Der große Bettwäsche-Guide: Das solltest du wissen

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Was ist Perkal? Welches Material hält im Winter besonders warm? Und wie oft muss ich Bettwäsche eigentlich wechseln? Fragen über Fragen rund um das Thema Bettwäsche – schließlich mummeln wir uns täglich für sechs bis acht Stunden darin ein und wollen uns auch wohlfühlen. Der große Bettwäsche-Guide von Yahoo Style inklusive Stoff-Lexikon liefert die Antworten.

Wer schläft am besten worin? (Symbolbild: Getty Images)

Wie oft sollte man Bettwäsche wechseln?

Laut Industrieverband Körperpflege und Waschmittel sollte Bettwäsche im Sommer alle zwei Wochen gewechselt werden, im Winter alle drei bis vier Wochen. Schließlich kuscheln wir uns für mehrere Stunden in die weiche Bettwäsche und schwitzen beim Schlafen bis zu drei Liter Wasser aus. Außerdem setzen sich Hautschuppen zusammen mit unseren Haaren in der Bettwäsche fest. Und auch Milben fühlen sich in dem feuchtwarmen Klima sehr wohl und breiten sich schnell aus. Hausstaub-Allergiker oder Menschen, die stark schwitzen oder nackt schlafen, sollten die Wäsche sogar häufiger wechseln.

Reicht es, Bettwäsche nur durchzulüften?

Nein. Lüften und Ausschütteln von Bettwäsche – vor allem morgens – ist zwar durchaus sinnvoll, doch Bakterien und Keime verschwinden erst durchs Waschen.

Bei wie viel Grad sollte man Bettwäsche waschen?

In der Regel wird Bettwäsche bei normalen Verschmutzungen bei 40 Grad sauber, den Milben und Keimen an den Kragen geht es allerdings erst ab 60 Grad. Baumwoll-, Mikrofaser- oder Jersey-Bettwäsche lässt sich meist auch problemlos bei dieser Temperatur waschen. Nur bei empfindlichen Materialien wie Satin solltest du vorsichtiger sein und die Pflegehinweise auf dem Etikett beachten.

Wie sollte man Bettwäsche waschen?

Wasche Bettwäsche immer getrennt von der restlichen Wäsche und drehe sie vor dem Waschen auf links. Bei weißer Bettwäsche und Kochwäsche kann ein Vollwaschmittel benutzt werden, für bunte Bettwäsche am besten ein Colorwaschmittel ohne optischen Aufheller verwenden. Bei Satin oder Leinen ist ein Feinwaschmittel nötig.

Gut zu wissen: Wie oft sollte man Bettdecke und Kopfkissen waschen?

Was solltest du vermeiden?

Auf Weichspüler und Waschmittel mit Duftzusätzen verzichten, da diese Kopfschmerzen und Schlafstörungen auslösen können. Außerdem: Weichspüler verringern die Saugfähigkeit der Bettwäsche. Günstiger als jeder Weichspüler und auch noch biologisch abbaubar ist weißer Tafelessig. Einfach eine halbe Tasse in das Waschmittelfach für den Hauptwaschgang geben. Essig beseitigt Gerüche, verstärkt die Leuchtkraft der Farben und hilft Grauschleier zu entfernen.

Darauf solltest du als Allergiker achten

Allergiker sollten Bettwäsche benutzen, die sich mindestens bei 60 Grad waschen lässt. Mit Essig als Ersatz für Weichspüler sind Allergiker außerdem vor reizenden Aromastoffen und anderen Chemikalien geschützt.

Tipp: Wenn du deine Bettwäsche nach dem Waschen für 24 Stunden im Gefrierfach lagerst, können sich Milben viel schlechter einnisten.

Was ist eine Fadendichte?

Die Fadenzahl bezieht sich auf die Anzahl der Fäden pro Quadratzentimeter Stoff. Je mehr Fäden, desto höher die Fadenzahl und damit auch gleichzeitig die Qualität der Bettwäsche. Bei einer Fadendichte von 200 bis 220 gilt die Qualität der Bettwäsche als gut, bei über 600 spricht man bereits von Luxus-Bettwäsche.

Welche Stoffarten gibt es und was können sie?

Baumwolle

Was? Besteht – wie der Name schon sagt – aus Baumwolle.

Wann? Allrounder für jede Jahreszeit

Eigenschaften: Geschmeidig und atmungsaktiv. Da Baumwolle temperaturregulierend ist, kann sie zu jeder Jahreszeit eingesetzt werden. Außerdem muss sie nur minimal gebügelt werden und ist somit perfekt für alle, die viel zu tun und nur wenig Zeit haben, sich dem Haushalt zu widmen.

