Die legendärsten Fashion-Pieces und ihre Geschichte

Es gibt Fashion-Pieces, die so begehrt sind, dass es gar nicht so einfach ist, sich ein Exemplar zu sichern. Es gibt Wartelisten, doch kann es Jahre dauern, bis man beispielsweise endlich in den Besitz einer Birkin Bag kommt. Um das ikonische Stück bezahlen zu können, muss so mancher sogar noch einen Kredit aufnehmen. Fast noch legendärer als die Fashion-Pieces selbst ist die Geschichte, die dahinter steht.

Die Birkin Bag von Hermès kennt jeder – und will jeder (Bild: Getty Images)

Hermès Birkin Bag

5.000 Euro und mehr für eine Tasche ausgeben? Für die Birkin Bag allemal! So legendär wie das Accessoire selbst ist auch die Story ihrer Entstehung: Anfang der 80er-Jahre saßen die britische Schauspielerin Jane Birkin und der damalige Hermès-Chef Jean Luis Dumas auf einem Flug von Paris nach London nebeneinander.

Die junge Mutter beklagte sich, keine Tragetasche zu finden, die genügend Platz für die Fläschchen ihrer Tochter Lou bietet. Dumas begann noch während des Fluges, Entwürfe einer Tasche, die Platz für den halben Hausrat hat, auf eine Serviette zu zeichnen. 1984 kam der Klassiker auf den Markt. Markenzeichen: kein Logo, dafür aber eine Überschlagkappe und – selbstverständlich – die Sattlernaht. Jane Birkin bekam natürlich eine personalisierte Birkin Bag.

Chanel Flap Bag 2.55

Wenn man sich schon mal dabei ertappt hat, die Influencer auf Instagram zu beneiden, dann lag es wahrscheinlich nicht daran, dass sie in einem Boot unter einem Kirschbaum sitzen, sondern vielmehr an der Tatsache, dass die Fashion-Blogger das It-Accessoire schlechthin besitzen: die Chanel 2.55.


Die erste Tasche, die Coco Chanel 1929 designte, wurde in der Hand getragen. Eine unlösbare Aufgabe für die Damen der gehobenen Gesellschaft zur damaligen Zeit: Schließlich musste sie in der einen Hand das Champagnerglas und in der anderen die Hors d’Oeuvres halten. Und so kam Coco Chanel 1955 die Idee zur 2.55. Die sah genauso aus wie die andere Tasche zuvor – hatte jedoch eine kleine Änderung: “Ich hatte es leid, meine Tasche in der Hand halten zu müssen oder sie zu verlieren. Also habe ich einfach einen Träger für die Schulter hinzugefügt”, so Chanel. Die Damen flippten förmlich aus, als sie das Accessoire sahen. Die Folge: Weil die Nachfrage so groß war, musste Chanel im ersten Jahr sogar Bestellungen ablehnen.

No-Buy: Der neue Fashion-Trend ist gar nicht so neu

Der Burberry Trenchcoat wird nicht nur bei schlechtem Wetter getragen (Bild: Getty Images)

Burberry Trenchcoat

Die Geschichte des berühmten Regenmantels geht auf den ersten Weltkrieg zurück. Damals sollte das Design namens “Tielocken” die Soldaten vor Wind und Regen schützen. Den Grundstein dafür legte Thomas Burberry, als er den Stoff Gabardine entwickelte – ein Material, das besonders wasserabweisend und stabil ist.

Der Gürtel mit der Schnalle am Trenchcoat diente damals aber nicht etwa dazu, die Taille zu betonen, sondern lediglich, um kleinere Gegenstände wie Landkarten zu befestigen. Ab 1914 war der Trenchcoat fester Bestandteil der Ausrüstung der britischen Armee. Später wurde er für die Normalsterblichen angepasst. Dank Filmen wie “Casablanca“ feierte der Trenchcoat auch seinen Durchbruch in der Modewelt.

Siegeszug für Superheldinnen: Die Rückkehr der Capes


Louboutins

Die ikonischen roten Sohlen auf den High Heels machten Christian Louboutin berühmt. Die Idee dazu kam dem Designer dank seiner Assistentin – und ihrem roten Nagellack! Christian Louboutin zweckentfremdete den Nagellack und fing an, die Unterseiten seiner Sohlen damit zu bestreichen. Voilà! Ein Klassiker war geboren. Louboutins erste richtige Kundin war übrigens Caroline von Monaco – und die löste einen richtigen Hype mit ihren roten Sohlen aus.

Dank Richard Gere in “American Gigolo” machte sich Giorgio Armani einen Namen (Bild: ddpimages)

Giorgio Armanis Powersuit

Als Giorgio Armani Richard Gere in den 80ern für den Film “American Gigolo – ein Mann für gewisse Stunden“ einkleidete, wurde er über Nacht berühmt. Der Designer hatte nämlich Anzüge entworfen, die komplett ohne Futter daherkamen und nicht so einengten wie andere Modelle zu dieser Zeit. Der sogenannte Powersuit punktete allerdings nicht nur bei den Männern. Auch die Frauen wollten ihn haben.

Legendär: Das sind die besten Looks von Heidi Klum

Claudia Schiffer trug den “Le Smoking” von Yves Saint Laurent aus der Herbst/Winter-Kollektion 1996/97 (Bild: Getty Images)

“Le Smoking“ von Yves Saint Laurent

Wo wir schon bei Anzügen und Frauen sind: “Le Smoking” revolutionierte die Frauenwelt und gab ihnen die Power, gleichzeitig feminin und maskulin sein zu dürfen. Yves Saint Laurent machte den Frauen-Smoking gesellschaftstauglich. Catherine Deneuve war 1967 seine erste Kundin, Liza Minelli, Lauren Bacall und Bianca Jagger folgten. Letztere heiratete sogar in einem Smoking – ganz in Weiß versteht sich. Bei ihrer Hochzeit mit Mick Jagger 1971 setzte sie als Frau im Anzug definitiv ein Statement.


Das Chanel-Kostüm

Seit über 50 Jahren ist der berühmte Zweiteiler aus derbem Tweed der Inbegriff von Eleganz. Dass der Klassiker von Chanel überhaupt einen Durchbruch haben würde, hätte aber selbst Coco Chanel nicht gedacht. Das Kostüm, das die Designerin 1923 einer ausgewählten Gruppe von Journalisten in ihrem Salon vorstellte, kam nämlich alles andere als gut an. In der Presse fand das legendäre Kostüm kaum Erwähnung.

Das Blatt wendete sich erst nach dem zweiten Weltkrieg, als das Stück erneut präsentiert wurde. Eine trug sicherlich zum Erfolg des Zweiteilers bei: First Lady Jackie Kennedy, die als erste mit dem Kostüm fotografiert wurde.

VIDEO: Diese 10 Frauen haben die Welt positiv verändert