Demonstration gegen die Waffenlobby NRA in Houston

Hunderte Menschen haben in Houston im US-Staat Texas gegen die Waffenlobby NRA, National Rifle Association, demonstriert. Die NRA hält im Moment in Houston ihre Jahrestagung ab, nur wenige Tage nach dem Schulmassaker - ebenfalls in Texas.

Ein Demonstrant sagt: "Ich hoffe, dass die da drin bei der Tagung sich wenigstens ein bisschen schämen, wenn sie uns sehen. Gerade erst sind 21 Menschen in einer Schule brutal ermordet worden."

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sagte in letzter Minute seine Teilnahme an der NRA-Tagung ab.

Nach dem Schulmassaker mit 19 getöteten Kindern und zwei getöteten Lehrerinnen hat die zuständige Sicherheitsbehörde schwere Fehler bei dem Einsatz eingeräumt. Aus Aussagen des Direktors der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, Steven McCraw, ergibt sich, dass trotz der Präsenz von 19 Beamten vor dem Klassenraum mehr als 45 Minuten lang keine Versuche unternommen worden sind, in den Raum einzudringen und den Schützen zu stoppen. "Es war die falsche Entscheidung. Punkt", sagte McCraw am Freitag in Uvalde. "Dafür gibt es keine Entschuldigung."

Die Polizei war wegen ihres Vorgehens während des Massakers zunehmend in die Kritik geraten. Eltern werfen den Einsatzkräften vor, zu lange untätig gewesen zu sein und nicht rechtzeitig eingegriffen zu haben.

Bei einer emotionalen Pressekonferenz gab Behördenchef McCraw am Freitag weitere grausige Details zur Tat bekannt. Er gab etwa an, dass mehrere Polizeinotrufe aus jenem Klassenraum abgesetzt worden seien, in dem sich der Amokläufer mit Kindern und Lehrern verschanzt hatte.

Der Schütze hatte an einer Grundschule in Uvalde am Dienstag das Blutbad angerichtet. Das Massaker ereignete sich in einem Klassenraum der Schule. Behördenchef McCraw berichtete nun, dass der Schütze um 11.33 Uhr die Schule und schließlich den Klassenraum betrat, in dem er seine Opfer tötete. Bereits um kurz nach 12.00 Uhr seien 19 Polizisten im Flur vor dem Klassenraum postiert gewesen, hätten aber keine Versuche unternommen, in den Raum einzudringen und den Schützen zu stoppen, sagte McCraw.

Stattdessen sei in jenem Moment die Entscheidung getroffen worden, auf Spezialkräfte zu warten. Die Einsatzkräfte vor Ort seien davon ausgegangen, dass der Schütze nicht mehr schieße, sondern sich lediglich verbarrikadiert habe. Dies habe sich im Nachhinein als Fehleinschätzung erwiesen. Erst um 12.50 Uhr öffneten Spezialkräfte die Tür zum Klassenraum mit einem Schlüssel, wie McCraw weiter schilderte. Diesen Schlüssel hätten sich die Einsatzkräfte vom Hausmeister besorgt.

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