Tipp: Wer das Maximum aus seiner Baumwoll-Bettwäsche herausholen will, greift am besten zu ägyptischer Baumwolle. Sie gehört zu den edelsten Baumwollsorten und ist in puncto Luxus kaum zu toppen.

Jersey

Was? Klimaregulierender Strickstoff, der besonders weich, leicht elastisch und geschmeidig ist. Zur Herstellung wird Baumwolle oder eine Mischung mit Polyester verwendet.

Wann? Bettwäsche für jede Jahreszeit

Eigenschaften: Geschmeidig, pflegeleicht und bügelfrei, trocknergeeignet – ideal für alle, die mit ihrer Bettwäsche so wenig Arbeit haben wollen wie möglich. Verspricht je nach Beschaffenheit in kalten wie in heißen Nächten einen erholsamen Schlaf. Feiner Single-Jersey ist saugfähig und atmungsaktiv – und damit perfekt für den Sommer. Im Winter wärmt uns Double-Jersey. Pflegeleicht und bügelfrei.

Kühlt und wärmt nach Bedarf: Satin (Symbolbild: Getty Images)

Satin

Was? Aufgrund der Webart, genannt Atlasbindung, entsteht eine glänzende Oberfläche, während die Unterseite matt bleibt. Besteht meist aus Nylon, Baumwolle oder Polyester.

Wann? Bettwäsche für jede Jahreszeit

Eigenschaften: Glatt, glänzend, angenehm auf der Haut, hochwertig. Charakteristisch für Satin ist die Fadendichte von mindestens 220 TC.

Vorteil: Frieren? Fehlanzeige! Das glatte Material fühlt sich zwar glatt und angenehm kühl an, gleicht aber auch im Winter die Temperaturen an und hält dementsprechend warm.

Nachteil: Nicht für Menschen geeignet, die viel schwitzen, da das Material Feuchtigkeit nicht gut aufnehmen kann.

Fadendichte & Seidenbezüge: Was hinter den Bettmythen steckt

Mako-Satin

Was? Luxusvariante vom einfachen Baumwoll-Satin. Wird meist aus ägyptischer Baumwolle hergestellt. Hat eine glänzende Ober- und eine matte Unterseite.

Wann? Bettwäsche für jede Jahreszeit

Eigenschaften: Glatt, temperaturausgleichend. Das edle Seidenfinish sorgt für kühle Sommernächte. Dank seiner klimaregulierenden Beschaffenheit eignet sich Mako-Satin aber auch für kalte Nächte. Das Material hält warm, ohne dass du ins Schwitzen kommst.

Seide

Was? Zarter, glatter, aber reißfester Stoff

Wann? Klassiker für jede Jahreszeit

Eigenschaften: Hochwertig, angenehm, geschmeidig. Du magst es gerne luxuriös und edel? Dann bist du mit Seide bestens bedient. Das Material sich toll auf der Haut an, hat einen schönen Glanz und eignet sich wie Satin dank einer sehr hohen Atmungsaktivität und guter Eigenschaften beim Temperaturausgleich für alle Jahreszeiten. Dem Stoff wird außerdem eine heilende Wirkung nachgesagt. Menschen mit Hautproblemen und Allergiker sind darin bestens aufgehoben.

Perkal

Was? Der Name „pargalah“ kommt aus dem Persischen und heißt übersetzt „Tuch“. Gemeint ist ein dicht gewebtes Baumwollgewebe, das in Leinwandbindung gefertigt wird, und eine glatte Oberfläche hat. Aus 100 Prozent ägyptischer Baumwolle.

Wann? Bettwäsche für den Sommer

Eigenschaften: Atmungsaktiv, luftdurchlässig, geschmeidig, feuchtigkeitsregulierend. Das Material ist sehr leicht, saugfähig und damit der ideale Begleiter für heiße Sommernächte. Perkal ist ein dicht gewebtes, sehr feinfädiges Baumwollgarn, das mindestens eine Fadendichte von 200 TC hat. Vor allem empfehlenswert für Menschen mit empfindlicher Haut. Zudem lässt sich diese Bettwäsche sehr gut reinigen und eignet sich auch für den Trockner.

Biber

Was? Biber-Bettwäsche ist nichts anderes als Baumwolle bzw. Baumwoll-Flanell, allerdings besonders dicht gewebt und ein- oder beidseitig aufgeraut. Dadurch fühlt sich das Material dicker, weicher und vor allem wärmer an.

