Die Einkaufsliste: Eine Geschichte voller Missverständnisse

Sind Einkaufszettel-Verfasser und Einkäufer unterschiedliche Personen, sind Missverständnisse vorprogrammiert. Foto: Symbolbild / gettyimages / Minerva Studio

Wie man eine perfekte Einkaufsliste verfasst? Keine Ahnung! Vielleicht in der Reihenfolge, in der die Produkte im Supermarkt zu finden sind? Oder in absteigender Wichtigkeit, damit die Aufmerksamkeit gerade noch für die essenziellen Produkte ausreicht? Sollten die Liste durchnummeriert sein oder nicht? Wie man es jedenfalls nicht macht, zeigt folgende Begebenheit.

Manchmal schreibt der Alltag die besten Witze. Kennen Sie beispielsweise den schon: Eine Frau schickt ihren Mann zum Einkaufen. Sie listet penibel auf, was er mitbringen soll. Milch, Salatgurke, Butter, Quark (20 Prozent), Tomate und Eier steht auf dem kleinen Papier. Und weil es eine Liste ist, nummeriert sie die Produkte aufsteigend durch – Ordnung muss sein. Nur vergisst sie die Punkte hinter den Ziffern:

1 Milch

2 Salatgurke

3 Butter

und eben so weiter…

Zum Glück standen die Eier in der Liste auf der sechs

Das Ergebnis, man kann es erahnen, spricht dann dennoch für nicht ganz so viel Denkaufwand des Einkäufers beim Regale abklappern (klicken Sie auf den Tweet, um das ganze Foto zu sehen):

Immerhin hat sich der Mann der Twitter-Nutzerin „Ingeborch“, sie hat diese Geschichte am Dienstag mit einem Foto des Einkaufszettels und der entsprechenden Produkte auf ihrer Twitter-Seite veröffentlicht, sogar die Mühe gemacht, die „überschüssigen“ Tomaten von den Rispen zu zupfen. Eier, da hat sie Glück gehabt, standen in der Liste auf Rang sechs.

Auf den Tweet, der Tausenden gefiel, folgten zahlreiche Nachfragen, aber auch Verbesserungsvorschläge für künftige Einkaufszettel und eigene Erfahrungen mit schiefgegangenen Einkäufen. Die häufigsten Reaktionen reichten von „perfekt ausgeführt“ und „der ist aber folgsam“ bis zu „wer schreibt da Zahlen davor?“.

Männer handeln wie Algorithmen

Ein Nutzer kann die „Überforderung“ des Mannes gut nachvollziehen – so wäre er selbst bereits an „Milch“ verzweifelt. Viel zu ungenau, diese Beschreibung. 1,5 Prozent Fettanteil oder 3,5 Prozent? Vollmilch oder H-Milch? Deshalb kann er wohl die Herangehensweise von Ingeborchs Mann, die Liste während des Einkaufsvorgangs bloß nicht zu hinterfragen, gut verstehen. Er schließt mit dem Satz: „Kann diesen Einkauf so ganz genau nachvollziehen.“

Ein anderer Nutzer antwortet mit einem alten Informatiker-Witz, der von einer ähnlichen Situation erzählt:

Der Witz zeigt, dass ein Ergebnis immer nur so gut sein kann, wie die Eingaben vorher. Und dass Männer wohl einem Algorithmus ähnlich handeln.

Bitte überprüfen Sie meinen Einkauf

Aber egal, wo die Fehlerquellen liegen, mit einem „falschen“ Einkauf ist ja letzten Endes niemand geholfen. Deshalb haben viele Einkäufer gewisse qualitätssichernde Methoden entwickelt. Wie diese hier:

Auch ein von Ingeborch selbst beobachteter älterer Herr hat eine Möglichkeit gefunden, sämtliche Verantwortung für das Einkaufs-Ergebnis zu delegieren:

Die eine Hälfte nickt verständnisvoll, die andere lacht

Ein anderer Nutzer stellt dann doch die „Mustererkennung“ Ingeborchs Mann in Frage:

Zum Ende bleibt nur zu sagen, dass der „Fehler“ für den irritierenden Einkauf wohl irgendwo in der Mitte liegt. Das fasst dieser Tweet ganz passend zusammen: