Die besten Tipps: Promi-Looks nachstylen – aber richtig!

Ena Clarke
Freie Autorin

Es könnte so einfach sein: Promi A, B oder Z trägt diese Wahnsinnskombi, die in Sachen Silhouette, Farbe und Style einfach perfekt aussieht. Warum ist man darauf nicht schon längst gekommen, fragt man sich. Und verzweifelt dann, weil es einfach nicht gelingen mag, den so lässig zusammengeworfenen Look ebenso entspannt und im besten Fall auch noch bezahlbar oder sogar aus den eigenen Klamotten nachzustylen. Woran liegt das? Wir entschlüsseln das Geheimnis des gekonnten Nachstylens und zeigen, wie du dem Look deines Lieblingspromis deinen eigenen Style-Stempel aufdrückst!

Den Style von Kristen Stewart kannst du natürlich kopieren – es gibt aber bessere Wege! (Bild: Getty Images)

Jeder hat sie, diese Style-Vorbilder, die immer so lässig und sophisticated gestylt sind, die neuesten Trends stets auf die coolste Art und Weise tragen und deren Kleiderschrank ganz offenbar direkt aus dem Modehimmel befüllt wird. Wie ärgerlich, dass jeder Versuch, die Outfits dieser persönlichen Stilikonen nachzustylen, bislang so kläglich gescheitert ist. Denn leider sind die meisten Teile zum Nachkaufen schlichtweg zu teuer, außerdem trägt der Normalmensch nun mal keine Size Zero – und selbst wenn man Zutritt zum himmlischen Kleiderschrank hätte, würde man selbst im 1:1-Look niemals so aussehen wie der Star selbst…

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Also besser gar nicht erst probieren, die Inspo am besten schnell vergessen und sich damit abfinden, dass man ohne professionellen Stylisten nun mal nie so aussehen wird wie die Stars? Falsch! Es bedarf nur drei einfacher Regeln, die du befolgen musst, um die Looks der Stars zu deinen eigenen zu machen. Fertig? Los!

Regel Nr.1: Never copy – Nachstylen heißt nicht Kopieren

Alles, was Herzogin Meghan trägt, ist in kürzester Zeit ausverkauft. Vielleicht lässt du dich lieber von der Kombi Dunkelgrün/Gold inspirieren? (Bild: Getty Images)ieber 

Der größte Fehler, den man beim Nachstylen eines vorhandenen Looks begehen kann, ist zu versuchen, ihn 1:1 zu kopieren. Das kann nur schiefgehen, denn ganz davon abgesehen, dass in den meisten Fällen weder Figurtyp noch Stil von Inspirationsgeber und -empfänger ebenso 1:1 übereinstimmen, würde eine Kopie des Looks eher einer Kostümierung gleichkommen als einem ganz eigenen Look.

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Nachstylen bedeutet, sich von den wichtigsten Elementen eines Looks inspirieren zu lassen und diese auf die eigene Silhouette und den eigenen Stil zu transferieren und im besten Fall zu verbessern. Ein gut nachgestylter Look kann entsprechend eine andere Farbe oder andere Materialien verwenden und auch nur in Teilen dem Ursprungsoutfit nachempfunden sein. Was zählt, ist eine stimmige Gesamtaussage, die dem eigenen Stil entspricht oder ihn sogar weiterentwickelt – nicht, dass der Look so aussieht wie von Promi A, B oder Z.

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Regel Nr. 2: Choose wisely – konzentriere dich auf Key Items

Würden wir in diesem Look so cool aussehen wie Gigi Hadid? Wohl eher nicht. Deshalb lassen wir uns lieber von der Farb-Kombi als vom kompletten Outfit inspirieren. (Bild: Getty Images)

Fashion hat viel mit Logik zu tun – so macht ein bestimmter Figur- oder Farbtyp bestimmte Looks und Kombinationen möglich oder auch unmöglich (oder zumindest geht dann die Stil-Rechnung nicht auf und der Look missglückt). Die Wahrscheinlichkeit, dass man in Sachen Körperbau, Haut- und Haartyp der Zwilling seines Fashion-Vorbilds ist, ist relativ gering. Es macht also Sinn, sich Stilvorbilder zu suchen, die in etwa dem eigenen Gesamteindruck entsprechen und auch in Sachen Modemut zumindest in etwa derselben Liga (im besten Fall eine drüber!) spielen.

