Wir denken jedes Jahr hunderte von Stunden an Essen

Wie oft denken Sie an Essen? Wenn Sie wie ein Durchschnittsamerikaner funktionieren, sind dies mehr als 200 Stunden pro Jahr. Eine Studie hat sich damit beschäftigt, wie oft wir an Essen denken und wir dies am häufigsten tun. Außerdem haben Forscher Hinweise darauf gefunden, warum wir auch an Essen denken, wenn wir gar nicht hungrig sind.

Die Sehnsucht nach Essen

An der Umfrage nahmen 2000 Amerikaner teil. Ihre Antworten zeigen, dass der Durchschnittsamerikaner ungefähr 40 Minuten am Tag über Essen nachdenkt. Das heißt, mehr als 240 Stunden pro Jahr (das sind über 10 volle Tage!) widmen sie sich dem Gedanken an Lebensmittel. Im Durchschnitt kommen diese Gedanken viermal am Tag auf. Ungefähr vier Mal pro Woche werden diese Gedanken so übermächtig, dass die Befragten die Selbstbeherrschung verlieren und etwas essen, dem sie eigentlich widerstehen wollen. Gegen 14:41 Uhr sind die Menschen anscheinend am stärksten gefährdet, da in diesem Moment am häufigsten an Essen gedacht wird.

Geschmack

Es wurde auch festgestellt, dass sich die Teilnehmer der Studie hauptsächlich nach süßem Essen sehnen. Danach sind die Geschmacksrichtungen Salzig, Würzig und Pikant am beliebtesten. Beim Kombinieren von Aromen isst mehr als die Hälfte eine Mischung aus süß und salzig am liebsten. 35% wählen jedoch eine Kombination aus salzig und würzig. Beliebte Lebensmittel sind Schokolade, Käse, Honig, Erdbeere, Speck, Barbecue und Käse.

Der Grund

Es war der Wissenschaft lange ein Rätsel, warum wir auch direkt nach dem Mittagessen schon wieder an Essen denken. Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin und dem Exzellenzcluster NeuroCure haben allerdings vielleicht eine Erklärung gefunden. Diese besagt: Solche Gedanken sind vollkommen normal. Der Mensch war nicht folgenlos für lange Zeit ein Jäger und Sammler, der sich den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche befasste.

Bei Mäusen haben die Wissenschaftler neuronale Signale gefunden, die die Tiere dazu veranlassen, schon nach neuem Futter zu suchen, wenn sie noch gar nicht hungrig sind. „Geeignetes Futter zu finden, ist in der freien Natur ein zeitraubendes Unterfangen“, sagt Dr. Tatiana Korotkova, „deshalb beginnen Tiere schon damit, bevor sie hungrig werden und es vielleicht zu spät sein könnte.“ 

Sie weisen natürlich darauf hin, dass Mäuse keine Menschen sind, aber die Vermutung liegt nahe, dass bei uns ähnliche neuronale Vernetzungen vorliegen. 

Quelle: New York Post, Merkur