Klimawandel: Dein E-Mail-Postfach ist auch daran schuld

Es gibt unzählige Dinge, die die globale Erwärmung und den Klimawandel verstärken und jetzt kommt noch etwas hinzu: dein E-Mail-Posteingang. Genauer gesagt liegt das Problem in der exorbitanten Menge an Daten, die wir dort täglich speichern.

(Bild: Getty Images)

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass du derzeit mindestens eine E-Mail-Adresse hast, die du verwendest. Zusätzlich hast du bestimmt noch ein halbes Dutzend andere, die aus grauer Vorzeit stammen und von denen du deinen Freunden nichts erzählst, weil du dich für sie schämst. Aber all diese E-Mail-Posteingänge enthalten Daten, die irgendwo gespeichert werden müssen. Und die Server, auf denen deine Daten gespeichert sind, verbrauchen Energie.

Laut aktuellem Stand verbrauchen Rechenzentren zwei Prozent der weltweiten Stromproduktion, aber es wird erwartet, dass sich diese Zahl in zehn Jahren auf acht Prozent vervierfachen wird. Laut Hewlett Packard nutzen wir nur sechs Prozent aller Daten, die je erstellt wurden. Das bedeutet, dass 94 Prozent auf einer „Cyber-Müllhalde“ liegen. Manche Experten haben dies mit dem Betrieb von Flugzeugen verglichen, die einfach leer herumfliegen.

“Rechenzentren verbrauchen Energie, um deine Daten zu speichern und wenn du sie in irgendeiner Weise nutzt“, sagte der Chefarchitekt von Hewlett Packard Labs, Kirk Bresniker. „Wenn ich tatsächlich etwas mit meinen Daten tun möchte, muss ich sie aufrufen“, sagte er Bloomberg. Auch wenn du den Papierkorb deines Posteingangs leerst, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Kopien deiner alten E-Mails auf Servern auf der ganzen Welt gespeichert wurden.

IBM schätzt, dass die Welt 2,5 Quintillionen Bytes an Daten pro Tag produziert. Eine Quintillion ist eine 1 gefolgt von 18 Nullen: es ist eine Milliarde-Milliarde oder eine Million-Trillion. All diese Daten, die wir täglich produzieren, werden irgendwo gespeichert. Das verbraucht Energie.

Laut Philippe Zaouati, CEO von Mirova, einem Unternehmen für nachhaltige Investitionen, geraten die Treibhausgasemissionen in diesem Sektor "zunehmend außer Kontrolle". „Wir müssen den CO2-Ausstoß verringern und was wir im IT-Sektor sehen, sind ist ein Anstieg der Emissionen.“

Wie können wir die Emissionen durch Daten verringern?

Persönlich kann man nicht viel tun, um den CO2-Ausstoß durch Daten zu verringern. Aber Unternehmen können laut einem Bericht von DXC.technology die Zahl ihrer genutzten Server verringern, indem sie nicht ausgelastete abschalten. “Nach einigen Schätzungen sind 30 Prozent der Unternehmensserver ‚Zombies‘, die keine sinnvolle Arbeit verrichten, aber dennoch Strom verbrauchen", so der Bericht. „Und die meisten Unternehmen betreiben ihre Server nur mit einer Auslastung von 10 bis 15 Prozent.“ Auch die Optimierung der Belüftung kann helfen.

Laut einem IBM-Bericht mit dem Titel „Data centers: How to cut carbon emissions and costs“ (auf Deutsch: Rechenzentren: Wie kann man CO2-Emissionen und Kosten verringern) wären energieeffiziente Rechenzentren der beste Weg, um die Kosten zu senken und den CO2-Fußabdruck zu verringern. Außerdem sollte die geringe Effizienz bereits bestehender Rechenzentren verbessert werden. Laut dem Bericht können Unternehmen mit einer besseren Verwaltung der Anlagen, einer größeren Rechenschaftspflicht und der Festlegung klarer Ziele zur Senkung der Energiekosten und Emissionen dabei helfen, die Treibhausgasemissionen ihrer Rechenzentren zu halbieren.

Jessica Yun