Wann? Bettwäsche für klapperkalte Winternächte

Eigenschaften: Achtung, hoher Kuschelfaktor! Weich, wärmend, dick. Dicht gewebte Stoffe speichern die Luft, wärmen besonders gut und sind gerade deshalb ideal für die kalten Wintermonate. Das Material ist außerdem pflegeleicht, kann auch bei hohen Temperaturen in die Maschine und muss nicht gebügelt werden.

Mikrofaser

Was? Besteht meist aus Polyester. Es gibt glatte Mikrofaser-Bettwäsche für den Sommer und aufgeraute Bettwäsche für den Winter.

Wann? Bettwäsche für jede Jahreszeit

Eigenschaften: Fein, reißfest und formbeständig, feuchtigkeitsregulierend, atmungsaktiv. Die Saugfähigkeit von Mikrofaser ist fünfmal höher als die von Baumwolle. Deshalb trocknet die Bettwäsche sehr schnell und ist besonders im Sommer ein beliebter Überzieher. Da sich Jersey den Umgebungstemperaturen ideal anpasst, sorgt sie auch im Winter für einen traumhaften Schlaf. Super für Allergiker, da sich Pollen oder Bakterien nicht im Gewebe festsetzen können.

Flanell

Was? Flanell wird meist aus Baumwolle oder Wolle gewebt, wird bei der Herstellung aufgeraut, wodurch die Zwischenräume der Fasern besonders viel Luft speichern und die Körperwärme ausgesprochen gut halten.

Wann? Bettwäsche für klapperkalte Winternächte

Eigenschaften: Weich, kuschelig, dick, wärmend, saugfähig, angenehm leicht. Wenn die Sonne noch auf sich warten lässt, greifen wir in den Wintermonaten ähnlich wie bei Flanell-Hemden auch gerne zu Flanell-Bettwäsche, da diese samtig weich und zugleich saugfähig und wärmend ist. Zudem absorbiert Flanell den Nachtschweiß zuverlässig. Bildet kaum Falten und muss nach dem Waschen nicht gebügelt werden.

Seersucker

Was? Streifenförmige Krepp-Struktur, kann sowohl aus Baumwolle, Kunstfaser oder Mischgewebe gefertigt sein.

Wann? Bettwäsche für den Frühling und Sommer

Eigenschaften: Luftdurchlässig, atmungsaktiv. Der gewellte Seersucker-Stoff fühlt sich sehr weich an und liegt leicht auf der Haut. Dadurch ist die Bettwäsche schön luftig und atmungsaktiv – und perfekt für den Sommer geeignet. Das Material ermöglicht besonders in der warmen Jahreszeit eine gute Luftzirkulation und ist außerdem bügelfrei. Ausschlafen ist damit also garantiert!

Leinen verspricht kühle Sommernächte (Symbolbild: Getty Images)

Leinen

Was? Wird aus der Flachsfaser gewonnen, unregelmäßige Struktur mit unterschiedlicher Fadendicke.

Wann? Bettwäsche für heiße Sommernächte

Eigenschaften: Besonders saugfähig, kühlend und leicht. Wem nachts schnell warm wird und wer einen kühlen Begleiter für heiße Sommernächte sucht, ist mit Leinen bestens bedient. Das Material ist luftdurchlässig, nimmt Feuchtigkeit gut auf und trocknet schnell. Reines Leinen eignet sich außerdem für Allergiker, da es Staub und Milben abweist.

Nachteil: Für diese Bettwäsche muss nach dem Waschen ein Bügeleisen her, da Leinen schnell knittert.

Studie: Unregelmäßiger Schlaf macht krank

Linon

Was? Sieht aus wie Leinen, ist jedoch aus Baumwolle gefertigt.

Wann? Bettwäsche für heiße Sommernächte

Eigenschaften: Strapazierfähiges Gewebe, das sich bei hohen Temperaturen waschen und bügeln lässt. Wird häufig auch als Kinderbettwäsche genutzt.

Renforcé

Was? Mittelfeines, strapazierfähiges Baumwollgewebe mit glatter Oberfläche, fühlt sich sehr weich an.

Wann? Bettwäsche für jede Jahreszeit

Eigenschaften: Temperaturausgleichend, saugfähig und allergikerfreundlich. Sorgt für optimalen Wärmeausgleich und ist damit als Ganzjahres-Bettwäsche für kühle und warme Nächte geeignet. Aufgrund ihres robusten Materials kann sie auch bei hohen Temperaturen gewaschen werden.

Batist

Was? Besteht meist aus Baumwolle oder Leinen, gelegentlich auch aus Viskose oder Seide.

Wann? Bettwäsche für heiße Sommernächte

Eigenschaften: Batist ist dank seiner feinen Struktur sehr luftig und leicht.

VIDEO: Guter Schlaf: So oft solltest du die Bettwäsche wechseln