Außerdem: Versuche nicht alles zu wollen, sondern konzentriere dich auf die auffälligen Elemente des Gesamtlooks und kombiniere den Rest des Looks darum herum. Die Frage lautet immer: Was macht den Gesamteindruck so cool?

Das kann zum Beispiel die grundsätzliche Form des Looks sein, die du sowieso gerne trägst (z.B. A-Linie), eine Styling-oder Kombinationstechnik (z.B. Layering), Materialien (z.B. Strick, Cord), Farben oder auch konkrete Elemente (z.B. Schulterpolster, Blockabsatz), mit denen du immer schon geliebäugelt hast. Dabei hilft es, sich Mode wie ein Baukastensystem vorzustellen, aus dem man sich jede Saison neu bestimmter Elemente bedienen kann: Form, Farben, Materialien, dazu Styling und Accessoires.

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Hat man die einzelnen Bausteine des konkreten Looks einmal identifiziert, kann man Schritt für Schritt die dominanten mit den weniger auffälligen Elementen kombinieren: Um das Key Piece herum werden also diese oder jene Art von Schuhen, Hosen, Mäntel getragen. Dazu kombiniert der Star ein Oversize-Accessoire, eine Mini-Clutch in diesem oder jenem Stil und so weiter und so fort. Dabei wird schnell klar, welche Teile wirklich essenziell für den Look sind und was man mit Ähnlichem ersetzen oder gar weglassen kann. Sich in Unkosten zu stürzen, ist im Normalfall nicht nötig: Denn meist muss es eben nicht genau dieselbe sündhaft teure Handtasche sein oder der exklusive Designermantel sein, wenn das eigentlich Spektakuläre des Looks die Kombi aus Materialien oder Farben ist.

Regel Nr. 3: Own the Look – das Outfit dem eigenen Style anpassen

Der Blazer von Katie Holmes ist etwas ganz Besonderes. Vielleicht stehen dir aber andere Highlights wie bunte Nähte oder eine Knallerfarbe besser als die Applikationen am Arm. (Bild: Getty Images)

Jetzt kommt der schwierigste Part: dem Look den eigenen Stil zu verleihen. In vielen Fällen passiert das schon durch eine clevere Auswahl der Key-Elemente, die im besten Fall sowieso deinem eigenen Figurtyp, den von dir bevorzugten Materialien und Farben entsprechen. Wer viele bereits vorhandene Kleidungsstücke kombiniert, hat es ebenfalls leichter, denn in diesen fühlst du dich sowieso schon wohl – die beste Voraussetzung, um selbstbewusst und mutig Neues zu kombinieren. Denn zum wirklich eigenen Style wird der Look erst mit dem Hinzufügen neuer, eigener Elemente.

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Die Frage lautet: Wie kann ich mit dem vorhandenen Look meine eigenen Vorzüge am besten unterstreichen? Und auch dafür musst du nicht zwingend tief in den Geldbeutel greifen, sondern vor allem ganz genau in den Spiegel schauen: Sind es deine blauen Augen, die du mit einem dunkleren Pullover betonen könntest, das sexy Schlüsselbein, das durch einen besonderen Ausschnitt so schön hervortritt – oder muss es zum schlichten Gesamtlook des Stars einfach der auffällige Schal mit dem wilden Muster sein, den du so liebst und der deine tolle Haarfarbe noch besser zum Vorschein bringt? Du selbst kennst deinen Style am besten – mit ein bisschen Mut und Kreativität wird aus deinem simplen Fashion-Baukasten eine kreative Spielwiese, deren Looks die Stars (oder zumindest ihre Stylisten) vielleicht schon bald selbst nachstylen wollen.

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