DFB-Team verliert gegen die Niederlande: 5 Erkenntnisse

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

Das DFB-Team hat mit 2:4 gegen die Niederlande verloren. Die EM-Qualifikation ist damit nicht in Gefahr. Wohl aber haben sich einige Erkenntnisse abseits der Tabelle ergeben.

Niklas Süle konnte die DFB-Abwehr nicht stabilisieren. (Bild: Getty Images)

Deutschland bleibt der neuen Linie treu: Gegen Oranje hielt sich das Team von Joachim Löw abermals arg zurück und ließ die Gegner machen. Nach 20 Minuten hatten die Niederländer mehr als 60 Prozent Ballbesitz, Deutschland führte aber. Die Zukunft des DFB-Teams scheint mehr in der Reaktion als in der Aktion zu liegen. Das wurde in der zweiten Halbzeit zum Problem, weil die Niederlande das Spiel mit Führung im Rücken kontrollieren konnten.

Abwehrchef dringend gesucht: Besonders in der zweiten Halbzeit zeigte sich, dass das Trio aus Matthias Ginter, Niklas Süle und Jonathan Tah noch nicht perfekt harmoniert. Gerade im schnellen Verschieben und Absichern gingen oft Lücken auf. Alle Gegentore waren dafür gute Beispiele. Ein echter Abwehrchef wird unter den jungen Akteuren noch gesucht - es wird Zeit, dass er gefunden wird. So ist die deutsche Abwehr deutlich zu wacklig.

Kai Havertz muss noch mehr machen: Der Bundestrainer ist weiterhin kein Aktionist. Das stellte Löw in der Personalie Havertz einmal mehr unter Beweis. Der junge Leverkusener, in der Bundesliga aktuell in hervorragender Verfassung, bekam gegen die Niederlande keine Chance von Anfang an. Nach seiner Einwechslung in der 61. Minute spielte der 20-Jährige ordentlich, erreichte aber auch nicht das Niveau, das ihn im Klub-Fußball sonst auszeichnet.

Serge Gnabry spielt immer: Vor dem Spiel gegen die Niederlande hatte Löw betont, dass Gnabry unter seiner Leitung “immer” spielen werde. Es dauerte nicht lange, bis der Bayern-Flitzer das Vertrauen zurückzahlte und zur Führung traf. Auch abgesehen von seinem Tor war Gnabry einer der besten Spieler der deutschen Mannschaft auf dem Platz. Er ist offensiv der neue Schlüsselspieler des DFB - wenn er denn seine Leistung konstant hält. Die zweite Halbzeit fiel deutlich ab.

DFB-Team bleibt ein Projekt: Abermals wurde deutlich, dass die “neue” Nationalmannschaft noch nicht das Niveau verkörpert, das zum Beispiel 2014 erreicht wurde. Löw wird nicht müde zu betonen, dass aktuell noch viel Arbeit wartet. Einige Dinge fehlen aber ganz deutlich: Ein aktiver Spielansatz, die Fähigkeit, das Tempo der Partie zu bestimmen und die Eingespieltheit, um auch in entscheidenden Momenten weiter Richtung Sieg zu marschieren.

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