Deutsche Sprache, schwähre Sprache

Die deutsche Sprache hat ihre Tücken. Nicht umsonst gilt sie als eine der schwersten Sprachen der Welt! Doch oft sind es immer wieder die gleichen Wörter und Ausdrücke, die uns im Alltag zum Grübeln bringen. Damit Sie in Zukunft cleverer sind und Fehler vermeiden, hier eine Sammlung der häufigsten Rechtschreib- und Grammatikfehler.

 

§1 "Dasselbe" oder das "Gleiche"?

Während "das Gleiche" voraussetzt, dass etwas einer anderen Sache ähnelt, bezeichnet "dasselbe" einen einmaligen oder identischen Umstand.
– Meine Eltern fahren dasselbe Auto. (= es gibt nur ein Auto) 
– Meine Eltern fahren das gleiche Auto. ( = es gibt zwei Autos der gleichen Marke)




§2 Apostroph

Als "Apostroph" bezeichnet man die Abtrennung oder Abkürzung im Fall eines Genitivs, der Besitz oder Abstammung ausdrückt. Merke:
– Apostroph bei Namen, die auf s, ss, ß, tz, z und x enden. (=Hannes‘ Auto; Alex‘ Vater)


§3 Das "H" zuviel

Merke: "Wer "nämlich"; "ziemlich" und "dämlich" mit "H" schreibt, ist nämlich ziemlich dämlich!


§4 Anfang, Beginn, Mitte, Ende

Die Qual der Wahl: Heißt es "Ende diesen Jahres" oder "Ende dieses Jahres"?
Merke: Das Attribut nach Anfang, Beginn und Ende verlangt den Genitiv! (=dieses Jahres)



§5 Steigerung der Steigerung

Verben (zum Beispiel: lesen, essen, sehen,...) lassen sich im Superlativ nicht weiter steigern!
– Falsch: "meist gesehenste"
– Richtig: "meist gesehen"




§6 Gender-Endung bei Anglizismen

Inzwischen werden im Deutschen viele Anglizismen benutzt, die jedoch noch nicht alle als komplett integriert gelten. Je nach Fall, existiert noch keine weibliche Form.
Beispiel: Teenager, aber nicht Teenagerin!



§7 Effizient oder effektiv?

Etwas ist "effektiv" (wirkungsvoll), wenn es einen Effekt erzielt, also ein Ziel erreicht wird.
Je geringer der Aufwand ist, um im Verhältnis die gleiche Wirkung zu erzielen, desto "effizienter" (leistungsfähiger) ist etwas.



§8 Das unbeliebte "PH"

Buchstabendreher passieren schnell – trotzdem schreibt man Wörter wie "Sympathie", "Antipathie" und "Apartheid" mit TH und nicht mit PH.


§9 Die Verwendung von "beziehungsweise"

Täglich wird im Schriftverkehr die Abkürzung "bzw."/"beziehungsweise" als Alternative für Konjunktionen wie "und" und "oder" verwendet.
Dies ist falsch, so lange es nicht auch durch ein "genauer gesagt" ersetzt werden könnte.



§10 infolge; infolgedessen

Es sieht zwar komisch aus, aber ja man schreibt diese Adverbialbestimmungen klein und zusammen. 
– "In Folge" und "infolge dessen" gilt als falsch.



§11 Meines Erachtens/ Meines Wissens

Bei Meinungsäußerungen wird oft darauf zurückgegriffen: Das kleine Wörtchen "nach"/"Meines Erachtens nach" ist jedoch falsch!


§13 Superlativ absoluter Adjektive

Adjektive wie einzig; voll; absolut etc. lassen sich nicht weiter steigern, deshalb sind Ausdrücke wie "einzigste"; "vollste" und "absoluteste" nicht korrekt.


§14 "wohlgesonnen" oder "wohlgesinnt"?

Die Antwort lautet: "wohlgesinnt"! Denn auch die Beschreibungen "er war mir... übel; feindlich oder freundlich gesinnt" existieren. Jedoch gibt es kein Verb das "wohlgesinnen" heißt.


§15 Bitte lassen Sie es uns...

..."im Voraus" wissen.
Dieser Ausdruck wird mit einem "r" und nach der aktuellen Rechtschreibung getrennt geschrieben.



§16 "Mund-zu-Mund-Propaganda"

Da der Informationsaustausch nicht von Mund zu Mund verläuft, sondern von Mund zu Ohr, ist der Ausdruck so leider falsch. Richtig ist: "Mundpropaganda".


§17 "Wie" und "als"

Der Duden sagt: "Die Vergleichspartikel als drückt standardsprachlich Ungleichheit aus, die Vergleichspartikel wie dagegen Gleichheit."