Die Hitzewelle bedroht Ernten und Existenzen

Tomas Soucek
Freier Autor

Die derzeitige Extremhitze macht uns nicht nur körperlich zu schaffen. Das zweite Dürrejahr in Folge bedroht nun auch die Existenzen von Landwirten.

Der zweite Dürresommer in Folge bedroht Existenzen (Bild: Getty Images)

Nach dem Dürresommer 2018 war die Kartoffelernte katastrophal ausgefallen. Beim Preis merken wir das bis heute. Nun sind wir mitten in der zweiten Dürre hintereinander und es zeichnet sich ab, dass die Kartoffelernte dieses Jahr ebenfalls schlecht ausfallen dürfte.

Schlimmer noch: Dieses Jahr sind tatsächlich die Existenzen von Landwirten bedroht. Bauern rechnen mit Einbußen bei der Kartoffelernte von bis zu 50 Prozent, berichtet der “Focus”. Anstatt 45 Tonnen könnte sich die Ernte dieses Jahr auf 25 bis sogar 20 Tonnen Kartoffeln beschränken – ein Desaster für Landwirte und Verbraucher.

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Der Osten ist besonders betroffen

Besonders im Osten Deutschlands fiel teils viel zu wenig Regen, etwa in Sachsen-Anhalt oder in Thüringen. Dort können sich die Pflanzen kein Wasser aus tieferen Schichten ziehen. Hier werden besonders schlechte Ernten erwartet. Das wäre für die Landwirte natürlich existenzbedrohend. Letztes Jahr konnten Bauern staatliche Hilfe wegen ihrer Ernteausfälle beantragen, ob dies dieses Jahr der Fall wäre, steht noch nicht fest.

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Hoffnung bei anderen Pflanzen

Die Lage ist trotz Rekordhitze aber nicht ganz so dramatisch wie im letzten Jahr. Anders als 2018 hat es im Mai und Juni teils ergiebig geregnet, was den Pflanzen zugute kam. Wie die Ernte insgesamt ausfällt, wird auch vom Wetter in den kommenden Wochen abhängen. "Sollte jetzt aber eine längere Hitzeperiode eintreten, trifft es uns hart. Dann gehen die Erträge nach unten", warnt Bauernpräsident Joachim Rukwied im “Spiegel”.

Bei den anderen Nutzpflanzen sieht die Prognose aber besser aus als bei Kartoffeln. Die nächsten Wochen sind vor allem für die Getreideernte entscheidend. Das Getreide sei momentan in der wichtigen Phase der Kornfüllung, die noch nicht abgeschlossen sei, sagte Rukwied. So führt Hitze während der Weizenblüte zu sinkenden Erträgen. Für Mais, Gras als Tierfutter und Zuckerrüben seien der Juli und August entscheidend.

Drücken wir die Daumen. Das Wetter soll in den kommenden Tagen zumindest wieder etwas normaler werden - und es soll vor allem etwas Regen fallen.

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