Der alte Mann und das leere Regal: Virales Foto macht auf Problem der Hamsterkäufe aufmerksam

Seit Tagen kursiert ein Foto durch das Netz, das zum Symbol für die negativen Auswirkungen rücksichtsloser Hamsterkäufe wurde: Ein älterer Herr steht im Supermarkt zwischen leergeräumten Regalen und blickt hilflos auf seinen offenbar unerfüllbaren Einkaufszettel.

Der ratlose ältere Herr wurde zu einem Sinnbild der Coronakrise (Bild: Mercury Press)

Aufgenommen wurde die traurige Szene am vergangenen Freitag von Lauren Taylor in einem Sainsbury’s-Supermarkt im englischen Epson. “Die Leute haben sich einfach alles geschnappt, was in den Regalen lag”, berichtet sie dem “Independent”. “Es ist einfach nur traurig und enttäuschend, dass die Gesellschaft an so einem Punkt angekommen ist. Klar, jeder braucht diese Dinge, aber für ihn ist nichts übrig geblieben.”

Coronavirus: Die aktuellen Nachrichten im Liveblog

Lauren Taylor schickte das Foto zunächst im Familienkreis herum. Sie wollte einige Mitglieder, die noch im Ausland weilten, auf die Zustände in Großbritannien vorbereiten. Schwester Milly Taylor, zu der Zeit noch in Sri Lanka, war schockiert und postete das Bild auf ihrer Instagram-Seite.

“Diese Szene bricht mir das Herz”, schrieb sie dazu. “Wir müssen da zusammen durch, können wir auch anfangen, entsprechend zu handeln? Wenn du mehr nimmst, als du benötigst, geht jemand anders leer aus. Bitte denkt auch an andere, bevor ihr hamstert.” Foto und Appell sammelten auf ihrer Seite bereits über 250.000 Likes, zudem zieht es auf zahlreichen anderen Seiten seine Kreise.

Im Toilettenpapier-Depot: Lagerist hat eine Botschaft für Hamsterkäufer

Mittlerweile wurden in Großbritannien, wie auch in einigen anderen Ländern, Maßnahmen gegen rücksichtslose Hamsterkäufe getroffen, so haben einige Ketten die Abgabemengen begrenzt. Und zahlreiche Supermärkte öffnen inzwischen am Morgen zunächst ausschließlich für Senioren, damit diese sich in Ruhe an den noch gefüllten Regalen bedienen können.

Video: Corona-Krise macht Europas Metropolen zu Geisterstädten