht größer aus, ist aber weniger Schokolade drin: Mondelez hat die Milka-Schoko-Weihnachtsmänner geschrumpft. Nun sind sie bis zu 36 Prozent teurer als im vergangenen Jahr.

Leftovers of a chocolate santa claus
(Beispielbild: Getty Images)

Während die meisten Menschen um Weihnachten etwas mehr auf die Waage bringen, kommt der Milka-Weihnachtsmann in 2020 so leicht wie nie daher. Optisch wirkt der Schoko-Mann allerdings sogar noch voluminöser als im vergangenen Jahr.

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Möglich macht das die neue raffinierte Verpackung, wie die Verbraucherzentrale Hamburg herausfand. Denn der neue Weihnachtsmann ist nicht wie seine Vorgänger einfach nur in Alufolie eingeschlagen, sondern hat eine Lasche mit Falzrand, was ihn größer wirken lässt. Tatsächlich wiegen die Alpenmilch-Weihnachtsmänner statt 50 und 100 Gramm nun aber nur noch 45 und 90 Gramm.

Erst der Osterhase, nun der Weihnachtsmann

„Nachdem Mondelez schon im Frühjahr dem Milka Osterhasen ,die Ohren abgeschnitten‘ hat, schrumpft der Milliardenkonzern auch seinen Weihnachtsmann. Ein Größenunterschied lässt sich aufgrund der Aufmachung kaum feststellen. Nur wer das Kleingedruckte genau liest und sich an die Füllmenge aus dem letzten Jahr erinnert, hat eine Chance“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Die Verbraucherschützer haben Mogelpackungen im Lebensmittelhandel immer genau im Blick und auch die Preise in verschiedenen Märkten für die Schoko-Weihnachtsmänner recherchiert.

Enorme Preisunterschiede im Handel

Dabei fiel auf, dass es ganz erhebliche Unterschiede gibt. Bei Edeka und Netto Markendiscount sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr unverändert, so dass sich durch die geringere Füllmenge eine „versteckte Preiserhöhung“ von lediglich 11 Prozent ergibt. Bei anderen Händlern werden die geschrumpften Weihnachtsmänner aber sogar noch teurer als im letzten Jahr verkauft. „Bei Rewe etwa kostet der 45 Gramm schwere Milka-Weihnachtsmann 1,19 Euro. Im letzten Jahr verlangte der Händler nur 0,99 Euro für 50 Gramm. Die versteckte Preiserhöhung beträgt demnach 36 Prozent, wenn man auch noch die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze in 2019 und 2020 berücksichtigt.“

Den höchsten Preisanstieg für den Weihnachtsmann von Milka fanden die Verbraucherschützer bei Rewe. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Den höchsten Preisanstieg für den Weihnachtsmann von Milka fanden die Verbraucherschützer bei Rewe. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Nicht alle Sorten gleich betroffen

Allerdings sind nicht alle Weihnachtsmänner von Milka in gleichem Maße betroffen, wie die Verbraucherzentrale feststellte. Die Sorte mit Nuss wurde nur um 5 Gramm auf 95 Gramm geschrumpft, ebenso die Variante Knusper Crispy. Die neuen Sorten Kuhflecken und Dark Milk bringen sogar noch 100 Gramm auf die Waage. Bei der kleineren Ausführung des Weihnachtsmanns wurden dagegen alle Sorten von 50 auf 45 Gramm verkleinert und beim größten Exemplar blieb mit 175 Gramm sogar alles wie es ist.

Preise vergleichen lohnt sich

Grundsätzlich raten die Verbraucherschützer, die Preise der einzelnen Handelsketten zu vergleichen, denn die Preisdifferenzen beim Milka-Weihnachtsmann seien enorm. Den höchsten Normalpreis für etwa das Exemplar mit 175 Gramm fand die Verbraucherzentrale mit 3,92 Euro bei Real, während Penny nur 2,54 Euro verlangte – das macht einen Unterschied von 54 Prozent. „Berücksichtigt man zusätzlich die Aktionspreise im Handel haben wir sogar Preisunterschiede von bis zu 126 Prozent festgestellt: Bei Kaufland kostete etwa der 90 Gramm Milka-Weihnachtsmann im Angebot 1,08 Euro, bei Real dagegen 2,44 Euro als Normalpreis.“

Das sagen Hersteller und Handel

Auf Nachfrage habe sich der Mondelez „wortkarg“ gegeben und mit allgemeinen Phrasen geantwortet. Der Hersteller verwies auf sein großes Portfolio und darauf, dass der Inhalt und das Gewicht der Produkte auf der Verpackung ersichtlich sind.

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Rewe begründete die Preiserhöhung mit gestiegenen „Kostens seitens des Herstellers und bei uns als Händler“.

Fazit der Verbraucherzentrale:Hersteller und Händler greifen Verbrauchern vor Weihnachten kräftig ins Portemonnaie: Milka beispielsweise reduziert die Füllmenge seines Schoko-Weihnachtsmanns und etliche Händler schlagen sogar noch beim Preis drauf. Wer gegen versteckte Preiserhöhungen durch Füllmengenreduzierung protestieren will, sollte das Produkt von Milka im Regal stehen lassen.“

Helfen Sie mit!

Mogelpackungen und versteckte Preiserhöhungen sind leider keine Seltenheit. Beim Einkaufen bleibt oft nicht die Zeit, jedes Mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen. Deshalb hat es sich die Verbraucherzentrale Hamburg zur Aufgabe gemacht, immer wieder auf Mogelpackungen hinzuweisen.

Wenn Ihnen auch Mogelpackungen auffallen, freut sich die Verbraucherzentrale Hamburg über eine kurze Meldung per E-Mail an ernaehrung@vzhh.de oder über das Kontaktformular auf ihrer Internetseite.

Weitere Informationen zu aktuellen Mogelpackungen finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg und auf der Facebook-Seite der Verbraucherschützer.

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