Wissenschaftler: Das ist der richtige Zeitpunkt für Kaffee

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Manche Menschen trinken Kaffee vor allem wegen seines Geschmacks oder einfach der Geselligkeit wegen. Für andere aber ist Kaffee so etwas wie ein Wundertreibstoff, der sie morgens und während auftretenden Tiefs aufrichtet. Genau die sollten genau wissen, wann das schwarze Gold seine stärkste Wirkung entfaltet.

Soll der Kaffee dafür sorgen, dass du wacher und konzentrierter bist, solltest du beim Genuss auf die Uhrzeiten achten. (Bild: Getty Images)

Laut dem Neurowissenschaftler Steven Miller sollten Menschen, die sich von ihrem Kaffee oder Espresso einen Wachkick erhoffen, vor dem Genuss genau auf die Uhr sehen und damit auch einen natürlichen Prozess im Körper beachten. Zu verschiedenen Zeiten des Tages steigt nämlich die Konzentration des Stresshormons Cortisol. Mit steigender Konzentration wird man wacher und konzentrierter – genau jene Effekte also, die sich viele Menschen auch vom Kaffeetrinken erhoffen.

Ist der Cortisolspiegel sowieso hoch, verpufft die Wirkung des Kaffees

Laut Miller ist es sinnlos, Kaffee genau dann zu trinken, wenn der Cortisolspiegel sowieso schon auf dem Höhepunkt ist. Das Cortisol setze die Wirkung des Koffeins herab und könne langfristig auch zu einer Koffeingewöhnung führen. Um überhaupt noch einen Effekt zu spüren, müsste man dann immer mehr Kaffee zu sich nehmen.

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Drei Mal am Tag fährt der Körper die Cortisolproduktion hoch

Aber wann produziert der Körper am meisten Cortisol? Wissenschaftler der britischen University of Sheffield haben dazu einen Versuch mit 32 Männern zwischen 18 und 50 Jahren gemacht, die allesamt zwischen 22 und 6 Uhr schlafen und dann aufstehen sollten. Bei dieser Gruppe kam es im Verlauf des Tages zu drei Höhepunkten im Cortisolspiegel: morgens zwischen 8 und 9 Uhr, mittags zwischen 12 und 13 Uhr und am frühen Abend zwischen 17.30 und 18.30 Uhr.

Frühaufsteher oder Langschläfer? Auch diese Faktoren spielen eine Rolle für den perfekten Zeitpunkt. (Bild: Getty Images)

Miller empfiehlt, Koffein am besten zwischen den Spitzen zu trinken

Laut Miller wäre es empfehlenswert, Kaffee nur in den Zeiten zwischen den hohen Cortisolwerten zu trinken. Zum Beispiel morgens also ab neun Uhr, wobei sich die Wirkung des Koffeins dann eine halbe Stunde nach dem Genuss voll entfalten würde. Dass diese Regelung für alle Menschen gleichermaßen gilt, ist aber zweifelhaft. Die britischen Forscher testeten nur die geringe Zahl von 32 Menschen, von denen alle Männer waren, die während des Tests alle denselben Schlafrhythmus hatten.

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Wie wach du dich fühlst, entscheidet deine innere Uhr

Jeder Mensch hat aber seine eigene individuelle innere Uhr, von der abhängt, wann der Körper wie viel Cortisol produziert und wie wach oder müde man sich zu bestimmten Zeiten fühlt. Somit muss am Ende wohl einfach doch jeder in sich hineinhören, um herauszufinden, wann der beste Zeitpunkt für eine schöne Tasse Kaffee ist. Die Zeiten aus der Studie taugen hierbei vielleicht als Orientierungspunkte.

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