"Die Höhle der Löwen“: Erst Deal, dann Hype, dann Absturz

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

2016 wurde der Traum von Steffi Tomljanovic wahr: In der Vox-Show “Die Höhle der Löwen“ konnte sie den Investor Ralf Dümmel von ihrem Produkt überzeugen, der Deal kam zustande. Doch nachdem der Malzaufstrich Malzit zunächst ein Erfolg war, flauten die Verkaufszahlen schnell wieder ab. Aufgeben will die 59-Jährige trotzdem nicht.

Das Produkt von Steffi Tomljanovic hat in einer Folge von "Die Höhle der Löwen" die Aufmerksamkeit von Investor Ralf Dümmel auf sich gezogen (Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer)

40.000 Euro steckte der Investor Ralf Dümmel 2016 in die Marke Malzit, um den gleichnamigen Brotaufstrich zu einem Erfolg zu machen. Dafür bekam der DHDL-Investor 30 Prozent der Firmenanteile, den Deal schloss er vor laufender Kamera mit der damals 56-jährigen Gründerin Steffi Tomljanovic ab. Gegenüber dem Magazin zu “Die Höhle der Löwen“ sagte der Unternehmer: “Malzit hat mich als Produkt von der ersten Sekunde an überzeugt. Total geflasht hat mich aber Steffi Tomljanovic.“

200.000 Gläser des Brotaufstrichs wurden 2016 in verschiedenen Supermärkten verkauft, doch von Mitte 2017 bis Mitte 2018 waren es nur noch 40.000. Dazu sagt Dümmel: “Fakt ist leider, dass Malzit bei vielen Konzernen sehr erfolgreich angefangen, aber im Lauf der Zeit den Umsatz auf der Fläche nicht mehr gebracht hat.“

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Heute wird Malzit vor allem auf Märkten verkauft

Viele Supermärkte listeten das Produkt also aus, heute wird das Malz-Gelee nur noch online über die eigene Homepage, in ein paar Supermärkten, Bäckereien und Hotels angeboten, berichtet “nordbuzz.de”. Dazu verkauft es die Gründerin auf Märkten rund um ihren Wohnort Bräunrode im Harz, wie sie es auch schon vor “Die Höhle der Löwen“ gemacht hat. Einen wesentlichen Unterschied zu früher gibt es allerdings: Heute kann sie von dem Verkauf des Brotaufstrichs, von dem sie dank einer neuen Küche bis zu 600 Gläser täglich herstellen kann, leben. “Das macht mich schon ein bisschen stolz“, wird sie vom Magazin zur Sendung zitiert. Hoffnungen setzt sie vor allem in die Vorweihnachtszeit, in der die Verkaufszahlen auch schon vor der Sendung immer gestiegen waren, wie sie sagt. Und daran, dass alles möglich ist, glaubt sie noch immer.

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Ralf Dümmel war der erste, der die Gründerin ernst nahm

Denn dass sie einmal einen wenn auch nur kurzzeitigen Riesenerfolg wie bei “Die Höhle der Löwen“ haben würde, hätte die Gründerin nicht gedacht, als sie 2004 damit begann, den Malzauftstrich auf dem heimischen Markt anzubieten. Die Idee dazu war ihr gekommen, als sie von ihren Kindern ein Weingelee geschenkt bekommen hatte, dass ihr viel zu fad vorgekommen war. Das müsste man verbessern, dachte sie sich. Und wusste bald wie, als sie in der Zeitung von einer Brauerei las, die auf vielfältige Art und Weise mit Malz experimentierte.

Über den Verkauf auf dem Markt sei sie damals nie hinausgekommen, weil die Supermärkte und andere Unternehmen sie nicht ernst genommen hätten, sagte die 59-Jährige gegenüber dem Unternehmermagazin “Impulse“. Als dann aber der Schlosserbetrieb ihres Mannes in finanzielle Schieflage geriet und ihre gesamte Existenz auf dem Spiel stand, hatte sie den Schritt in “Die Höhle der Löwen“ gewagt. Bei allen Rückschlägen hat sie es doch geschafft, dass sie heute vom Verkauf ihrer Erfindung leben kann und stolz auf das ist, was sie erfunden hat und selbst herstellt.

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